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Tag des offenen Denkmals 2011 in Hamburg

Ein volles Programm braucht ein gutes Timing. Wer den Tag des offenen Denkmals in seiner Stadt schon einmal mitgemacht hat, weiß von der guten Planung. Über alle Stadtteile verteilt öffnen sich sonst verschlossene Häuser, Bauwerke und besondere Plätze.

Blick in den Schellfischtunnel Hamburg

Hamburg und sein Fischtunnel

Schellfischtunnel nennen die Hamburger die Hafenbahn von der Elbe bis zum Altonaer Bahnhof. Die Fracht der eingleisigen Bahnverbindung war Ende des 19. Jahrhunderts oft Fisch für die Verarbeitung oder für Räuchereien in Altona und Ottensen. Der Name entstammt dem Volksmund. Den Tunnel selbst gibt es schon länger. Als Verbindung der Häfen Kiel und Hamburg nahmen 1844 die (damals noch) dänischen Baumeister und Stadtherren von Kiel und Altona das Werk in Angriff. Der Altonaer Bahnhof lag zu diesem Zeitpunkt noch am Elbhang. 1895 wurde er nördlich verlegt und die Hafenbahn musste nachziehen, um den Kontakt mit dem Verkehrsknoten zu halten. Unter der heutigen Max-Brauer-Allee verläuft der Tunnel bis hinter das InterCity Hotel am Bahnhof Altona. Bis in die 80er Jahre waren die Bahn und der Tunnel regelmäßig in Betrieb. Durch die Verlagerung des Transports auf die (richtige) Schiene und die Straße wurde 1993 der Verkehr eingestellt.

Besichtigung Schellfischtunnel Hamburger Unterwelten

Tief runter unter die Stadt

Der Tunnel empfängt die Besucher am Eingang Nord (Bahnhof Altona) mit einem kühlen Hauch. Festes Schuhwerk, Taschenlampe und ein wacher Blick nach unten – und eine Reise in die Vergangenheit beginnt. Auf holperiger Strecke geht es zwischen den Schienen abwärts in die Dunkelheit. Die Führung zeigt an verschiedenen Stellen die Besonderheiten. Ein Teil des Tunnels wurde mit einer Betonverschalung versehen, um mehr Stabilität zu gewährleisten. Weiter unter senkten Bauarbeiten den Tunnel etwas ab, um dem darüber stehenden Bahnhof Altona Raum zu geben. Es rumpelt unter den Füßen. Die S-Bahn fährt im Minutentakt noch tiefer im Erdreich.

Schäden an den Schwellen im Schellfischtunnel Hamburg

Dann wird es stiller. Wir sind in der Biegung des Tunnels, dem ältesten Teil angekommen. In den Schwellen der Schiene sind tiefe Scharten. Ob ein Waggon hier entgleiste oder herabhängende Ladung die Schäden verursachte, bleibt auch den Mitarbeitern der Hamburger Unterwelten verborgen.

 Licht am Ende des Tunnels

Langsam holt uns die Realität wieder ein. Es wird heller, der Südausgang am Elbufer wird sichtbar. Ein Baum versperrt das schmiedeeiserne Tor. Die Natur sorgt für das Denkmal. Ein krasser Gegensatz: Geschichte zum Anfassen und nur wenige Meter weiter moderne Architektur und eine Haltestelle mit Edelstahl-Verkleidung. Der Architekt der Büroräume am Elbufer hatte die Hoffnung, dass die Bahnverbindung wieder aufgenommen wird. Schöne Vision: Touristen fahren mit einer Bahn vom Hafen direkt nach Altona. Die Stadtbahn der anderen Art.

Ausgang Schellfischtunnel Elbufer

Besuch in der Geschichte

Regelmäßig veranstaltet der Verein Hamburger Unterwelten mit dem Denkmalverein Hamburg Führungen durch das Bauwerk. Sie finden stets zum Tag des offenen Denkmals Hamburg statt.

Mittelstand @ Kunde – Hamburger Tag des Mittelstands

Unternehmenserfolg durch die Nutzung von Internet und Social Media, Kommunikation und Kundenbindung durch soziale Medien. Das Thema des Jahres 2011 und auch das Thema des Hamburger Mittelstandes, der sich am 20.06.2011 zum achten Mal im Rathaus und der Handelskammer traf.

