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2bAHEAD: Die digitale Verantwortung – Leben in der Welt der Wahrscheinlichkeiten

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Digitale Verantwortung – Leben in der Welt der Wahrscheinlichkeiten

Immer „intelligentere“ Geräte raten uns, die menschliche Kontrolle an Maschinen abzugeben. TERMINATOR lässt grüßen. Autopiloten im Flugzeug, Daytrades an der Börse – immer mehr geben die Menschen die Kontrolle auf! Geben Sie auch die Verantwortung ab?

Prof. Dr. Michael Feindt, CEO, Blue Yonder

Automatisierte datenbasierte Entscheidungen – Fluch, Segen oder einfach Notwendigkeit?

Deterministisches Chaos und komplexe Systeme. Denen werden wir doch locker Herr dank Supercomputer und Ultranetz! Doch halt. Kleine Tücke. Die Dynamik. Die lässt sich nicht überrumpeln. Je kleiner, je genauer bestimmt ein Ding oder ein Vorgang ist, um so genauer wird eine Prognose. Doch eine Vorhersage ist in großen Systemen langfristig nicht möglich. Kurzfristig sind die Treffer besser, aber auch nicht grundlegend. Bestes Beispiel ist das Wetter. Auch hier werden die Vorhersagen besser, die Wahrscheinlichkeit steigt im zeitlichen Nahbereich. Langfristig klappt es auch hier trotz aller Superrechner nicht. Es bleibt spannend, denn nichts ist sicherer, als die Unsicherheit.

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Schafft ein Wissenschaftler eigentlich Wissen?

Informationen werden dann relevant, wenn die eigene Datenbasis groß ist. Und datenbasierte Entscheidungen werden ab einer großen Datenmenge besser. Keine Frage, doch der Mensch ist damit hoffnungslos überfordert. Die Maschine ist doof, aber fleißig, Trillionen Datensätze futtert sie zum Frühstück. Und morgens halb Zehn gibt es die Analyse. Wir können nicht viele Entscheidungen in kurzer Zeit treffen, inkl. Risiko- und Folgenabschätzung. Aber wir können handeln. Unsere Handlungen verändern punktuell die Zukunft. Und unser Handeln ändert sich langfristig. Was macht es aus dem Menschen, wenn er immer komplexere Entscheidungen in den Computer verlagert? Oder wenn dessen Chip mal spinnt …

Übrigens:

Wozu Maschinen heute fähig sind: Ein 3 Minuten Stimm-Recording erstellt ein Persönlichkeitsprofil, das genauer ist, als eine viertägige Sitzung beim Analytiker. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal nach in der FAZ!

Karl Geyer, Leitender Kriminaldirektor, Polizeipräsidium Mittelfranken

PRECOBS – Erfahrungen mit der Analyse-Software zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen

Es hat nichts mit Minority Report zu tun. Es ist vorausschauende Polizeiarbeit – Predictive Policing. Es ist ein mathematisches System, das sich auf kriminologische Studien bezieht. Der Schwerpunkt liegt auf den Wohnungseinbrüchen, die in den letzten Jahren um 80% zugenommen haben. PRECOBS ist eine deutsche Entwicklung des Institut für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt) , die 2009 in Zürich erfolgreich zum ersten mal getestet wurde. Die Kriminalität sank dort um 14%, in den Alarmüberwachten Gebieten um 30%. Seit Oktober 2014 wird das System in Nürnberg und München getestet.

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Die Datenbasis aus den letzten 5 Jahren: Tatort, Tatzeit, Modus operandi und Beutegut. Alles ohne Sozial- oder Personendaten. Profis klauen keine großen Flachbildschirme. Sie suchen Bargeld, Schmuck und Mobile Clients. Die überwachten Alarmgebiete gehen nicht an die Öffentlichkeit, sonst interessieren sich noch Versicherungen und Immobilienmakler dafür. Fazit: Der Kriminalitätsrückgang liegt im Paket mit anderen Maßnahmen bei 40%.

Im besten Fall kommt der Schutzmann um die Ecke, und der Ede nimmt Reißaus. Dumm nur, dass die mobilen Kriminellen getreu dem Motto „Schnell rein, schnell raus“ nicht nur die Gebiete wechseln. Sondern auch ihre Zielgruppe. Ladendiebstähle steigen derzeit wieder an. Also viel Arbeit für die digitale Polizei.

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2bAHEAD: Sixth generation warfare – Die Rolle des Menschen im Militär

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Sixth generation warfare – Die Rolle des Menschen im Militär

Welche Rolle spielt der Mensch in den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zukunft? Technologieentwicklungen entstehen oft zuerst im militärischen Bereich, bevor sie Jahre später in die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft überschwappen. Die Teflonpfanne ist wohl das bekannteste Beispiel. Aus diesem Grund wirft der diesjährige Zukunftskongress einen Blick auf die aktuellen Zukunftsvisionen des Militärs.

