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Flüchtlinge: Willkommen! Der Webmontag Hamburg hilft

Während der Staat in Gipfeln und Beratungen brainstormt, haben private Initiativen und pfiffige Onliner angepackt und losgelegt. Um den Flüchtlingen, die zuhauf strömen, zu helfen. Der Dauerbrenner in den Nachrichten ist natürlich ein Thema zum Webmontag Hamburg.

Funk Dich frei!

Freies WLAN – in anderen Ländern / Städten schon längst Usus.

http://blog.goeuro.de/oeffentliches-wlan-in-europas-staedten/

Im Hochtechnologieland D haben sich eine Handvoll Enthusiasten daran gemacht, den Funklöchern den Kampf anzusagen. Denn die Provider hier sind so klein und schwach. Hamburgs Freifunker sind echte Seeleute, denn die bauen Knoten. Über 950 haben sie schon in Hamburg geschaffen. Und das Allerschärfste: Wenn dem Internet die Puste ausgeht, setzen die Funker die Segel und realisieren netzunabhängige Kommunikation. Selbst der Sprung über die Elbe steht kurz bevor. Für die Flüchtlinge bauen sie fix Hotspots auf, sprechen mit Nachbarn und Firmen um von deren Gebäude ein freies WLAN anzubieten – toll! Wer mehr wissen möchte, Unterstützung bietet oder ein paar Euro, wendet sich bitte direkt an https://hamburg.freifunk.net/

 

Pack mit an!

Die Bilder aus den Messehallen Hamburgs gingen durch die Medien und um alle Welt. Eine logistische Meisterleistung, um die zahlreichen Spenden für Flüchtlingen zu sortieren und zu verteilen. Viele Helfer kamen, halfen, organisierten ehrenamtlich und in der Freizeit. Eine von Ihnen ist Tanja ‚Packtan‘ von www.hamburg-packt-an.de . Ihr beruflicher Hintergrund kam ihr dabei sehr gelegen. Wer Gruppenarbeit und Change Management kennt, Strukturen optimiert und Menschen begeistert, ist genau die Richtige zur rechten Zeit am rechten Ort. Auch wenn es – so Tanja – manchmal wie Flöhe hüten ist, der Erfolg gibt ihr Recht. Und emotional war es auch. Herzenswärme und Dankbarkeit, Freude und Tränen haben sie bisher begleitet. Es gibt also noch ein anderes, als nur das kalte Deutschland. Eine Druckerei lieferte kostenfrei eine knappe Anleitung zum Helfen. Einfach soll es sein, niederschwellig neudeutsch geheißen. Eine Webseite mit Tipps und der besagten Anleitung

https://hhhilft.files.wordpress.com/2015/10/flyer_helfen_aber_wie.pdf

gibt für den Einstieg in die Hilfe eine Hilfe.

 

Jugend, hack!

Im Neuland Deutschland fehlt es neben WLAN auch an Programmierern. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Also ran die Jugend und ins Boot geholt. Zwischen 12 und 18 Jahren alt sind die Coder von Morgen und werden in der bundesweiten Initiative an die Arbeit von Morgen (und Heute) herangeführt. Stephanie Weber gab einen Überblick zum Projekt Jugend hackt

http://jugendhackt.de/jugend-hackt-mit-code-die-welt-verbessern/

und so mancher Gast des Abends erinnerte sich an den tollen Webmontag zur Hacker School.

http://www.webmontag-hamburg.de/eintrag/wmhh-29-von-mintze-und-hackordnung.html

Kann man mit Code die Welt verbessern? Man kann: Denn zum Themenschwerpunkt #refugeeswelcome wurden tolle Lösungen entwickelt, unter anderem die App “Moin Refugees”, die Finn Gaida und Noah Raissi selbst vorstellten. (Der Redaktör hätt ja gern auf die App verlinkt, doch finden tat er sie nicht …)

Simpel und wirkungsvoll. Sowohl für Helfer als auch für Flüchtlinge. Wo finde ich einen Anlaufpunkt? Wie erfahre ich, wenn neuen Flüchtlinge ankommen? Tolle Präsentation der beiden Junghacker.

Applikation, verteil!

Zu Ende stellten Jan Schlotter & Hato Nordeck von Computacenter AG und Nordeck IT Consulting unter dem schlanken NamenEntwicklung und aktuelle Rahmenbedingungen der Web Applikation für die Aufnahme, Verteilung und Unterbringungen (AVU) von Flüchtlingen in NRW“ noch ihre Programmierkünste und den Verwaltungswahnsinn vor. Ein Bundesland bestellt für teuer Geld eine Software zur Aufnahme, Verteilung und Unterbringungen von Flüchtlingen. Soweit, so gut. Doch betrifft es unseres Wissens ja nicht nur ein Bundesland. Was machen die anderen? Warum beteiligen sie sich nicht daran? Wieso unterstützt der Bund nicht im eigenen Interesse. Fragen über Fragen – und keine Antworten aus Berlin …

Vernetz Dich!

