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17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 – der zweite Tag

Am zweiten Tag des 17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 ging es um nicht minder spannende Themen. Dürfen Roboter Bürgermeister werden? Können Krankheiten aus der Stimme „erhört“ werden? Ist es besser, sich mit den Maschinen zu verbünden? Bei bestem Wetter im Schloßgarten zu Wolfsburg waren die Erwartungen an Referenten und Themen groß.

POLITIK 2028

Im Jahr 2050 wird die KI die Politiker zum Wohle der Gesellschaft abgelöst haben. Dies postuliert Michihito Matsuda, Bürgermeisterkandidat der Tama Provinz, Japan. Seinen Auftritt startet er landestypisch mit dem Zerlegen von Steinplatten per Hand:

Künstliche Intelligenzen entscheiden fair und ohne Bauchgefühl, während sich Menschen von Macht und Einfluss leiten lassen. Nach Matsudas Prognosen wird es dann keine Diskriminierung von Minderheiten und keine Korruption mehr geben. Beim ersten Versuch, gewählt zu werden, belegte der KI-Bürgermeister den dritten Platz.

Und sorgte für große Gemütsregungen in den Lagern der Wähler. Ist er eigentlich legal? Kann eine KI den Wählerwillen umsetzen? Gerechte Chancen für alle, keine Korruption – eine schöne Utopie. Doch die KI fand heraus, das es gefälschte Geschäftsreisen gab und Abrechnungsprobleme. Sicher, das findet ein Beratungsunternehmen oder eine Steuerkanzlei auch heraus. Doch zu welchen Kosten und in welcher langen Zeit? Ein Vorteil der KI in Verbindung mit Quantencomputern ist die zeitgleiche Kommunikation in Masse. KI spricht mit allen Wählern / Bürgern gleichzeitig. Die Vorgänge, Daten und Protokolle werden komplett in Windeseile durchforstet. So können Widersprüche und Schwachstellen schnell und effizient erkannt werden.

Matsudas Kampagne führte dazu, das eine KI Partei gegründet wurde, die bei der nächsten Wahl 100 KI Kandidaten stellt. Moderne Zeiten erfordern moderne Methoden.

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FÜHRUNGSSTRATEGIEN 2028

Der Mensch im human-digitalen Team – das klingt ja spannend. Und ist gar nicht so weit entfernt. Wir nehmen die zunehmende Synthese von Mensch und Maschine nicht so wahr, da uns nicht permanent klobige Roboter über den Weg rollen und Blechkästen zu uns sprechen. Die schon jetzt bestehenden Algorithmen ranken Bewerber, übernehmen einen Teil der Kundenkommunikation per Mail oder Telefon.

Einige Referenten zeigten, wie heute schon in der täglichen Arbeit „Kollege Computer“ dem Menschen assistiert. So berichtet Sheena Urwin, Head of Criminal Justice, Durham Constabulary, England darüber, wie und warum künstliche Intelligenz die Polizeiarbeit wesentlich verbessern kann und muss. Sie sind die einzigen in England und Wales, die das Thema KI auf der Tagesordnung haben und auch einsetzen. KI dient zur Unterstützung der Polizisten, um die besten Entscheidung zu treffen. Sie werten die Taten aus, schätzen ein, ob ein Täter wieder zuschlägt, unterstützen bei Prävention. RoboCop lässt grüßen …

Lesen Sie dazu auch den Artikel zu PRECOBS aus 2015:  https://abendfarben.wordpress.com/2015/06/22/2bahead-die-digitale-verantwortung-leben-in-der-welt-der-wahrscheinlichkeiten/

Yuval Mor, CEO von Beyond Verbal aus Israel sprach über die Erkennung von Echtzeit-Emotionen mittels Emotion AI. Ein Thema für Onlinevertrieb, Krankheitsprävention
und Jobinterviews. Sie brauchen ein Telefon, eine App oder eine hochgeladene Datei.

http://www.beyondverbal.com/ schafft es, nur aus der Tonalität – nicht aus dem Inhalt, dem Wort – eine emotionale Analyse des Gegenübers zu erstellen. Dies ist kein Psychogramm, keine Freud´sche Analyse, sondern die Erfassung der emotionalen Verfassung eines Gesprächspartners. Vocal Biomarker sind derzeit in der Entwicklung. Mor: „Wir erkennen stimmliche Biomarker, die auf Krankheiten hindeuten. Das System kann auf einen bevorstehenden Herzinfarkt hinweisen.“ Unglaublich, möchte der Zuhörer des Vortrages rufen. Probieren Sie es gern aus. Es gibt eine App, die Ihnen innerhalb von 30 Sekunden berichtet, wie Sie emotional „drauf sind“.

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Auch hier ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit: Psyware in einem Vortrag aus 2016 auf  https://abendfarben.wordpress.com/2016/06/14/hyperloop-und-glauben-zukunftskongress-2bahead-wolfsburg-2016/#

DIE TRANSHUMANE GESELLSCHAFT

Jetzt geht es an das Eingemachte. Zack: Arm ab und neuer dran. Schnipp: Organ raus, nachgezüchtetes Organ rein. Augen, die reinste Fehlerquelle. Her mit den Linsen, die auch VR und AR können!

Zoltan Istvan, Gründer der Transhumanist Party, US ist überzeugt: „Um nicht von der künstlichen Intelligenz überrannt zu werden, müssen wir Teil der Maschinen werden.“

Harter Stoff für normalkörperbezogene Menschen, denen schon der Zahnarztbesuch mit Ersatz einzelner Kauelemente ein Graus ist. Denn die Transhumanisten sind davon überzeugt, dass man Krankheiten auslöschen kann. Und zwar grundsätzlich. Die Krankheit hat einen Herd, der Herd muss weg. Nicht die Krankheit alleine. Sie möchten nicht Organe behandeln, sondern austauschen. Es gibt schon bionische Organe. Das künstliche Herz vor Jahren der Anfang, heute wird fehlendes Gewebe oder zu ersetzende Organe mit einem „Biodrucker“ geschaffen.