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Prof. Dr. Holger H. Mey, Airbus Defence & Space, VP Advanced Concepts

Die Rolle des Menschen im Rahmen technisierter Kriegsführung

Es ist nichts Neues: Wesentliche Technologieentwicklungen entstehen zuerst im militärischen Bereich, bevor sie Jahre später in die Zivilgesellschaft und der Wirtschaft ankommen. Aus diesem Grund warf der diesjährige Zukunftskongress einen Blick auf die aktuellen Zukunftsvisionen des Militärs. Wie sieht der vielbesprochene „sixth generation warfare“ aus? Wie verhält sich der Kombattant der Zukunft? Und welche Rolle spielt der Mensch in den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zukunft?

Es geht nicht um zu töten und zerstören, sondern dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen, so Prof. Mey in seinem launigen Vortrag zu einen knallharten Thema. Mit Wortwitz nahm er die Kongressbesucher mit auf eine Reise zu Todesstrahlen und Killercomputern. Cyber ist überall. Das macht es gefährlich und angenehm zugleich. Was uns den Alltag erleichtert und Systeme überwacht, erleichtert auch die Überwachung der System durch andere. Auch hier geht es um Angriff und Verteidigung. Es geht in Richtung unbemanntes Kriegsgerät und in Richtung Automatisierung, Abstandskriegsführung und gerichtete Energie. Dennoch: Technologie ist nicht der Heilsbringer. Eine Handvoll Hacker oder ein Bündel Mikrobiologen zu besorgen, ist nicht schwer…

Bedingt verteidigungsbereit!

Aus Kostengründen wird inziwschen ziviles Gut für Militärs genutzt. Outsorcing von Prozessen und Dienstleistungen sorgt für Angreifbarkeit. Falsches Sparen erzeugt Unsicherheit. Gerade die bundesdeutsche Wehr sorgt für Lacher am Band ob der Qualität ihrer Ausrüstung. Und, so Mey: „Wie führt ein Spaßgesellschaft Kriege?“ Gute Frage. Freitag ab Eins macht jeder Seins. Und Viertel nach rückt der Gegner ein. Dazu kommen die politischen Querelen und endlosen Verhandlungen. Mit dem Resultat: Schreiben wir ein hartes Kommuniqué! Oder die Amis bomben innerhalb von zwei Tagen alles platt. Das ist Old School, das ist Mittelalter in Zeiten diffundierender Einzelpersonen, in Zeiten von Rucksack-Terroristen. Das hat in Vietnam nicht geklappt. Und das klappt in metropolisierten Gesellschaften auch nicht.

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Illusion oder Vision?

Das komplett einsehbare Schlachtfeld wird bald Realität. Dank Satelliten, Drohnen und Hochleistungscomputern, dank vernetzten Einheiten und Nachtsicht. Doch nützt es? Beim Schach sehen sie auch alles, und werden trotzdem überrascht. Denn die Gedanken des Gegners sind nicht nur frei, sondern oft auch unbekannt. Bundestagsystemanzapfer hatte auch keiner auf dem Schirm. Und Lücken oder Kindergartensysteme werden dann gnadenlos ausgehebelt. Auch Präsidentschaftskandidaten nutzten private 08/15-Mailaccounts. Bis es auf und um die Ohren fliegt …

Resilienz ist wichtig. Widerstandsfähigkeit und Flexibilität, sich neu zu erfinden und/oder über Bande zu spielen. Mey definierte vier Bereiche, in denen es militärisch aktuell große Bewegung gibt: Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie – die Wanzen der Neuzeit, Bio-Waffen und -Technologie und die Robotik. Und was nutzen all die feinen technischen Helferleins, wenn sie einen simplen EMP-Schlag nicht vertragen. Alle nicht dagegen gehärteten Systeme sind danach Schrott. Und dann haben Keulen-Produzenten Hochkonjunktur.

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Sixth generation warfare:

In der Zeit nach Desert Storm im Jahr 1991 prägte der verstorbene Generalmajor Vladimir Slipchenko die Phrase von einer „Kriegsführung der sechsten Generation“. Sie bezog sich auf eine „Informatisierung“ der konventionellen Kriegsführung und die Entwicklung von Präzisionswaffen „basierend auf neuartigen physikalischen Prinzipien“.

aus http://www.jamestown.org/

 

 

 

2bahead zukunft kongress 2015-09 by abendfarben

2bAHEAD: Die Optimierung des Lebens (und des Todes)

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Die Optimierung des Lebens (und des Todes)

Die Optimierung des menschlichen Körpers stand schon oft auf dem Programm des Zukunftskongresses, sei es durch Hirndoping mit Ampakines, individuelles medical food auf Basis von Genanalysen oder implantierte Computerchips im Körper. Welche Zukunft hat das Freezing von Eizellen, Stammzellen, Hirnzellen oder ganzen Körpern?

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Joseph Kowalsky, Cryonics Institute, Director & CIO

Wie verändert sich das Menschsein, wenn der Mensch sich selbst verändert?