Und weil Kontakte nur dem schaden, der keine hat, hier als Webmontags-Service die tollen Referenten im Link: @kantorkel von @FreifunkHH / @klimperfee für @jhacktnord / @fga und @RazerNoah für die App MoinRefugees / Tanja von hamburg-packt-an.de / Die Software der http://www.nordeck.net/ / Veranstalter @thoughtworks und unser klasse Fotograf @rim_light und die Köpfe vons Ganze mit der tollen @prettycooltimes und dem langen @renehamburg

 

 

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Von MINT(ze) und Hackordnung – Webmontag in der Hackersschool

Wir wussten es! Tarnt sich als Medienschule und ist voller Hacker. Na, denen schaute der Hamburger Webmontag mal ein büschn genauer auf die Finger. Am 25.08.2014 ging es um MINT(ze), Begabte, Coder und noch mehr.

Ende mit Pause

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Die Sommerpause ist endlich vorbei und alle, alle kamen. Hamburgs Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Webbegeisterte strömten. In die Medienschule Hamburg am Ring 2. Um zu sehen die finsteren Gesellen, die da in dunklen Kellern vor sich hin hacken. Oder doch nicht?

MINT(ze) für Heute und Morgen

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Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ist der frische Duft, den die Wissensgesellschaft braucht. Um das „I“ ging es Andreas Ollmann & David Cummis: “Wir bringen den Vokal zurück in’s MINT” Dafür legten sie dolle los. Holten Sponsoren, Presse und PR ins Boot und nach mühevoller Vorbereitung 50 Schüler zur Hacker School. Da hatten sie die Kleinen, wo sie diese haben wollten: Hinter dem Bildschirm. Und die waren begeistert bei der Sache. Voller Erfolg, bundesweite Anfragen und Energie für´s Weitermachen. Das es funktionierte, erzählte gleich danach der da …

Huurraahh! Schule!

Das sagt Richard Rasmussen (Schüler der Hacker School) in seinem Vortrag „Warum ich die Hacker-School mag“. Ehrfürchtig lauschte das Auditorium. Denn der kleine Hacker-Racker sprach so selbstverständlich übers Programmieren, HTML und JavaScript, wie unsereins über´s Brötchen holen. Donnerlittchen! Und das er komplexe (!) Strategiespiele (!) mag. Mit noch nicht mal 13. Er hatte den Saal im Handumdrehen für sich eingenommen. Vielleicht sagen wir dereinst: Weißt Du noch, damals? Der kleine Richard? Tja, heute ist er der neue Bill Gates. Oder so ähnlich …

Coden + Spiele bauen = Begabte

Jana Rasmussen (Richards Mama) sieht in der Hackerschool Potenzial zur Talentförderung in Hamburg. Damit meint sie nicht nur ihren kleinen Coder. Denn der langweilte sich in der Schule nur. Auffällige kommen eher zum PsychoDoc, als zur Begabtenförderung. Oder bekommen ein paar Pillen, damit wieder RUHE herrscht. Sie sieht die Heranführung von Kindern an die Erfordernisse der Gegenwart / Zukunft kritisch. In England, so Jana, gehen alle Schüler von der 1. Klasse bis zum Abschluss pflichtgemäß in das Schulfach Computing. Da könnte doch Hamburg mal einen großen Schritt gehen. Könnte.

 

Y-Teacher

So benamst sich Johannes Mainusch (E-POST Development GmbH). Er beobachtet, coacht, sinniert, bildet sich und andere. Und macht verstörende Entdeckungen. Angst frisst Lernen auf. Scham verhindert Fragen – von denen es bekanntlich keine dummen gibt. Neugier und eine gewisse Selbstüberschätzung werden ausgebremst. Immer schön ruhig und sicher agieren. Bloß keinen zweiten vor dem ersten Schritt. Das ist schlecht für die Menschenköpfe und ganz schlecht für den HighTech Standort D-Land. Recht hat er!

„Was Hänschen nicht lernt…“

Marco Luschnat von ministry.de berichtet über das Supporting der Hacker School. Warum sie  supporteten? Weil es sauschwer ist, gutes IT-Personal zu finden. Ironie: 70% der Schüler sind im Internet cleverer unterwegs, als ihre Lehrer. Das Defizit der frühen (!) Heranführung der Kleinen an Kollegen Compi ist auch aus seiner Sicht ganz klar ein Drama. IT ist die Fremdsprache von morgen. Insofern pfeift Ministry auf PR aus der Hacker School und sorgt sich redlich um guten Nachwuchs. Auch und gerade im eigenen Interesse. Gut so!

Fazit des Abends

Die Jugend von heute ist nicht schlecht, sondern sie wird schlecht gemacht. Von einer Gesellschaft, der es graust vor diesem Internet-Dings. Von einer Gesellschaft, die so viel auf ihre Bildung hält, aber anachronistisch auf eingefahrenen Gleisen fährt. Lichtblick: Hacker School ist ein Anfang. Lasset uns Kreise ziehen und agitieren und weitersagen: Das WWW ist unsere Zukunft und verdammt noch mal – sie ist schon da. Heute.

Anmerkung zum Artikel: Der Webmontag Hamburg findet nicht mehr statt. Auf der Webseite wurden Beiträge von mir zu den Veranstaltungen im Logbuch notiert. Dieser Artikel ist eine Sicherungskopie von https://www.webmontag-hamburg.de/eintrag/wmhh-29-von-mintze-und-hackordnung.html