Istvan: „In zehn Jahren ist das möglich, unsere Körper zu optimieren. Wir können Behinderungen beseitigen, Blinde können wieder sehen, Taube wieder hören.“ Es geht auch um Kryonik, die Möglichkeit, Menschen einzufrieren und wieder aufzutauen. Es gibt Adapter, die es ermöglichen, mit dem Gehirn direkt mit Google Kontakt aufzunehmen.

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Einen Kryo-Forscher finden Sie bei Bedarf übrigens hier:  https://abendfarben.wordpress.com/2015/06/16/2bahead-visiontalk-big-thinking-die-grosen-visionen/

Istvan`s Prognose: In fünf Jahren werden wir Roboter zuhause haben. Eine gute Frage ergibt sich aus der Optimierung des Lebens:

Was passiert mit den Menschen, wenn sie länger leben. Was für gesellschaftliche Aufgaben entstehen mit Überbevölkerung und Menschen, die immer älter werden. Oder schlimmer (?) noch, die Menschen leben ewig? Das war das organische, doch wie verhält es sich mit dem Geist, dem Wissen, den Erfahrungen eines Menschen?

Werden wir unsere Gehirne uploaden? Beziehen wir unser Kraft in einem anderen Körper, einer anderen Form, von der Sonne, oder über Photosynthese? Oder es gibt biologische und Online-Versionen von uns?
Schaffen wir über Bio-3D-Druck Abbilder vergangener Menschen. Und wollen wir das überhaupt? Bei solchen und so vielen Fragen wird dem geneigten Zuhörer schon ganz blümerant zumute. Und Ihnen? Wie fühlen Sie sich jetzt?

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Im Übrigen konnten Sie Freiwillige auf dem Kongress einen RFID-Cip unter die Haus setzen lassen. Auch der Chairman des ThinkTanks, Sven Gábor Jánszky begab sich in die Hände von Dr. Patrick Kramer, , Chief Cyborg Officer und Gründer von DigiWell
https://digiwell.com/

Biohacking mit Pfiff. Notfalldaten, Türschlossöffner, Auto öffnen und starten – nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten. Leider in diesem Land noch nicht verfügbar: Reisen mit Nahverkehr oder Bahn, Einchecken und Auschecken in Hotels per Fingerwisch. Aber das kommt auch noch!

Abgesang oder Ouvertüre?


Der ThinkTank fomuliert es so: „
Wir nähern uns einer Zukunft, in der alles predictive wird: unsere heutige Leistungsfähigkeit, der Stresslevel des Kunden, die Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter und der Verlauf der Emotionen. Das befähigt uns, diese möglichen Zukünfte zu steuern, den prognostizierten Zustand zu befördern oder ihn zu verhindern. Diese Entscheidungen werden wir nicht alleine treffen. Maschinen werden potentielle Entwicklungen und Interdependenzen von Handlungen vorausschauender und schneller berechnen können und möglicherweise die besseren Entscheidungen treffen als jeder Mensch es kann. Die Analytik verdrängt Bauchgefühl und Erfahrung.“

Schön und gut, das der Blechkollege schneller und präziser ist. Aber kann er auch … ?

Herab vom hohen Ross, verehrter Arzt, gebildeter Jurist, langjähriger Makler und erfahrener Steuerberater. JA. Er WIRD es können. Und dann ist der Umbruch radikaler und brutaler, als ihr gelehrten Herren (und Damen – selbstverständlich!) es euch heute auf dem Chefsessel ausmalen könnt. Die Frage ist, was dann? Wissen, Kombination davon, Vorhersage und Entscheidungen verlagern sich datengestützt (und das meint sehr sehr sehr viele Daten) Richtung KI. Google Assistant oder Alexa von Amazon sind da nur ganz zarte Vorgeschmäcker.

Menschen (Kunden) haben nicht nur einen Assistenten, sondern viele. Der Reisebucher checkt mit dem Kalender, dem Wetter, dem Carsharer und dem Versicherer gemeinsam, welche Route in welchem Level am Soundsovielten für kleines Geld machbar ist. Und die Assistenten handeln untereinander (!) Deals aus. Das fertige Ergebnis kommt auf´s Handy, wenn es das dann noch gibt inkl. CheckIns, Bordkarten und Menüvorschlag für den Lunch in Timbuktu.

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Ende vom Lied: Reisebüros, Autovermieter, Versicherungen, Fluggesellschaften, Hotels und Restaurants werden in ihrer Verwaltung obsolet. Das die Rechnungen automatisch an die Firma und die Steuerapp geht, ist klar. Und das Finanzamt (wenn es das dann noch gibt) bekommt die Abrechnung in Echtzeit. Und wenn doch etwas schief geht, kloppt sich der Rechtsassistent mit dem Reiseassistenten digital und erwirkt einen Gutschein für die nächste Reise.

Nochmals 2bAHEAD: „Vielmehr werden alle diese Berufe zu Coaches werden. Die akzeptieren dass Computer es besser wissen. Aber sie setzen auf die Computerexpertise jeweils noch das menschliche Element drauf: Sie werden dann dafür bezahlt, andere Menschen zu motivieren, zu begleiten, zu kritisieren und zum nächsten Entwicklungsschritt zu bringen. Welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich aus dieser neuen Rolle des Menschen? Wie wird unser Maschinenbild 2028 aussehen und welches Menschenbild wird eine Maschine haben?

Sie sehen, die Zukunft ist a) schon da, wird b) spannend und betrifft c) Sie persönlich. Sind Sie bereit dafür? Wenn nicht, fangen Sie d) sofort damit an …

 

PS: Die Artikel zum Zukunftskongress sind keine Komplettberichterstattung. Zum einen ist es ob der zahlreichen Vorträge alleine gar nicht zu schaffen. Zum anderen wähle ich Themen aus, von denen ich mir Interesse und Leserschaft versprechen. Ich bitte dies freundlich zu beachten.