Frankenstein 2015: Das Blut wird aus dem Körper entfernt und mit anderer Flüssigkeit versehen. Problem 1: Wasser – ein Großteil des menschlichen Körpers, hat die unangenehme Eigenschaft, beim Frieren Kristalle zu bilden. Die „pieken“ die Zellen, wie Nadeln Luftballons. Ergebnis: Der Tod. Problem 2: Die Blut-Ersatz-Lösung ist giftig und müsste vor Reanimierung entfernt werden. Sonst töten wir den Patienten zum zweite Mal – so Kowalsky.

Er berichtet über die Arbeit eines gemeinnützigen Institutes, dass sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen zu frosten, um Zeit zu gewinnen, wenn für die Heilung der derzeitigen Krankheit noch keine Mittel oder Medizin zur Verfügung steht. Die Kosten: 28.000 Dollar – soviel wie eine Beerdigung in Amerika. Kryonik ist keine Phantasterei. Menschen können 40 Minuten unter Wasser sein, ohne das das Gehirn Schaden nimmt. Manche Tiere, wie der Holzfrosch, frieren sich im Winter selber ein, um zu überleben. Die Chancen stehen nicht schlecht, im Kühlschrank auf Genesung zu warten. Soweit der technische Hintergrund.

Frankenstein 2035: Organersatz ist das Eine. Wenn die Technologie ermöglicht, Einzelteile zu rekonstruieren, ermöglicht sie auch einmal, Menschen zu ersetzen, Gehirne nach zu „bauen“. Hier kommt die Ethik und der Glauben ins Spiel. Werden wir dann andere Menschen – oder die selben? Recyceln wir einen „Fehl-“Menschen und erschaffen ihn noch einmal? Noch gesünder, noch klüger, noch intelligenter? Und wem kommt dies zugute? Vermögenden, ohnehin besseren, klügeren, wertvolleren Menschen?

2bahead zukunft kongress 2015-11 by abendfarben

Das menschliche Verhalten ist laut Kowalsky eher das Problem. Zerstören und töten ist leicht. Das hat die Spezies Mensch oft genug bewiesen. Aber Leben zu erhalten dagegen ist sehr schwer. Dumm nur: Voraussagen zu technischen Dingen treffen ein. Früher oder später. Oft denken Menschen, dass es nicht funktioniert oder sie blockieren Bedingungen oder Voraussetzungen dafür. Jules Verne hatte zu seiner Zeit absolut phantastische Vorstellungen. Heute tauchen wir an den tiefsten Punkt de Ozeans und fliegen ins All. Zu seiner Zeit kam es den Menschen völlig unmöglich vor. Bildtelefone waren selbst in den 70ern eine Phantasterei, dann waren sie möglich. Inzwischen können wir dank Daten Flatrate, Smartphone und Skype weltweit bildlich telefonieren. Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, eine Beschleunigung dank Hochtechnologie und Riesenspeichern sorgt für ein immer erfolgreicheres Forschen und Entwickeln. Wie fühlen Sie sich jetzt? Ist Frankenstein immer noch ein Faszinosum aus vergangenen Zeiten?

Lesen Sie mehr zum Thema Torsten Nahm, Kryoniker über eine Zeitreise in die Zukunft

 

2bahead zukunft kongress 2015-07 by abendfarben

2bAHEAD: Das digitale Wissen: Wie sich Personal- und Führungsstrategien bis 2025 verändern

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Das digitale Wissen: Wie sich Personal- und Führungsstrategien bis 2025 verändern

Eine der größten Veränderungen des Jahres 2025 werden wir in unseren Arbeitswelten erleben. Das weltweit verfügbare Wissen in wichtigen Fachgebieten verdoppelt sich aktuell alle fünf Jahre. Was müssen wir lernen, wenn die Antwort auf jegliche Frage schneller auf unseren Displays eingespielt wird, als wir sie in unserem Kopf finden? Etwa 40% Projektarbeiter sagen Trendforscher für das Jahr 2025 voraus, und damit den Verlust des Langfristigen, der Loyalität und der Kontinuität.

2bahead zukunft kongress 2015-04 by abendfarben

Hermann Arnold, Chaiman & Co-Founder, Haufe-umantis AG

Das demokratische Unternehmen: Wahlen und andere organisatorische Innovationen

Der CEO wird gewählt! Arnold empfindet sich als Entdecker der Unternehmensdemokratie, nicht deren Erfinder. Denn bei Wissensarbeitern funktioniert Command & Control nicht mehr. Wählen wir doch den Vorgesetzten, der zu uns passt. Und wenn nicht? Erst sinkt die Leistung, dann fliehen die Besten, dann erst wird der „Chef“ ausgewechselt. Weiterer Vorteil, so Arnold: Wenn ich gewählt werden will, muss ich zeigen, was ich machen will. Wenn ich wählen will, muss ich die Wahl haben. Aus seiner Erfahrung entsteht aber kein Wahlkampf im parteipolitischen Sinne. Die Gruppendynamik ist schon Motor genug. Und kein Team möchte einen Leiter, der unfähig oder schwach ist. Der / die Abgewählte werden Teammitglieder und lernen von anderen. Das „Chef sein“ muss in einer schnell drehenden Welt mehr sein, als Büro und Assistenz. Für Innovationen braucht es auch „Ermutiger“. Die Kraft des Teams muss gefördert und gepflegt werden.

