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Container-Tunnel für Hamburger Hafen?

1,7 Milliarden, 75 Kilometer lang, 80 Hektar Logistikpark im Landkreis Harburg – Zahlen und Größenordnungen für ein Projekt der besonderen Art. Was der Hafenwirtschaft nützlich sein kann, stößt bei Bürgern auf Widerstand.

Hafen Hamburg Container-Terminal

Ein Ringsystem im Hafen ist der Grundstock, eine Trasse in Form eines Ypsilons der nächste Schritt. Diese Trasse verbindet das Ringsystem mit dem Rangierbahnhof Maschen und ein Logistikzentrum in Rade. Unternehmensberater Werner Marnette (Ex-Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein) stellte am 18.10.11 dieses Projekt vor. Vorteil: Verkehr und Lärm werden vermindert, da die Container elektronisch gesteuert auf Transportwagen vom Hafen zu den Verteilungspunkten gebracht werden. Den Bürgern widerstrebt, ihre Region zu einem riesigen Gewerbezentrum umzufunktionieren. Obwohl es sich um eine Planung handelt, über die noch verhandelt werden muss, greift der Automatismus des „Dagegen-Seins“ schon. Ausschreibungsverfahren und öffentliche Beteiligung sind verpflichtend und bieten ein Forum zum Austausch. Andere Häfen und Regionen sind Konkurrenten der Hafenwirtschaft Hamburgs. Der lange Anfahrweg für die Container-Frachter ist ein Ausschluss-Kriterium für die Reedereien. Elbvertiefung – ein weiteres Streitgebiet – und Hafenerweiterung sorgen für Beschäftigung und die regelmäßige Anfahrt von weiteren Reeder-Flotten.

Tag des offenen Denkmals 2011 in Hamburg

Ein volles Programm braucht ein gutes Timing. Wer den Tag des offenen Denkmals in seiner Stadt schon einmal mitgemacht hat, weiß von der guten Planung. Über alle Stadtteile verteilt öffnen sich sonst verschlossene Häuser, Bauwerke und besondere Plätze.

Blick in den Schellfischtunnel Hamburg

Hamburg und sein Fischtunnel

Schellfischtunnel nennen die Hamburger die Hafenbahn von der Elbe bis zum Altonaer Bahnhof. Die Fracht der eingleisigen Bahnverbindung war Ende des 19. Jahrhunderts oft Fisch für die Verarbeitung oder für Räuchereien in Altona und Ottensen. Der Name entstammt dem Volksmund. Den Tunnel selbst gibt es schon länger. Als Verbindung der Häfen Kiel und Hamburg nahmen 1844 die (damals noch) dänischen Baumeister und Stadtherren von Kiel und Altona das Werk in Angriff. Der Altonaer Bahnhof lag zu diesem Zeitpunkt noch am Elbhang. 1895 wurde er nördlich verlegt und die Hafenbahn musste nachziehen, um den Kontakt mit dem Verkehrsknoten zu halten. Unter der heutigen Max-Brauer-Allee verläuft der Tunnel bis hinter das InterCity Hotel am Bahnhof Altona. Bis in die 80er Jahre waren die Bahn und der Tunnel regelmäßig in Betrieb. Durch die Verlagerung des Transports auf die (richtige) Schiene und die Straße wurde 1993 der Verkehr eingestellt.

Besichtigung Schellfischtunnel Hamburger Unterwelten

Tief runter unter die Stadt

Der Tunnel empfängt die Besucher am Eingang Nord (Bahnhof Altona) mit einem kühlen Hauch. Festes Schuhwerk, Taschenlampe und ein wacher Blick nach unten – und eine Reise in die Vergangenheit beginnt. Auf holperiger Strecke geht es zwischen den Schienen abwärts in die Dunkelheit. Die Führung zeigt an verschiedenen Stellen die Besonderheiten. Ein Teil des Tunnels wurde mit einer Betonverschalung versehen, um mehr Stabilität zu gewährleisten. Weiter unter senkten Bauarbeiten den Tunnel etwas ab, um dem darüber stehenden Bahnhof Altona Raum zu geben. Es rumpelt unter den Füßen. Die S-Bahn fährt im Minutentakt noch tiefer im Erdreich.

Schäden an den Schwellen im Schellfischtunnel Hamburg

Dann wird es stiller. Wir sind in der Biegung des Tunnels, dem ältesten Teil angekommen. In den Schwellen der Schiene sind tiefe Scharten. Ob ein Waggon hier entgleiste oder herabhängende Ladung die Schäden verursachte, bleibt auch den Mitarbeitern der Hamburger Unterwelten verborgen.

 Licht am Ende des Tunnels

Langsam holt uns die Realität wieder ein. Es wird heller, der Südausgang am Elbufer wird sichtbar. Ein Baum versperrt das schmiedeeiserne Tor. Die Natur sorgt für das Denkmal. Ein krasser Gegensatz: Geschichte zum Anfassen und nur wenige Meter weiter moderne Architektur und eine Haltestelle mit Edelstahl-Verkleidung. Der Architekt der Büroräume am Elbufer hatte die Hoffnung, dass die Bahnverbindung wieder aufgenommen wird. Schöne Vision: Touristen fahren mit einer Bahn vom Hafen direkt nach Altona. Die Stadtbahn der anderen Art.

Ausgang Schellfischtunnel Elbufer

Besuch in der Geschichte

Regelmäßig veranstaltet der Verein Hamburger Unterwelten mit dem Denkmalverein Hamburg Führungen durch das Bauwerk. Sie finden stets zum Tag des offenen Denkmals Hamburg statt.

100 Jahre Geburstag: Alter Elbtunnel Hamburg

Alles Gute zum Geburtstag, du alte Röhre. Wie gern wir durch dich radeln, wenn´s in den Hafen geht! Als kleines Geburtstagsgeschenk einige Impressionen via Foto …

100 Jahre Elbtunnel Hamburg, Weströhre

Und Deine Aufzüge sind unsere treuen Transporter!

100 Jahre Elbtunnel Hamburg Aufzüge Landungsbrücken

… oder auf der anderen Seite:

100 Jahre Elbtunnel Hamburg Aufzüge Steinwerder