 

 

 

 

 

 

17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 – der erste Tag

Evolution ist die Fortsetzung der menschlichen Entwicklung durch die Technik

Starker Tobak! 2BAHEAD: „Bis 2028 werden Maschinen viel intelligenter sein und einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft benötigen, vielleicht sogar selbst einfordern. Wie wird dann das Zusammenleben von Mensch und Maschine aussehen und wo werden (noch) Unterschiede zwischen den zwei Spezies bestehen?“
Sind wir gewappnet für die kommenden zehn Jahre, die nach Sven Gábor Jánszky, dem Leiter des ThinkTanks, die größte Relevanz für unsere Lebens- und Arbeitswelten haben werden?

Fragen über Fragen, deren Antwort die fast 300 Besucher des Zukunftskongress in Wolfsburg erhoffen, In der Pressekonferenz fielen die entscheidenden Worte dazu:

Mächtige, Innovatoren, und Verrückte sind dabei, diese Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf zu stellen. Mondbesiedlung? In Planung inklusive UMTS-Netz und aus dem Drucker kommenden Rover! Wer die – sicherlich unglaublichen – Zeichen der Zeit nicht erkennt, hängt hoffnungslos hinterher. Lösen wir uns von Althergebrachtem, nehmen wir Neues an. Oder es überrennt uns in Lichtgeschwindigkeit. Unternehmen, die keinen – Zitat – geilen Scheiß machen, finden in Zukunft keine adäquaten Mitarbeiter mehr. Legen Sie los!

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KUNDENDIALOG 2028

Oliver von Ameln, CEO der adesso insurance solutions, schockt die Old Economy:
„In 10 Jahren spricht keine Versicherung mehr mit ihrem Kunden.“ 
Wie jetzt? Adaptive Services und keine Kundensegmente aus den 90ern. Der Kollege Bot übernimmt. Punkt. Das geht so:

Organische Kommunikationsprozesse wider Millionen Kundendaten ist ein Widerspruch in sich. Das kann kein noch so geschulter Mitarbeiter mehr leisten. Schon gar nicht in Echtzeit und über die reden wir hier. Synchrone Kommunikation bedingt vollständiges Verstehen und Bearbeitung des Vorgangs. Die Chatbots übernehmen, ausgestattet mit KI, die Kommunikation.

Achtung! Denkfehler!

Nicht der Kunde spricht mit dem Bot. Sondern der digitale Avatar regelt die Angelegenheit zwischen Kunde und Firma. Er wird vom Kunden beauftragt, Verhandlungen mit dem Bot der Versicherung zu führen. Huiii, das geht ab! Es gibt keine serielle, sondern eine parallele Kommunikation in Zukunft. Nicht einer, sondern viele Assistenten. Diese werden unsere intensivsten Gesprächspartner. Und die machen dann …

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Der Gedanke keimt auf, da hängen wir uns als Unternehmen dazwischen. Vergessen Sie das! Ganz schnell! Die Kundenschnittstelle ist nicht zu gewinnen, wenn es Google gibt. Und die „gute alte“ KI. Eine Konsequenz: Das bedeutet auch ein digitales Präkariat oder eine Digitale Elite. Letztere unter Preisgabe aller Daten. Damit Kollege Bot schalten und walten kann. Zu unserem Nutz und Frommen. (Entschuldigen Sie den Ausflug in das Vergangene …) Die andere Konsequenz ist, sich mit dem Gedanken anzufreunden. Wir reden hier NICHT über Jahrzehnte, sondern über einen DEUTLICH kürzeren Zeitraum. 

Die Alternative dazu? Gibt es. Shruti Malani Krishnan, Co-Founder Powr of You, postuliert:
„Data ownership ist jetzt ein universelles Recht“

Drehen wir den Spieß um! Datenverwaltung durch Menschen heißt Handel mit eigenen Daten. Die bekommt nur, wer dafür bezahlt. Unsere Daten sind nicht das neue Öl, denn Öl ist eine konsisstente Ware. Jeder Tropfen gleich – abgesehen vom Börsen-Auf-und-Ab.

Doch persönlichen Daten sind einzigartig, individuell, unterschiedlich. Damit haben sie auch einen eigenen, speziellen Wert. Lassen Sie uns damit Geld verdienen und geben Sie diese nicht mehr freiwillig und kostenlos heraus! (Später dazu noch mehr…)

ALARM! DECKUNG! Liebe Agenturen, halten Sie sich bitte fest! Wenn die Werbung dank genauer persönlicher Daten nur noch maßgeschneidert wird, gibt es ein Sterben in der Werbeindustrie. Gießkanne ist nicht mehr. Der Markt für diese Dienstleistung schrumpft, und zwar gewaltig!

Krishnan: „Des Rechts auf Privatsphäre muss sich der Kunde / Mensch wieder bewusst werden und es sich zurückholen. Wie? Monetarisierung ist der Hebel und Daten sind die Währung. Tolle Idee.

In diese Kerbe haut auch Julian Ranger, CEO von digi.me mit seinem Vortrag
„The Internet of Me – Angriff auf die Big 5 mit einem revolutionären Privacy by Design.“

Ranger: „Wir müssen mehr machen mit den Daten, nicht weniger.“ Bei Digi.me liegt die Vorausschau der eigenen Daten. Sie sind in der Cloud und gesichert. Das Unternehmen hat keinen Einblick in diese Daten. Der Kunde entscheidet, an wen seine Daten gehen, wofür und in welchem Zeitraum. Zwei Unternehmen, die selbe Denke. Pfiffig, keine Frage!

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MARKE 2028

Julika Prenzel, Executive Director Brand Strategy, Superunion, beginnt mit dem Satz:
Es wird fluffig.“ Doch das meint sie ernst. Ihr geht es um die Kundenzentriertheit diverser Unternehmen. Denn Kunden denken kategoriegenerisch. Konsumenten sind reaktiv, nicht proaktiv. Sie bevorzugen eher optimierte vorhandene Produkte. Wie gehen Unternehmen damit um?