Mitarbeit on demand

Mitarbeit wird in Richtung Freelancer gehen, nach Auftragslage und projektbezogen. Das verlangt ein Upgrade des BETRIEBS-SYSTEMS mit Kultur und Ritualen, mit Ermächtigung von Mitarbeitern. Teams suchen / finden ihre Vorgesetzten – das ist social recruitung. Und die Bezahlung? Der Lohn soll sich am Beitrag am Unternehmen messen und nicht am Budget und an der Mitarbeiterzahl. Es werden in Zukunft „Ebay-Sterne“ vergeben, Bewertungen werden demokratisch, auch das Gehalt ist Mehrheitsentscheidung. Eine neue Art der Kollaboration, der Struktur und Funktionsweise tritt gegen die „alten“ Denkweisen an.

2bahead zukunft kongress 2015-05 by abendfarben

Prof. Tobias Kollmann, Uni Essen

Es gibt keinen digitalen Weltmarktführer aus Deutschland

Unser digitale Kompetenz wurde gar nicht aufgebaut. Mit fatalen Folgen. Es gibt viel zu wenig Gründer in dem Bereich, zu wenig Fachkräfte und zu wenig Visionäre. Der Piranha Effekt – viele Keine fressen schnell die große Konkurrenz. Und die Großen? Die ganz Großen transformieren zu noch größeren … Die Bemühungen der Bundesregierung a la Industrie 4.0 bringen es nicht auf den Punkt. Digitales Wissen ist unser knappstes Gut. Ältere Arbeitnehmer werden es nicht mehr schaffen, mit der Transformation Schritt zu halten. Von den fähigen jungen Menschen kommen viel zu wenig nach. Es wird ein Kampf um digitale Köpfe werden. Ausschreibungen müssen sich um die Mitarbeiter bewerben und nicht umgekehrt. Neue Arbeitswelten und Strukturen braucht die neue Zeit. Das human digital capital wird gebraucht, um digitale Geschäftsmodelle zu schaffen, die Nachfrage erzeugt. Da hilft kein altehrwürdiges Unternehmen. Nicht die Marke, sondern das BETRIEBS-System ist entscheidend. Gemeinschaften, die gemeinsam etwas erreichen wollen, werden die Teams der Zukunft sein. Die Digitale Ebene wird eine Philosophie der Arbeit. Und das Unternehmen wird zu einem sozialen Netzwerk werden. Durch digitale Systeme gemanagt UND gelebt.

 

 

 

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2bAHEAD: Nach der Singularität – Maschinen werden intelligent

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Nach der Singularität: Was geschieht, wenn Maschinen intelligenter werden als Menschen?

Zukunftsforscher prognostizieren, dass die Menschheit immer schneller auf eine Situation zusteuert, in der künstliche Intelligenz das Niveau der menschlichen Intelligenz erreichen und schnell übertreffen wird. Terminator lässt grüßen! Dies ist der Moment ab dem Maschinen wohl beginnen, sich ohne menschliche Hilfe selbst weiterzuentwickeln. Neben der technischen Frage bleiben auch ethische – geradezu philosophische – Momente, die beim Zukunftskongress 2bAHEAD erörtert wurden. Können sich Maschinen Sinn und Ziel geben? Optimiert der Mensch seinen Körper mit Technologie, um im Wettstreit mit Devices mitzuhalten? Die Keynote dazu zeichnet einen Weg in die Zukunft der Technologie.

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Prof. Dr. José Luis Cordeiro, Zukunftsforscher, Singularity University

The Future of the Future: Discruption and the Singularity

2045 soll dieser Zeitpunkt eintreten. Zu diesem Zeitpunkt ist technlogisch möglich, dass Speichermengen und Leistungsfähigkeit von Maschinen denen der Menschen gleichen. Vor 30 Jahren hatte man Datenträger mit einem K Speicher (Lochkarte). Heute haben wir USB Sticks mit 128 GB. Was wird in 20 Jahren an Datenträgern möglich sein? Dann erreichen die Maschinen die Möglichkeit der menschlichen Intelligenz. Mit gravierenden Folgen. Die Gesundheitsvorsorge wird nicht mehr heilend sondern präventiv sein. Die Genomanalyse ermöglicht einen weiten Rückblick in die Geschichte der eigenen Familie. Wir können unser eigenes Genom in Kürze innerhalb von 10 Minuten für 10 Dollar sequenzieren. Vor Zehn Jahren kostete das noch ein Dollarvermögen. Doch was folgt? Wir gestalten so in Zukunft unsere Kinder …

Wir sind in einer linearen Welt aufgewachsen. Doch nun leben wir in einer exponentiellen Welt. Wir verstehen als Menschen derzeit noch gar nicht, wie mächtig diese Entwicklung ist. Und wir müssen uns dieser Entwicklung annehmen. Vor 30 Jahren Internet, vor 20 Jahren Handys, vor 10 Jahren Google. Wo geht die Reise hin? Prof. Cordeiro: Wir „heilen“ in 30 Jahren die „Krankheit“ Alter. Erleben wir den Tod des Todes? Mäuse, die nur 1,5 Jahre alt werden, haben Forscher auf 15 Jahre gebracht. In Menschenalter gerechnet wären das über 300 Jahre.

