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Blattwerk – Wenn Pflanzen lieben

herbst die blätter fallen by abendfarben

Sie sahen sich jeden Tag. Im frischen Frühling, im herrlichen Sommer und im warmen Herbst. Doch sie konnten zueinander nicht kommen. Erst der Wind und die Jahreszeit der Farben brachte sie für einen kurzen Moment zueinander …

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Hamburg-Moorburg, ein Dorf in der Stadt

Kunst zwischen Autobahn und Spülfeld, Erdölraffinerie und Kohlekraftwerk, Bahntrasse und Windkrafträdern. Moorburg an der Süderelbe, mitten in Hamburg gelegen, macht mit einem Nachmittag voller Musik und Kunst auf sich aufmerksam.

Kraftwerk Hamburg-Moorburg, Windkraft, Windräder

Moorburg, eine dörfliche Idylle in einer Millionenstadt, nur wenige Minuten vom Zentrum Hamburgs entfernt. Die Kehrseite dieser schönen Medaille: Verkehrslärm, Hafenerweiterung, ein riesiges Kohlekraftwerk nebenan. Ähnlich den Galliern sind die Moorburger nicht bereit, ihr kleines Refugium dem großstädtischen Moloch zu opfern. Und sie sind nicht bereit, Umweltbelastungen und Leerstand von Mietshäusern hinzunehmen. Sie kämpfen für ihr Dorf und könnten mit ihrem Widerstand den Schreckensruf „Mo-Mo-Moorburger!!!“ auslösen, ähnlich den bangen Gestalten, die Asterix und Co. im Anmarsch sahen.

Kraftwerk Moorburg

Dorfkunst und Stadtmusik

Ein leeres Haus gibt einen guten Klangkörper – also wurde das Kunstprogramm mit wilder Weltmusik in einem leerstehenden SAGA-Gebäude eröffnet. Die LOLA BAND aus Bergedorf fiedelte die Dorfbewohner in den sonnigen Nachmittag hinein. Die Musiker nahmen die freundliche Einladung der zahlreichen Zuschauer an und verlagerten ihr Konzert in den grünen Vorgarten des Hauses. Mit Kind und Kegel, Hund und Tretauto waren Moorburger gekommen. Doch leerer Bauch feiert nicht gern. Kaffee und Kuchen stärkten die Besucher bei strahlendem Sonnenschein in einem anderen Garten, bevor sie sich aufmachten, dem benachbarten Kohle-Kraftwerk von Vattenfall einen Besuch abzustatten. Das BigBand-Konzert von SIDEWINDER ließ die Gäste auf dem Hof der Familie Rüpke entspannen. Ihre Vorfahren sind seit 400 Jahre an diesem Ort ansässig.

Bürger kämpfen für das Dorf in der Stadt

Teil der Stadt

Der älteste Teil Moorburgs taucht schon in Karten Hamburgs auf, die aus dem 16 Jahrhundert stammen. Im benachbarten Altenwerder stehen nur noch der Friedhof und die Kirche, eingerahmt von zwei gigantischen Windrädern. Dem Schicksal wollen Einwohner Moorburgs nicht entgegensehen. Ein Teil der Bewohner profitiert von der benachbarten Großbaustelle. Vattenfall beschäftigt zahlreiche Monteure und Handwerker, die es zu schätzen wissen, gleich nebenan ein Zimmer mieten zu können. Doch dieses mittendrin hat für die Bewohner auch seine Konsequenzen. Im Norden lärmt das Containerterminal Altenwerder und Spülflächen lassen ihren „Duft“ herüberwehen. Sie dienen der Aufschüttung von Baggergut aus der Elbe. Im Westen dröhnt die A7 mit Tausenden Fahrzeugen. Im Süden ist noch Landwirtschaft möglich, während im Osten eine Raffinerie und die Baustelle des Kohlekraftwerks das Dorf begrenzen.

Karte Moorburg / Quelle: Google Maps

Paradies oder Übel?

Radfahrer wissen die Routen jzu schätzen. Zwischen Gärten, Feldern und Obstbäumen hindurch macht in Hamburg-Süd so manche Strecke ihren Reiz aus. An der Elbe eine Pause einlegen oder echte Kühe sehen, die nicht lila sind – kein Problem. Doch gibt es bauliche und Energiekonzepte, die Politiker favorisieren. Da sind Restflächen und entsiedelte Gebiete geeignet, Trassen für Verkehr oder Energie zu bauen. In diesem Konflikt befinden sich die Bewohner eines der letzten Dörfer in Hamburg. Und sie machen auf sich aufmerksam, damit der Lärm der Großstadt nicht ihre Bemühungen übertönt.