Marketing: Hey, lass uns hipp sein. Wir machen eine quietschebunte Cartoonwelt aus unserem millionenschweren DAX gelisteten Unternehmen. YO! Nun, kann man machen, ist aber Murx.

Prenzel: „Die eigene Idee ist wichtig, ein eigener Kompass die Maßgabe und das Produkt ist der Held.“ Beispiel – natürlich – Apple. Denn der „mündige“ Verbraucher ist nicht mündig. Der braucht das Diktat der Marke.

Als Symbol bemüht sie die Generation Y. Die wurden befragt. 50 Prozent von ihnen werden CEOs quietschebunter DAX gelisteter millionenschwerer Konzerne. Und dafür soll sich das quietschebunte DAX gelistete millionenschwere Unternehmen an die persönlichen Erfordernissen der Generation Y anpassen. So von Freiheiten und Arbeitszeiten her und so. Entschuldigung, die Ironie musste jetzt sein.

Haben Sie – Sorry – den Arsch in der Hose, ihr Produkt nach außen mit- nunja – Schmackes zu vertreten, oder lassen Sie sich von den Kunden auf dem Markenkern herumtrampeln. Denken Sie bitte darüber nach.

(Der Autor hat sich erlaubt, das MarketingDengLeutsch der Referentin zu glätten. Vong Lesefluss her.)

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Der folgende Referent Raimund Bau, CEO von SO1 brachte weiteren Schwung in die Diskussion.

„Marken werden nur noch ein erster Qualitätsindikator sein, denn das Ökosystem eines Produktes wird der entscheidendste Verkaufsfaktor sein, nicht mehr die emotionale Aufladung durch qualitative Werbung.“ Und mit Öko meint der nicht Grünzeuch. Sondern Drumrum. Warum ist das so. In 1990 gab es 7000 und heute gibt es 40000 Artikel im Supermarkt. Circa 3000 (!) Markenbotschaften erreichen den Konsumenten täglich. Gleichzeitig aber nimmt die Markenloyalität ab. 40% des Umsatzes besteht aus Eigenmarken der Handelskonzerne. 50% des Umsatzes wird durch kleine und kleinste Marken gemacht.

Was bewegt dann einen Kunden, der in der Vielfalt ersäuft wird, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung zu buchen? Inhaltsleeres Marketing ist immer unwichtiger ob der schieren Vielfalt. Das Ökosystem des Produktes nimmt an Wichtigkeit zu und damit die umgebende Botschaft des Unternehmens. Wie geht es mit seinen Mitarbeitern um? Welche Umweltstandards kann es einhalten? Engagiert es sich für soziale bzw. gemeinnützige Zwecke.

Machen Sie sich bitte Gedanken um Ihr Ökosystem!

2028 – WIE VIEL MENSCH VERTRÄGT DIE ZUKUNFT?

Der Chairman von 2bAHEAD, Sven Gábor Jánszky, lässt tief blicken. In seinem neuesten – noch unveröffentlichtem – Buch blickt er weit voraus. Wie es sich für einen Zukunftsforscher gehört.

Es gibt zwei Blickwinkel der Menschen. Die eine, so Jánszky, ist die Prognose der Dichter und Denker: Es wird langsam alles besser. Dauert, braucht seine Zeit, schauen wir mal.

Die andere kommt von den Verrückten, Spinnern, Machern, von denen einige auf dem Zukunftskongress anwesend sind. Sie denken 100 Jahre weiter. Vielleicht nicht mehr lange hin, und der Mensch wird mittels BioHacking und LiveFood 120. BÄÄMM! Jánszky nennt es den Reality Gap. Der Dissens der Altvorderen und der Neuvorderen.

Als Beispiel zitiert er den Chef der Draper University in Silicon Valley. Gefragt nach den drei wichtigsten Dingen, die anstehen …

Nein, jetzt mal Sie! Was meinen Sie? Ganz ehrlich, ohne Schummeln?

Na.

Kommen Sie drauf?

Überlegen Sie!

Und?

Draper:

Blockchain
Immortality
Space

Die spinnen doch, das ist doch verrückt! Genau. Und deswegen sind sie auch so erfolgreich. Möchten Sie auch erfolgreich sein?

DANN FANGEN SIE VERDAMMT NOCHMAL AN, VERRÜCKT ZU DENKEN!

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Medical Food und 3D-Druck von Organen sind die Voraussetzung, das wir 150 werden können. ZACK. Wir steuern auf eine Welt der (Jánszky) Quantum Machine Learning Blockchain zu. BINGO! Mit lecker Bot economy. TSCHACKA! Tja, das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder?

Permanente Voraussage der Zukunft Dank Quantum Computing ist möglich. Und wir reden hier nicht über das Wetter von Morgen. Sondern über noch nicht ausgesprochene Kündigungswünsche von Mitarbeitern. Über Super-Früherkennung von Krankheiten. Über Warenbedarfe oder Verkehrsströme nächste Woche. Weltweit. BOOM!

Was passiert dann, wenn, alles vorausgesagt werden kann? Können Kriege verhindert, Kinder passgerecht erzeugt und Beerdigungen auf den Tag genau vorbereitet werden? Und was passiert mit Kumpel Bot? Bekommen elektronische Dingsis eine Rechtsform? Und was ist mit der Ethik?

Lesen Sie hier gern mehr über Strafrecht für Maschinen: https://abendfarben.wordpress.com/2016/06/14/hyperloop-und-glauben-zukunftskongress-2bahead-wolfsburg-2016/

Theoretisch: Wenn KI berechnen könnte, ob und wann jemand geheilt werden kann. Unter der Bedingung, dass alle Menschen alle Daten freigeben müssen, damit die Datenmenge groß genug ist, um präzise zu sein. Was dann? Nee, der Nachbar, der olle Zausel. der nicht! Haben Sie Kopfkino? Super! Das soll so sein. Machen Sie sich bitte umfangreiche Gedanken um Morgen oder Übermorgen! Das Gute, so Jánszky: Die Wahrscheinlichkeit, das Technologie den Menschen menschlicher macht, ist höher. Schauen wir mal… Die Evolution ist nicht zu Ende, sie geht in den technischen Fortschritt über. Dem müssen wir uns stellen.