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Atemberaubende Visionen zwingen uns, noch größer zu denken. In unserem Interesse und im Interesse der Menschheit. Beispiele?

  • Nanotechnologie – heute am Start – sorgt für „keinen Abfall“, denn es gibt nur ! noch Rohstoffe. Wir werden kein Müllprblem mehr haben. Unglaublich.
  • Clone your Dog – oder doch die Schwiegermutter? Nicht nur die wissenschaftliche Intensität, auch die technischen Möglichkeiten lassen uns andere Optionen, als heute.
  • Eric Schmid von Google prognostiziert: In 2017 gibt es weltweit kostenloses Internet mit Breitbandqualität. Und die Bundesregierung beschließt mit EU Fördermitteln den Ausbau des Breitbandinternets. ZIelkorridor ungewiss …
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2bAHEAD VisionTalk – Big thinking: Die großen Visionen

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Big thinking: Die großen Visionen

Seit Jahren ist der 2bAHED Zukunftskongress bekannt dafür, faszinierende Menschen, „verrückte“ Ideen und atemberaubendei Technologien vorzustellen. Oder den Weg dahin zu weisen. Getreu dem Slogan“Think bigger!“ stellen sich auch 2015 interessante Menschen und ihre Ideen vor.

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Torsten Nahm, Kryoniker über eine Zeitreise in die Zukunft

Klingt wie aus einem Nightmare-Streifen: Menschliche Körper werden in Pittsburgh auf Minus 20 Grad herunter gekühlt, um die Körperfunktionen bei Verletzten zu verlangsamen. Mittels „Kälteschutzmittel“ werden die Wassertropfen im Blut gehindert, Kristalle zu bilden. Den Ärzten entsteht damit ein weiteres Zeitfenster, um Menschen zu helfen. Die Zeit (im Sinne des Fortgangs der Verletzung) wird verlangsamt. Kann man die Zeit damit anhalten? Nein, das ist damit noch nicht möglich. Allerdings: Unheilbar heißt heute „nur“, derzeit keine Gegenmittel zu haben. Die Kryo-Konservierung ist ein Krankentransport in die Zukunft – in der Mittel zur Verfügung stehen, diese Krankheiten zu behandeln. Sogenannte Kryoteams können im Falle eines Falles schnell vor Ort sein und den (im Moment) unrettbar verlorenen Menschen im wahrsten Wortsinn auf Eis zu legen. Bis sich Medikamente oder Behandlungsmethoden ergeben, die seine Genesung garantieren. Nahm wünschte zum Abschluss seines kurzen Vortrages auch den Gästen sehr treffend: „Bis zum Zukunftskongress 3015“ 😉

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Prof. Harald Haas, Chair of Mobile Communications, University of Edingburgh

Li-Fi: Optical wireless communication

Aus Strom wird Kommunikation. Oder besser: Licht transportiert Daten. Blaue LEDs ermöglichen heute optische drahtlose Kommunikation. Mit dem irrwitzigen Tempo von 100 Mio mal pro Sekunde. Diese schnellen Änderungen ermöglichen einen binären Datenstrom. 1 und 0, ja und nein. Damit ist ein drahtloses Netzwerk möglich. Zur Beleuchtung, sehr dicht und sehr sicher. Und die Infrastruktur ist nicht aufwändig. Der Vorteil liegt auf der Hand. Es macht Übertragung qualitativ von HD Videos möglich. Kabel ade! Kommunikation für fahrerlose Autos und die Organisation des Straßenverkehrs sind machbar, eine Reichweite von 50 Metern ist innerhalb von Städten realisierbar. Und es sind ortsbezogene Datennetzwerke möglich, die bei­ Verlassen des Gebietes die Daten löschen. Bunte leuchtende Datenwelt, minimiert in einer kleinen LED.