Strukturen und Wirtschaftsförderung

Damit die Hamburger Wirtschaft weiter optimale Bedingungen für den Erfolg vorfindet, mühen sich Politik und Handelskammer. Ihre Vertreter begrüßten die Gäste des Mittelstandstages im Hamburger Rathaus. Der erste Bürgermeister, Olaf Scholz (SPD) bringt es in wenigen Worten auf den Punkt: „Bildung, Jobs und Social Media“. Inzwischen gehen mehr Ingenieure in Rente, als Nachwuchs aus den Hoch- und Fachschulen kommt. Die Stadt will und muss sich dem Thema Bildung und Ausbildung annehmen, will sie weiterhin Unternehmen und Ideen in der Stadt halten.

Empfang des Senats für den Hamburger Mittelstand

Der Präses der Handelskammer Hamburg sekundiert: „Wir brauchen keine leichte Bürde, sondern einen starken Rücken!“ Fritz Horst Melsheimer zitiert den amerikanischen Präsidenten Roosevelt und beschreibt die Situation des Hamburger Mittelstandes. Der starke Rücken, das sind die Gewerbeflächen und -Immobilien, die es Unternehmern und Gründern ermöglichen, erfolgreich zu sein. Wenn Preis und Lage passen, können sich Unternehmer um ihr Kerngeschäft sorgen. Die baulichen und bildungspolitischen Probleme will Melsheimer gemeinsam mit der Politik angehen. Denn Fachkräftemangel prognostiziert auch die Handelskammer.

Wenn Social Media Unternehmen erreicht

Mit beeindruckenden Zahlen wartet Ludger Wibbelt, Geschäftsführer der Nielsen Media Research GmbH auf. In seiner Keynote lässt er deutlich werden, dass es für Unternehmen keinen Weg an sozialen Medien vorbei gibt. Allein in den ersten vier Monaten bekam Facebook in Deutschland 4 Millionen neue Nutzer. 60 Prozent der Nutzer im Internet tauschen sich in Foren aus. Auch über Produkte und Unternehmen. 80 Prozent der Entscheidungen beim Kauf werden durch Bewertungen von Freunden und Kollegen beeinflusst. Der zügige Einstieg in die Kommunikation mit den Nutzern ist auch für Hamburger Unternehmen Pflicht. Ob sie dabei sind oder nicht – man spricht über die Firma und deren Leistungen oder Waren.

Grafik Max Plank Institut - Wie das Netz reagiert

Geduld beim Einstieg für wenig Geld

Viele Plattformen für die soziale Kommunikation sind kostenlos. Tools zu Befüllen mit Inhalten und zum Monitoring auch. Doch was jeder Unternehmer mitbringen muss, ist eine Strategie und etwas Geduld. Der Erfolg kommt nicht über Nacht. Wichtige Kriterien werden durch aktive Teilnahme erfüllt: Das Unternehmen kommuniziert aktuell und authentisch. Kunden und Interessenten nehmen die Menschen hinter dem Firmennamen wahr. Produkte werden bewertet, empfohlen und durch einen steten Rückkanal der Kunden sogar verbessert. Zu optimierende Details oder unentdeckte Fehlerquellen werden durch die Nutzer benannt. Der Austausch und die Beobachtung der Meinung des Marktes geben ein wertvolles Feedback für das Unternehmen. Und bei schlechten Bewertungen haben sie die Chance, auf den Kunden zuzugehen. So manche Kritik lässt sich durch einen direkten Kontakt entkräften.

Foren in der Handelskammer

Social Media Marketing, Online-Bewertungen, das Werben über Youtube und Apps sowie die Suchmaschinenoptimierung waren die Themen der sehr gut besuchten Foren. In kurzer Zeit geballtes Wissen an die Frau, den Mann zu bringen – keine leichte Aufgabe. Zumal die Zugangsvoraussetzungen bei den Gästen unterschiedlich waren. Trafen sich dort „alte Hasen“, waren aber auch absolute Neueinsteiger dabei. Diesen unterschiedlichen Anspruch konnten die Referenten durch praxisbezogene Beispiele bedienen. Ein Hotelier berichtete über seine Erfahrungen bei der Nutzung der Online-Bewertungen, ein Optiker über seine Arbeit auf Facebook. Und ein Malermeister zeigte seine erfolgreiche Strategie auf Youtube. Kundeninformation und -bindung durch Filme, die die erfolgreiche Arbeit belegen, lassen den Unternehmer sehr authentisch im Netz agieren.

Diskussion in der Handelskammer Hamburg

Fazit des Tages: Unternehmen steigen vermehrt in soziale Medien ein. Kommunikation mit Kunden und Interessenten ist Pflicht. Auch bei Social Media ist Beratung und Strategie eine Voraussetzung für Erfolg. Jeder Tag, den Unternehmer zögern, gibt den Mitbewerbern im Markt einen weiteren Vorsprung.

Nutzen Sie zur weiteren Information auch den Blog http://onlinepr20.wordpress.com/