Transformation heißt vorhandene Denkprozesse zu durchbrechen. Jeder braucht entweder seine Krise, die Not, zu handeln. Oder er schafft es, diesen Durchbruch zu wagen. Fangen Sie bitte heute damit an. Ich liebe die Zukunft, denn wir werden sie gestalten. Ein schönes Schlusswort eines Zukunftsforschers …

 

 

PS: Die Artikel zum Zukunftskongress sind keine Komplettberichterstattung. Zum einen ist es ob der zahlreichen Vorträge alleine gar nicht zu schaffen. Zum anderen wähle ich Themen aus, von denen ich mir Interesse und Leserschaft versprechen. Ich bitte dies freundlich zu beachten.

 

 

2b ahead zukunftskongress 2012 3d brillen

16. Zukunftskongress 2b AHEAD in Wolfsburg eröffnet

Wir berichten Live und in Farbe vom 16. Zukunftskongress 2b AHEAD am 20. und 21. Juni 2017 in Wolfsburg. Seit 2011 begleiten wir den 2bAHEAD Zukunftskongress – ein Forum der Innovation, ein Treffpunkt der Denker und Lenker.

Es ist eine Ehre, in dem Kreis der CEOs, Wissenschaftler, Forscher und Planer eintreten zu dürfen und einmal jährlich eine Vorausschau auf die nächsten 10 Jahre zu erhalten. Sicherlich – Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Aber es lassen sich Entwicklungen ableiten, Theorien bilden und mögliche Szenarien durchspielen.

Es gibt natürlich einen Twitter-Stream, der von den Teilmehmern des Kongresses aktuell gespeist wird. Diesen finden Sie unter dem HHastag #zuko17 hier…

Mittendrin, statt nur dabei:

Aktuelle Einblicke und Zitate finden Sie auf dem Abendfarben Twitter Account …

Im Laufe des Tages lesen Sie Berichte und Bilder auch auf dem Abendfarben Blog. Naturgemäß ist es so viel Input, dass eine umfangreiche Berichterstattung Ihren Abschluss erst Tage nach dem 16. Zukunftskongress 2b AHEAD in Wolfsburg findet.  Nicht nur der Kopf, auch die Kladde – altertümliches papiernes Dings aus vordigitaler Zeit – sind brechend voll.

Danke für Ihren Besuch auch nach dem 16. Zukunftskongress 2b AHEAD in Wolfsburg auf unserem Blog.

Mit einem Klick sind Sie auf unsere eigens eingerichteten Seite zum Zukunftskongress 2b AHEAD mit dem Archiv aus den letzten Jahren: KLICK!

 

 

 

 

2bahead zukunft kongress wolfsburg 2017 by abendfarben tom koehler

16. Zukunftskongress 2b AHEAD am 20. und 21. Juni 2017 in Wolfsburg

Zeitreisen sind ein alter Menschheitstraum. Zurück, um Dinge oder Ereignisse zu ändern oder vorwärts, um zu schauen, was auf einen zukommt. Diese Technologie ist derzeit nicht verfügbar. Einen Blick in die Zukunft gewährt aber trotzdem der

16. Zukunftskongress des ThinkTanks 2b AHEAD am 20. und 21. Juni 2017 in Wolfsburg

Wie alle Jahre berichten wir live und in Farbe von den spannenden Themen und interessanten Gästen. Unser Dank an dieser Stelle an das 2b AHEAD Team, welches eine professionelle Organisation zur Grundlage von zwei äußerst interessanten Tagen in Wolfsburg macht. Der Kopf ist danach übervoll und die gehörten und gesehenen Dinge beschäftigen uns noch Wochen danach.

Das Programm dieses Jahr steht unter dem Titel  Think Quantum – the prediction of everything. Wie Predictive Enterprises unsere Kunden, Produkte und Prozesse verändern...

Lesen Sie via Link noch mehr zum Programm.

Vorhersage aus riesigen Datenmengen

Während sich ein Großteil der Unternehmen noch mit der Strukturierung und Auswertung immer größerer Datenmengen beschäftigen, geht die Vorausschau bei 2b AHEAD so:

“ Aus riesigen, exponentiell wachsenden Datenmengen erstellen sie mit den richtigen Werkzeugen und den richtigen Fragen präzise Vorhersagen über Kundenbedürfnisse, Produktanforderungen und Marktveränderungen. Predictive Enterprises steuern jegliche Unternehmensprozesse auf Basis dieser Prognosen. In zehn Jahren wird der Einsatz von Predictive Systems vollkommen normal sein. Das Vorausrechnen und –handeln wird verändern, wie, womit und mit wem wir arbeiten.“ (Quelle 2b AHEAD)

Vorausschau der kürzeren Art – dieses Jahr betreffend – vom Leiter des ThinkTanks Sven Gabor Janszky lesen Sie hier:

Zukunftsforscher Janszky: „2017 wird ein gutes Jahr! Aber ich habe Angst vor der Ahnungslosigkeit der Politik!“

Mit einem Klick sind Sie auf unsere eigens eingerichteten Seite zum Zukunftskongress 2b AHEAD mit aktuellen Berichten und dem Archiv aus den letzten Jahren: KLICK!

2bahead zukunft kongress wolfsburg 2016 by abendfarben tom koehler (11)

Zukunftsforscher Janszky: „2017 wird ein gutes Jahr! Aber ich habe Angst vor der Ahnungslosigkeit der Politik!“

Wir begleiten seit Jahren den Zukunftskongress 2bAHEAD. Der Leiter des ThinkTanks, Sven Gabor Janszky, antwortete in einem Interview zu den Aussichten für das nächste Jahr 2017. Mit freundlicher Genehmigung von 2bAHEAD geben wir einen Auszug des Interviews zum Nachdenken und Nachjustieren der geneigten Leserschaft mit auf den Weg:

Viele von uns haben das Jahr 2016 als Chaos-Jahr empfunden: Terror, Brexit, Trump-Wahlen. Wird es 2017 genauso weitergehen?