 

 

 

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2bAHEAD: Die Technologie-Roadmaps der kommenden zehn Jahre

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Technologie-Roadmaps der kommenden zehn Jahre

Wolfsburg 16.06.2015: Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky, Executive Director, 2b AHEAD ThinkTank, begrüßte die Kongressteilnehmer mit Anmerkungen, die aufhorchen lassen. Technologie ist in den Jahren der Digitalisierung zum wichtigsten Treiber für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen geworden. In seinem Vorwort stellte er fest: Sie verändert unseren Alltag immer rasanter. Und jede Branche, die mit der Digitalisierung in Berührung kommt, scheint unwiderruflich die Innovationsgeschwindigkeit des Moorschen Gesetzes anzunehmen: „Alle 18-24 Monate verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit der Computerprozessoren bei gleichem Preis; alle 18-24 Monate halbiert sich der Preis bei gleicher Leistung. Für zahlreiche, traditionelle, undigitale Geschäftsmodelle wird diese Dynamik zum größten anzunehmenden Unfall.“

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Frank Gassner, Vice President Automotive SI Sales, T-Systems über

Die Technologie-Roadmap der Telekommunikationsbranche

Wir werden zum Infrastruktur-Provider. Unser Drive ist die Mobilisierung der Businessprozesse bis zum Endkunden. Dazu braucht es Device Management, sichere Prozesse und Apps. Kundenvertrauen ist die Währung und ohne diese Sicherheit können Unternehmen nicht dieses Vertrauen gewinnen. Pferd Festnetz Auto – alles war zu seiner Zeit sexy. Aber eben nur zu seiner Zeit. Heute wird Fahren vernetzt, Mobilität wird anders definiert. Jederzeit und überall verfügbar. Damit wandelt sich das Verhältnis zum Transportmittel. Überspitzt: Spoiler und Fußmatten werden für die Zulieferindustrie zum Problem, weil die Nutzung nur noch Transport ist und kein Eigentum. Ich lasse mich transportieren, eventuell fahrerlos. Und ich besitze einen Digitalen Schlüssel zur Weitergabe an andere Nutzer.

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Keynote: The Big Picture – Dr. Eric W. Brown, IBM Watson Group, Director Watson Algorithms:

Wie kognitive Computer die Wirtschaft verändern werden

Die Jeopardy Quizshow 2011 veränderte die Sicht der Dinge. Denn ein Watson Computer gewann die Show gegen die beiden Menschen, die aus allen anderen Spielen als Sieger hervorgingen. Es war der 100. Geburtstag von IBM.

2500 v.C. entstand der Abacus – der erste „Computer“, der beim Rechnen half. In 1945 gab es mit der MEMEX die erste Maschine, die Dokumente auf Anfrage ausgabe. Diese Dokumente waren schon verlinkt zu anderen Dokumenten. In den 70ern konnten Computer Fragen vestehen und antworten geben. In den 90ern geht es aufwärts mit Leistungsfähigkeit, Minimierung. 1998 Google entsteht. Kollaborative Ideen wie Wikipedia finden ihren Weg.

Kognitives Computing muss mehr als nur Datenberge berücksichtigen. Da geht es auch um die Stimme, die Art des Sprechens. Interaktion ist mehr als Null und Eins, mehr als hier oder dort klicken. Dialogfähigkeit bedeutet auch, mehrere Bedeutungen eines Wortes zu kennen und die richtige auszuwählen. Eine rasante Entwicklung der Technologie mit leistungsfähigen Devices ermöglicht dann eine echte Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

 

 

2bAHEAD Zukunftskongress 2015

2bAHEAD Zukunftskongress 2015

Seit 2011 begleiten wir den 2bAHEAD Zukunftskongress – ein Forum der Innovation, ein Treffpunkt der Denker und Lenker. Es ist eine Ehre, in dem Kreis der CEOs, Wissenschaftler, Forscher und Planer eintreten zu dürfen und einmal jährlich eine Vorausschau auf die nächsten 10 Jahre zu erhalten. Sicherlich – Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Aber es lassen sich Entwicklungen ableiten, Theorien bilden und mögliche Szenarien durchspielen.

2bahead zukunftskongress 2015 wolfsburg

Es ist nur eines sicher – das nicht sicher ist. So Trendforscher Sven Gábor Jánszky, Scientific Director des 2b AHEAD ThinkTanks, der zum Stellsichein der besonderen Art lädt.

Um Ihnen die Artikel zu den jährlichen Kongressen schnell zugänglich zu machen, finden Sie hier die Links dazu:

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

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2bAHEAD Zukunftskongress 2013: Das transparente Internet der Dinge

Wie sollen Dinge Internet werden? Bekommt mein Bett eine IP? Funken Gegenstände in die Cloud? Fragen, die Experten auf dem 12. Zukunftskongress 2bAHEAD in Wolfsburg erörterten. Und wohin führt totale Transparenz? Ein NASA-Mann klärt auf.

2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_16IPnisation im Vormarsch

Dr. Bernd Heinrichs, Managing Director Borderless Network von Cisco, erläuterte den Gästen den Fahrplan in die Zukunft. „Deutschland kann hier in der ersten Liga mitspielen. Der Zug fährt allerdings sehr schnell!“. Soviel zur hier üblichen Miesepeterei. Doch die Entscheidung muss heute getroffen werden. Derzeit sind 0,2% der Dinge in dieser Welt vernetzt. 2000 waren 200 Millionen Dinge vernetzt, etwa Computer und Großrechner. Stand 2011: 10 Milliarden IP enabled Devices und für 2023 sind 50 Milliarden die Prognose. IPnisation nennen wir das, so Heinrichs. Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie sind Anzeiger für eine völlig neue Welt der Dinge. Die Geschwindigkeit und technologische Entwicklung übersteigen immer mehr menschliche Vorstellungen. Vor 15 Jahren wurde das Internet gesellschaftsfähig und vor 10 Jahren geschäftsrelevant. Heute haben Mobile Devices innerhalb von wenigen Jahren die stationären Geräte überholt.

