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Führung made in Germany

Eine Rezension von Tom Köhler

Executive Summary: Verständliche und eindringliche Lektüre für Führungskräfte. Führen ist Silber, Sprechen ist Gold. Worte können Mitarbeiter vernichten oder zu Top Performern machen. Eine Wissenschaftliche Analyse der Kommunikation zwischen Leitenden und zu Leitenden. Das Ziel: Zugehörigkeit, Wertschätzung und beste Leistung von Mitarbeitern als Führungskonzept made in Germany.

Made in Germany

Um 1900 führten deutsche Hersteller das Siegel gerade wegen der schlechten Qualität. England verdonnerte sie dazu, um eigene von Importwaren zu trennen. Es kehrte sich ins Gegenteil um. Aus dem Makel wurde eine Auszeichnung. Und die Güter waren heiß begehrt.

Kann es nun auch ein Gütesiegel für „Führung“ geben? Gar ein Siegel „Führung made in Germany“? Dr. Thorsten Bosch und sein Team haben es entworfen, erforscht und publiziert. Der Versuch, es auf einen Satz zu bringen (was bei der Fülle des Buches sehr gewagt ist): Führen ist Silber, Sprechen ist Gold.

Kein Leichtgewicht kam da aus dem Druck. In der Form angelehnt an den Bestseller „Business Model Generation“ liegt da schwere Kost vor dem Leser. Allerdings haben die Macher das Buch im Querformat mit einem Text-Grafik-Verhältnis von 1/3 zu 2/3 versehen. So gelingt es, den Inhalt verständlich zu illustrieren. Doch Obacht, es ist kein Comic! Hier geht es wissenschaftlich zur Sache. Und ausführlich. Und eindringlich.

fuehrung made in germany thorsten bosch by abendfarben 1

Gespräch als Führungsinstrument

Schlechte Beispiele fallen jedem ein. Abgekanzelte Gespräche, fehlende Empathie, Überreaktion oder – schlimmer noch – gar keine Reaktion. Die Stimmung ist auf beiden Seiten wie im kalten Krieg. Was dies mit Leistung und Motivation macht, malt sich der Unternehmer von heute lieber nicht aus. Und was es für sozial-mediale Kreise zieht, wie es den War of Talents noch schwerer macht – eine Schreckensvision.

Das geht auch wesentlich besser, sagte sich der Autor und arbeitete professionell heraus, was gute Gespräche ausmacht, welche Ziele sie erreichen und wie sie dem Unternehmen dienen. Gespräche sind nicht als Plauderei, sondern als Führungswerkzeug zu verstehen. Ein wichtiges ohnehin, basiert doch ein großer Teil der Kommunikation auf dem gesprochenen Wort.

In ein Ohr rein – aus dem anderen wieder raus …

Der Klassiker: Das habe ich doch anders gemeint. Oder: Ich habe es Ihnen mehrfach gesagt. Wirklich? Klare Kommunikation, die ankommt UND die etwas bewirkt, ist das Ziel von Dr. Bosch. Es geht um Lob und Kritik, um Ziele, um Deadlines, um Performer und um Nicht-Performer. Da kann einiges missverstanden werden. Da ist Wort A im Ohr des Empfängers gern mal Wort B. Worte sind alleine, wenn sie nicht mit Empathie benutzt werden. Worte sind nutzlos, wenn keine Folgen folgen. Das können durchaus auch Lob und Beförderung sein. Doch wie geht das?

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Leitfaden für Führungsgespräche

Modular in Themen und im Aufbau pro Thema begleitet das Buch auf dem Weg zum erfolgreichen Gespräch. Dieses hat nicht nur ein Ziel, sondern eine richtige Dramaturgie. Es ist eben KEINE Plauderei, sondern Mittel zum Zweck. Es würde zu weit führen, das Prinzip hier in eingedampfter Form zu schildern. Dazu ist es dem Autor zu wichtig, denn er widmet dem Bereich Gesprächsarten und -führung zwei Drittel des Buches.

Er versteht es auch als Coaching, als Möglichkeit der Wertschätzung und des Lobes. Bei Dr. Bosch ist das Mitarbeitergespräch aber auch die Gelbe Karte, die Kritik und die endgültige Entscheidung: „in or out?“.

Führen will gelernt sein

Etwa ein Drittel des Buches seziert der Autor Führung aus seiner Sicht. Ihm liegt es daran, in der Führungsarbeit mit ebendieser wissenschaftlichen Herangehensweise den Kern der Dinge freizulegen. Bewusst verwende ich den begriff „seziert“. Es liegt auf dem blanken Tisch die „Führung“, wie sie ist. Um sie so zu gestalten, wie es dem Autor vorschwebt, teilt er sie auf und beleuchtet die Bestandteile einzeln. Und er betrachtet sie im Kontext der Umgebung – des Unternehmens. Auch hier ist das Ziel: Zugehörigkeit, Wertschätzung und beste Leistung von Mitarbeitern als Führungskonzept made in Germany.

In einer Zeit, in der Ressourcen aller Art knapper werden, sieht der Autor bei einer reichlich Potenzial. Bei der Ressource, die für die Wertschöpfung in einem Unternehmen unabdingbar ist. Der Ressource, die sich durch Transparenz auf dem Arbeitsmarkt weltweit die Arbeit selbst heraussucht. Der Ressource, die mit dem Kunden im direkten Kontakt steht – dem Mitarbeiter, dem Menschen.

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Dem Auto sei gewünscht, dass sich zahlreiche Führungskräfte und solche, die es werden wollen, mit dem Buch beschäftigen. Und daraus lernen, mit der Theorie und Praxis von Dr. Bosch auf dem Feld der Personalentwicklung zahlreiche kräftige Pflanzen säen und diese zu hohem Ertrag bringen.

Hier geht es zum Buch: http://www.fuehrung-made-in-germany.com/

 

 

 

 

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