Sven Gabor Janszky: Ehrlich gesagt habe ich 2016 nicht als Chaos-Jahr empfunden. In Deutschland gibt es weniger Arbeitslose, der DAX geht von einem Höchststand zum nächsten, die Unternehmen verdienen sehr viel Geld, die Menschen verdienen und konsumieren mehr und wir haben die Flüchtlingskrise in den Griff bekommen. Uns geht es wirklich besser als vor 12 Monaten. Allerdings wird unsere Wahrnehmung von einer Reihe von Ereignissen in der Welt dominiert, die für viele unerwartet waren. Dass viele Menschen davon überrascht sind, ist klar. Aber als Chaos kann das nur jemand empfinden, der Veränderungen fürchtet. Ich selbst freue mich auf Veränderungen, denn sie bieten immer eine Chance zum Besseren.

Was ist der wichtigste Trend für Deutschland im Jahr 2017?

Sven Gabor Janszky: Es ist die digitale Spaltung unserer Gesellschaft. Weil wir 2017 eine Bundestagswahl haben und das ganze Jahr vom Wahlkampf geprägt wird, werden wir diese digitale Spaltung überdeutlich erleben. Der Grund ist einfach zu erklären: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Zukunftsbilder der verschiedenen Teile der Gesellschaft radikal unterscheiden. Die jungen Menschen in den Großstädten stellen sich ihre Zukunft als positives Ergebnis einer rasenden, technologischen Veränderung vor. Sie nutzen intelligente, digitale Assistenten, leben gesünder und länger, sind höchstgebildet, sind gefragte Arbeitskräfte, verdienen viel Geld und leben ihr Leben als Patchwork immer neuer Möglichkeiten und Herausforderungen. Dieses Zukunftsbild entsteht auf Grundlage der exponentiellen Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung. Zugleich gibt es Menschen, vor allem ältere Menschen außerhalb der Großstädte, die diese rasante Entwicklungsgeschwindigkeit nicht kennen oder nicht kennen wollen. Sie prognostizieren ihr eigenes Zukunftsbild auf Basis des Stillstandes und der Vergangenheit. Ihr Motto ist das von Donald Trump: „Make us great again!“.

Wir haben also in der Gesellschaft schon heute zwei Zukunftsbilder, die sich diametral unterscheiden. Bei Abstimmungen und Wahlen prallen dann plötzlich diese Zukunftsbilder frontal aufeinander. Da merken die Menschen dann, dass es auch die anderen gibt, von denen sie bisher keine Ahnung hatten. Genau dieses Phänomen hat zum Brexit geführt, zur Trump-Wahl, zum Rücktritt von Renzi in Italien, zur unversöhnlichen Kampagne um die Präsidentenwahl in Österreich. Und im Bundestagswahljahr 2017 werden wir exakt dieses Phänomen in Deutschland haben. Wie wir diese beiden Zukunftsbilder und Gruppen zusammenkriegen, wie wir eine Brücke bauen, dass wir von derselben Zukunft dieses Landes reden, das wird das größte Thema sein. Dies wird unser Land im kommenden Jahr prägen.

2b ahead zukunftskongress 2012 3d brillen

Das klingt nach gesellschaftlichem Zwist. Warum halten Sie das dennoch für ein gutes Jahr?

Sven Gabor Janszky: Weil ich glaube, dass es Deutschland gelingen wird, diese Brücken ansatzweise zu bauen. Ich bin fast sicher, dass Deutschland im Jahr 2017 der Welt einen Weg zeigen kann, wie man mit diesem weltweit bekannten Problem umgehen kann. Ich bin deshalb so optimistisch, weil wir in unserer Mehrparteiendemokratie die Lösung dafür schon angelegt haben. Lassen Sie mich das erklären: Der Grund warum bei Brexit, Trump, Renzi und Hofer die beiden Zukunftsbilder so frontal aufeinander geprallt sind, liegt in dem starren bipolaren politischen System. Immer wenn man die die Masse der Menschen zu einer Ja/Nein-Abstimmung, Links/Rechts-Entscheidung oder Republikaner/Demokraten-Votum zwingt, wird eine Konfrontation künstlich aufgebaut, die eigentlich gar nicht da ist. Plötzlich gewinnt Donald Trump eine Wahl, obwohl er nur 19% der Gesamtwähler auf sich vereint. Bei der Bundestagswahl wird es anders sein. Natürlich wird auch hier die AfD auf 10-15 Prozent kommen. Dies kann man nicht weg diskutieren, denn es gibt die Menschen, die für sich einen guten Grund erkennen, die AfD zu wählen. Aber unser pluralistisches System wird ihre Bedeutung zurecht schrumpfen, auf das was sie wirklich ist: Eine Minderheitsmeinung zwischen vielen anderen Minderheitsmeinungen. Die westliche Welt wird gut daran tun, dies zu erkennen.

Das klingt als hielten Sie den weltweit eingezogenen Populismus für nicht schlimm. Aber der Brexit oder die Trump-Wahlen verändern doch real wirklich unsere Welt. Das kann man doch nicht ignorieren!

Sven Gabor Janszky: Nicht ignorieren, aber ins Verhältnis setzen. Der wirkliche Gestaltungsspielraum eines US-Präsidenten ist doch sehr limitiert. Im Vergleich zu den wirklich großen Entwicklungen in den Technologiebranchen, schrumpft die Macht des angeblich mächtigsten Mannes der Welt auf Zwergenniveau.

Wie meinen Sie das? Können Sie konkrete Beispiele dafür geben?