Neue Welt – neue Assistenten

Der Kühlschrank, der selbst im Supermarkt die ausgehende Milch bestellt, war lange das Sinnbild für eine neue Verbindung zwischen Dingen und dem Internet. Das Internet der Dinge ist allerdings viel größer gedacht. Etwa, wenn Tapeten zu Fernsehern werden, wenn Schreibtische gleichzeitig Workstation mit „Computer“ und „Monitor“ werden. Es ist die Konnektivität, um Daten zu beziehen, diese zu verarbeiten und dem Nutzer dienlich zu sein. Ein permanenter Assistent, der den Ruch von Big Brother hat. Dies hat natürlich einen gewaltigen Einfluss auf Menschen, die Gesellschaft, die Wirtschaft und damit verbundene Prozesse. Wie soll das funktionieren? Heute übermitteln Sensoren und Schluck-Pillen in Echtzeit die Daten über den Zustand von Patienten. Sie funken an Smartphones, die mit dem behandelnden Arzt in Verbindung stehen. In Amerika sind schon Kornfelder durch Sensoren vernetzt. Sie informieren den Landwirt über den Wasserhaushalt oder die Düngerkonzentration. Deutschland wird neben den USA der Treiber der Technologie. Beispiel gefällig? Im Hamburger Hafen finden 1 Millionen Transaktionen auf diese Weise statt – pro Tag! Der Zug fährt.

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NEXT LEVEL: Maschinen-Menschen

Dr. Chuck Jorgensen, Chief Cientist des NASA Ames Research Center (USA) bemüht einen alten Gott. Janus als Gott des Übergangs. Er hatte zwei Gesichter, eines für die Vergangenheit und eines für die Zukunft. Dieses Sinnbild betrifft die neuartige Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Der Mensch kommunizierte bisher mit der Maschine. Das kehr sich nun um, die Maschinen kommunizieren nun auch mit den Menschen. Und sie tun das immer besser und vor allem höllisch schnell. Der nächste logische Schritt, so Jorgensen, ist das Interface zwischen beiden. Das Verständnis und die Erfassung wird immer besser. Die Maschinen beobachten uns, werten unsere Handlungen aus. Das hat Folgen und eine hohen Preis. Wir haben keine Datenschutzsphäre mehr. Fast alles lässt sich auslesen. Die Geheimhaltung des Ortes, an dem wir uns befinden, wird bald nicht mehr möglich sein. Der Preis dafür ist die Privatsphäre. Und totale Transparenz, die sogar sehr intime Dinge ans Tageslicht bringt. Unsere Gedanken und Gefühle sind unsere heiligste Privatsphäre. Die Infrastruktur, dieses zu ergründen, entsteht: Visuelles Auslesen von Gesten oder Gesichtserkennung, die physiologische Erfassung von Atmung, Pupillenweite, Fokussierung des Blicks oder Akustik gibt es schon. Maschinen sehen Mikrogesten, ordnet emotionale Werte Worten zu. Die Geschwindigkeit des Vortrages oder die semantische Dichte dessen gibt Aufschluss über das befinden. Das Tippverhalten auf der Tastatur verrät uns, denn es ist einmalig

Wer nutzt die Technologie?

Werber wollen wissen, ob die Information beim Kunden ankommt und Handlungen auslöst. Die nationale Sicherheitsbehörden werden diese Daten natürlich nutzen. Erst jüngst schlug PRISM ein, wie eine Bombe ins Privatleben der Menschen weltweit. Wenn die Gefühls-Privatsphäre verloren geht, werden die sozialen Mechanismen unserer Gesellschaft sich verändern. Von der privaten Notlüge bis zum Verkauf von Gebrauchtwagen – totale Ehrlichkeit und totale Offenbarung. Es wird nicht gewollt, es passiert einfach. Gegenmittel gibt es nur eines: Authentizität! Wie es heute schon für die Kommunikation online und offline zwingend notwendig ist, um sich aus der wabernden Masse hervorzuheben. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist:

Wir müssen uns selbst mit allem konfrontieren. Vielleicht werden wir dadurch gesünder sein. Vielleicht fördert es nachhaltiges Wirtschaften und den Schutz der Menschenrechte. Aber es hat auch gewaltiges Konfliktpotential.

 

Noch mehr zum Zukunftskongress lesen Sie auf unserer Blogseite

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

 

 

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2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_08

2bAHEAD Zukunftskongress 2013: Steigert die Technologie unsere Lebensqualität?