Sven Gabor Janszky: Die Genetik wird bis zum Jahr 2019 die Kosten für die Komplettanalyse einer individuellen menschlichen DNA auf unter 100 Dollar senken. Dies kann jeder der Leser dieses Interviews bezahlen. Das ist die Basis dafür, dass wir in den Jahren danach die schlimmsten Krankheiten der Welt therapieren können, an denen unsere Elterngeneration noch gestorben ist. Die Autobranche wird bis 2025 selbstfahrende Autos ohne Lenkrad und Gaspedal auf den Markt bringen. Damit wird Mobilität nahezu kostenlos. Menschen können ihre Fahrzeiten für Sinnvolleres nutzen, als am Lenkrad zu drehen. Technologie schenkt den Menschen also einige der wichtigsten Dinge: Gesundheit, Zeit und die Lösung der größten Menschheitsprobleme wie Energie, Hunger und Wasser.

All diese Entwicklungen sind möglich, weil wir intelligente Computer bekommen werden. Diese werden in etwa 30-40 Jahren sogar die menschliche Durchschnittsintelligenz erreichen und übertreffen. Die wirklich wichtige Frage ist: Wie werden wir und unsere Kinder in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts als „zweitintelligenteste Spezies der Welt“ leben? Wer sich wirklich fürchten will, der sollte sich davor fürchten. Bei allem Respekt: Verglichen mit diesen absehbaren technologischen Entwicklungen schrumpft der Einfluss des kommenden US-Präsidenten fast unter die Wahrnehmungsgrenze.

2bahead zukunft kongress 2015-04 by abendfarben

Sollten wir uns also vor der Technologie fürchten? Haben Sie Angst vor der weiteren Zukunft?

Sven Gabor Janszky: Ja und nein. Wir reden jetzt nicht über das Jahr 2017, sondern etwa über 2050-2060. Bis dahin haben wir noch 30-40 Jahre Zeit einige wirklich große Herausforderungen zu meistern. Diese Zeit werden wir auch brauchen, denn es sind große Fragen von bisher nie dagewesener Komplexität. In der Menschheitsgeschichte hat es bisher noch nie solch eine riesige Herausforderung wie die Entstehung einer übermenschlich intelligenten Spezies gegeben. Aber ich bin trotzdem optimistisch, denn die Menschheit ist Weltmeister in der Anpassung an sich verändernde Umwelten. Ich bin sicher, dass die Menschheit es schaffen wir, sich eine positive und lebenswerte Zukunft zu gestalten.

Aber ich will auch klar zugeben, dass ich durchaus Ängste habe. Nicht wegen der technologischen Entwicklung, sondern wegen der aktuellen Ahnungslosigkeit und Untätigkeit unserer Politik und Gesellschaft. Wir Zukunftsforscher haben diese aus unserer Sicht größten zu lösenden Zukunftsfragen schon vor vielen Jahren an die deutsche Politik geschickt. Es gab bisher nie eine Antwort. Wenn wir aber nicht jetzt anfangen, die anstehenden Fragen und entsprechende Regulierungen zu debattieren, dann wird es irgendwann zu spät sein. Denn die Menschheit wird nur in den frühen Entstehungsphasen der übermenschlich intelligenten Computer einen Einfluss auf deren Zukunft nehmen können. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird es zu spät sein. Ich habe Angst, dass die Politik aus purer Ahnungslosigkeit und Nichtkenntnis diese größte Verantwortung nicht wahrnimmt.

Welcher Trend wird den Alltag der Menschen im nächsten Jahr besonders stark verändern?

Sven Gabor Janszky: Die meisten von uns werden anfangen mit unseren Telefonen zu reden. Denn auf den Smartphones wird werden die Apps langsam ersetzt durch intelligente Assistenten. Wenn man heute mit den Entwicklern in China und im Silicon Valley redet, dann programmieren schon kaum mehr Apps, die programmieren intelligente Assistenten. Das heißt: In Kürze werden auf unseren Handy Assistenten erscheinen, mit denen wir intelligente Gespräche führen können. Das wird unser aller Leben beeinflussen.

 

Zum Zukunftskongress und der laufenden Berichterstattung lesen Sie hier freundlich weiter:

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

 

 

 

2bAHEAD Zukunftskongress 2015

2bAHEAD Zukunftskongress 2015

Seit 2011 begleiten wir den 2bAHEAD Zukunftskongress – ein Forum der Innovation, ein Treffpunkt der Denker und Lenker. Es ist eine Ehre, in dem Kreis der CEOs, Wissenschaftler, Forscher und Planer eintreten zu dürfen und einmal jährlich eine Vorausschau auf die nächsten 10 Jahre zu erhalten. Sicherlich – Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Aber es lassen sich Entwicklungen ableiten, Theorien bilden und mögliche Szenarien durchspielen.

2bahead zukunftskongress 2015 wolfsburg

Es ist nur eines sicher – das nicht sicher ist. So Trendforscher Sven Gábor Jánszky, Scientific Director des 2b AHEAD ThinkTanks, der zum Stellsichein der besonderen Art lädt.

Um Ihnen die Artikel zu den jährlichen Kongressen schnell zugänglich zu machen, finden Sie hier die Links dazu:

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

2025 – So arbeiten wir in der Zukunft

Zukunft erforschen – das ist eine der größten Herausforderungen für Wissenschaftler. Das zweite Buch aus der Reihe ist erschienen. Sven Gábor Janszky und Lothar Abicht werfen einen Blick in die Arbeitswelt im Jahr 2025. Mit spannenden, unglaublichen und intensiven Ergebnissen. Und der Verpflichtung, sich der Dynamik und den Konsequenzen zu stellen.

Unternehmen der Zukunft

Der wichtigste Satz des Buches: Erfolgreich sind die Unternehmen, die es schaffen, die richtigen Talente zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu versammeln.* Um das in einem hart umkämpften Markt der Arbeitskräfte zu schaffen, gilt es, mehr über diesen zu erfahren. Unsere Zukunft ist unsicher. Das ist die Herausforderung, die nicht mehr weichen wird. Unsicherheit ist ganz sicher! Ade, du klare, übersichtliche Welt.

Das Internet der Dinge verändert unser Arbeiten. Wenn zahlreiche Gegenstände vernetzt sind, wenn Assistenten und Geräte – mit einer IP versehen – Teil den Internets werden, ändert das unsere Arbeit. Und es ändert unsere Art, zu Ergebnissen zu kommen. Entscheidend wird dann, eine Aufgabe zu bewältigen. Der Ort, an dem das geschieht und der Zeitaufwand dafür sind nicht mehr relevant. Ein 8-17-Uhr Job an einem festen Arbeitsplatz gehört der Vergangenheit an. Die riesigen Datenmengen der Assistenten und Dinge in der Cloud sind mehr, als ein Fall für den Datenschutzbeauftragen. Sie dienen dazu, die Bedürfnisse des Nutzers zu erkennen, noch bevor er sich dessen bewusst wird. Es geht um das Prognostizieren seiner Wünsche.

Experten – quo vadis?

Intelligente Software, Systeme zur Prognose und gewaltige Datenmengen haben aber auch Auswirkungen auf Arbeitsplätze. Technik macht Berufe überflüssig. Die Anfänge sehen wir heute schon. Bewertungsportale, mobile Geräte und Datenbanken erleichtern die Suche und Auswahl von Dienstleistungen oder Waren. Wenn Systeme die Wünsche der Kunden kennen, schlagen sie ihnen schon optimierte Produkte vor. Die Autoren nennen das eine Devaluation des Expertentums. Doch Technologie alleine ist noch nicht alles. Vertrauen bildet einen wichtigen Pfeiler von Entscheidungen. Schon heute fallen diese durch Verbindung mit Freunden oder anderen Käufern über soziale Netzwerke und Bewertungsportale. Der strategisch entscheidende Punkt an Geschäftsmodellen der Zukunft ist ein emotionaler: Wem vertraue ich? Transparenz UND Vertrauen wird die Firmen der Zukunft auf dem Markt bestehen lassen. In einem Wust von Informationen und dem Ertrinken in Wahlmöglichkeiten wird dies die harte Währung werden.

2025 so arbeiten wir in der zukunft by abendfarben

Mit 66 Jahren …

Wir werden immer älter. Das ist Fakt. Und wir haben keine Lust auf Hängematte. Sagen die Autoren. Arbeit macht auch im Alter Spaß, gibt Lebens-Sinn und ist ein Bedürfnis. Schon heute grasen Unternehmen die „Alten“ ab, um sich deren Erfahrung und beruflichen Kenntnisse zu sichern. Das wird mit zunehmender Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung noch zunehmen. Anerkennung und Zugehörigkeit sind Urerfahrungen der Menschen. Familie und Beruf – schon heute ein Schlagwort. Das Ringen um die besten Arbeitskräfte zwingt auch zum Umdenken in Unternehmen. Um sich die Experten für ihre Projekte zu sichern, werden Firmen sehr intensiv das private Umfeld ihrer High Potentials unterstützen. Der Betriebskindergarten wird dann zum Kriterium, die Arbeitszeitregelung und Betriebswohnung zum Bonus. Und aus einem Angebots- wird ein Nachfrage-Markt. Menschen entscheiden, in welchem Unternehmen, in welchem Projekt und an welchem Ort sie arbeiten. SIE wählen aus, nicht die Unternehmen.

Zeugnis der Zukunft

Kopfnoten, Leistungskurs und Wahlfach – was ist das? Arbeitskräfte der Zukunft müssen in einer komplexen und fluiden Welt außer ihren beruflichen Fähigkeiten noch mehr intus haben. In einer unsicheren und schnellen Welt zählen weitere Kompetenzen: strategische Handlungsplanung, Folgenabschätzung, Problemlösungsfähigkeit sowie emotionale und soziale Stabilität. Dazu wird die Bewegung und Kommunikation in einem weltumspannenden Netzwerk zwingend notwendig. Das teilt auch die Arbeitskräfte der Zukunft in zwei Klassen. Bin ich in der Lage, mit moderner Technologie umzugehen, Kontakt aufzubauen und zu erhalten? Bin ich in der Lage, Projekte mit Kollegen auf allen Kontinenten zu meistern? Die oft beklagte Schnelligkeit und Komplexität wird zum status quo. Vernetzung wird zur Kulturtechnik. Digitale Assistenten, Smartphones, Messengers und Comunitys sind die Werkzeuge der Zukunft. Im Jahr 2025 muss man es sich im wahrsten Sinne des Wortes leisten können, KEIN Digitalexperte zu sein.

Schöne neue Welt?

Knapp 300 Seiten voller unglaublicher, kaum fassbarer Visionen lassen sich nicht in einer kleinen Rezension unterbringen. Was nimmt der Leser mit? Das IPad von heute ist wie das erste Handy von 1993. Technologie treibt voran, ändert unser Leben und unsere Arbeit. Technologie wird manches vereinfachen, aber auch den Markt – besonders den Arbeitsmarkt – verändern. Der Communicator von Käptn Kirk aus der Enterprise ist heute Wirklichkeit. Dazwischen liegen 40 Jahre. Die Taktraten der Technik verkürzt sich, die IT-Systeme werden hochleistungsfähig. Vernetzung ermöglicht Zugriff auf immense Daten. Diese Daten erlauben Rückschlüsse und Prognosen zu Produkten, Kunden und auch Jobs. Es hilft nichts: Bleiben Sie am Puls der Zeit! Lernen und nutzen Sie Geräte und Technologien. Bilden Sie sich ständig weiter. Und lesen Sie unbedingt dieses Buch!

*Alle kursiven Textstellen sind Zitate aus dem Buch.

Der Artikel erschien zuerst auf http://abendfarben.com/. Durch den Umbau dieser Seite werden nach und nach die Artikel hier erscheinen.

Zum ThinkTank 2bAhead geht es hier entlang: http://www.2bahead.com/

Zum Buch bitte hier klicken: http://www.2bahead.com/buecher/2025/

 

 

 

 

 

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