NEXT LEVEL: Glück! Die Segnungen der neuen und mobilen Technik erfassen alle Lebensbereiche. Auf dem 12. Zukunftskongress des Think Tank 2bAHEAD diskutierten die Gäste die beiden Seiten der Medaille Technologie.

Neuzeitlicher Schwächling

Aktio gleich Reaktio – ohne Ursache keine Wirkung. Das wussten schon unsere Altvorderen. Doch die ackerten auf dem Feld und gingen zeitgleich mit den Hühnern ins Bett. Ein klares, strukturiertes Leben ohne Burn Out und dicke Daumen vom Smartphone-Getippe. Insofern hatten sie es etwas einfacher. Andere sagen, der Mensch arbeitet nicht weniger oder mehr, als früher. Das sind Marotten einer Wohlstandgesellschaft, die bei der kleinsten Widrigkeit aus den Schuhen kippt. Einer, der sich mit dem Thema beschäftigt hat, ist Max Schön von der Stiftung 2Grad. Der Ex- Präsident des Verbandes der Familienunternehmer redet den Gästen ins Gewissen und ins Pflichtenheft.

Online rund um die Uhr

Aus der Arbeit der Agentur Abendfarben wissen wir um die Abhängigkeiten und Vorteile einer digitalisierten Welt. Doch auch so mancher Moment des Innehalten, des Verdammens, ist dabei. Kann es richtig sein, dieses immer „on“? Ist das auf Dauer gut, auch wenn es nötig scheint? Schön spricht von „zerfleddern“, „zersplittern“ und von „digitaler Demenz“. Werte gehen verlustig, Menschen entfernen sich voneinander, obwohl – oder besser – weil sie nur einen Mausklick weiter sind. Die Mobile Devices ermöglichen uns jederzeit Zugriff auf Wissen, Kontakte, Musik und Unterhaltung. Doch entziehen sie uns gleichzeitig das Leben. Das ganz normale, reale Leben. Spruch aus Twitter: „Menschen, die mit aufrechtem Kopf durchs Leben gehen – haben kein Smartphone.“

2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_05Das böse Internet

Anerkennung durch Sternchen und Likes ersetzen das Schulterklopfen, die anerkennende Geste im realen Gespräch. Wenn weiter die prognostizierte Vermischung privater und beruflicher Bereiche voranschreitet, gibt es statt den Guten-Morgen-Kuss eine DM – Verzeihung – eine Direktmitteilung via Twitter. Oder einen Post auf der Familienseite bei Facebook. Schöne neue Welt. Deren Schnelligkeit und der permanente Zugriff in alle Bereiche zu jeder Zeit ist janusköpfig. Früher kam ein Brief. Der wurde Montagmorgen aufgemacht. Statt dessen: always on(line). Und die Tiefe des realen Raumes geht verloren, weil alle 30 Zentimeter vor dem Bildschirm / Tablet / Smartphone hocken. Und alte gesellschaftliche Werte und Traditionen gehen flöten. Mitleid, Nächstenliebe, Empathie – bald im Wörterbuch der vergessenen Begriffe? Aussteiger, so Schön, reihen sich aneinander, huldigen Engeln oder esoterischen Ansichten. Keine Lust mehr auf Digital, ist zu viel des „Guten“. Ein Punkt der Sättigung ist für manche erreicht.

Das gute Internet

Effizienz in der Organisation des Alltags und der Kontakte erleichtert unser Tun. Bequemlichkeit dank digitaler Assistenten ist der Komfort der Neuzeit. Die Information findet sich nicht in der zwanzigbändigen Brockhaus-Ausgabe, sondern in Sekundenbruchteil im Smartphone. Kooperationsmöglichkeiten weltweit ergeben sich für Firmen und Menschen, die ein Anliegen verbindet. Bestes Beispiel die rasante Vernetzung zum Hochwasser der Elbe via Twitter und Facebook. Effiziente Organisation von Mitteln und Ressourcen über digitale Kanäle. Politische Bewegungen, wie der arabische Frühling, organisieren sich am Staat vorbei. Und bringen gesellschaftlichen Wandel.

Zukunft ist Verantwortung

Auch wenn Zukunftsforscher qua Amt technikfröhlich und begierig nahenden Zeiten entgegensehen: Es ist ihre Pflicht, Wirtschaft und Gesellschaft über Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Ein typisch deutsches Wort dafür ist Technikfolgenabschätzung. Es ist offenzulegen, welche Möglichkeiten unweigerlich auf die Menschen zukommen – im Guten und im Schlechten. Deutsche sind Bedenkenträger von Amts wegen. Doch ist dieses Land, wenn es die Entwicklungen nicht verschläft (oder politisch behindert) absolut in der Lage, in der Spitzenliga mitzuspielen. Global Player investieren aus gutem Grund bei den Deutschen. Die Chance, die sich daraus ergibt, ist es, die Entwicklung mitzubestimmen. Die Zukunft fängt heute an. Es muss ein Ruck gehen durch das Land der Dichter und Denker.

 

 

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