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2bAHEAD: Sixth generation warfare – Die Rolle des Menschen im Militär

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Sixth generation warfare – Die Rolle des Menschen im Militär

Welche Rolle spielt der Mensch in den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zukunft? Technologieentwicklungen entstehen oft zuerst im militärischen Bereich, bevor sie Jahre später in die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft überschwappen. Die Teflonpfanne ist wohl das bekannteste Beispiel. Aus diesem Grund wirft der diesjährige Zukunftskongress einen Blick auf die aktuellen Zukunftsvisionen des Militärs.

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Prof. Dr. Holger H. Mey, Airbus Defence & Space, VP Advanced Concepts

Die Rolle des Menschen im Rahmen technisierter Kriegsführung

Es ist nichts Neues: Wesentliche Technologieentwicklungen entstehen zuerst im militärischen Bereich, bevor sie Jahre später in die Zivilgesellschaft und der Wirtschaft ankommen. Aus diesem Grund warf der diesjährige Zukunftskongress einen Blick auf die aktuellen Zukunftsvisionen des Militärs. Wie sieht der vielbesprochene „sixth generation warfare“ aus? Wie verhält sich der Kombattant der Zukunft? Und welche Rolle spielt der Mensch in den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zukunft?

Es geht nicht um zu töten und zerstören, sondern dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen, so Prof. Mey in seinem launigen Vortrag zu einen knallharten Thema. Mit Wortwitz nahm er die Kongressbesucher mit auf eine Reise zu Todesstrahlen und Killercomputern. Cyber ist überall. Das macht es gefährlich und angenehm zugleich. Was uns den Alltag erleichtert und Systeme überwacht, erleichtert auch die Überwachung der System durch andere. Auch hier geht es um Angriff und Verteidigung. Es geht in Richtung unbemanntes Kriegsgerät und in Richtung Automatisierung, Abstandskriegsführung und gerichtete Energie. Dennoch: Technologie ist nicht der Heilsbringer. Eine Handvoll Hacker oder ein Bündel Mikrobiologen zu besorgen, ist nicht schwer…

Bedingt verteidigungsbereit!

Aus Kostengründen wird inziwschen ziviles Gut für Militärs genutzt. Outsorcing von Prozessen und Dienstleistungen sorgt für Angreifbarkeit. Falsches Sparen erzeugt Unsicherheit. Gerade die bundesdeutsche Wehr sorgt für Lacher am Band ob der Qualität ihrer Ausrüstung. Und, so Mey: „Wie führt ein Spaßgesellschaft Kriege?“ Gute Frage. Freitag ab Eins macht jeder Seins. Und Viertel nach rückt der Gegner ein. Dazu kommen die politischen Querelen und endlosen Verhandlungen. Mit dem Resultat: Schreiben wir ein hartes Kommuniqué! Oder die Amis bomben innerhalb von zwei Tagen alles platt. Das ist Old School, das ist Mittelalter in Zeiten diffundierender Einzelpersonen, in Zeiten von Rucksack-Terroristen. Das hat in Vietnam nicht geklappt. Und das klappt in metropolisierten Gesellschaften auch nicht.

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Illusion oder Vision?

Das komplett einsehbare Schlachtfeld wird bald Realität. Dank Satelliten, Drohnen und Hochleistungscomputern, dank vernetzten Einheiten und Nachtsicht. Doch nützt es? Beim Schach sehen sie auch alles, und werden trotzdem überrascht. Denn die Gedanken des Gegners sind nicht nur frei, sondern oft auch unbekannt. Bundestagsystemanzapfer hatte auch keiner auf dem Schirm. Und Lücken oder Kindergartensysteme werden dann gnadenlos ausgehebelt. Auch Präsidentschaftskandidaten nutzten private 08/15-Mailaccounts. Bis es auf und um die Ohren fliegt …

Resilienz ist wichtig. Widerstandsfähigkeit und Flexibilität, sich neu zu erfinden und/oder über Bande zu spielen. Mey definierte vier Bereiche, in denen es militärisch aktuell große Bewegung gibt: Künstliche Intelligenz, Nanotechnologie – die Wanzen der Neuzeit, Bio-Waffen und -Technologie und die Robotik. Und was nutzen all die feinen technischen Helferleins, wenn sie einen simplen EMP-Schlag nicht vertragen. Alle nicht dagegen gehärteten Systeme sind danach Schrott. Und dann haben Keulen-Produzenten Hochkonjunktur.

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Sixth generation warfare:

In der Zeit nach Desert Storm im Jahr 1991 prägte der verstorbene Generalmajor Vladimir Slipchenko die Phrase von einer „Kriegsführung der sechsten Generation“. Sie bezog sich auf eine „Informatisierung“ der konventionellen Kriegsführung und die Entwicklung von Präzisionswaffen „basierend auf neuartigen physikalischen Prinzipien“.

aus http://www.jamestown.org/

 

 

 

2bahead zukunft kongress 2015-07 by abendfarben

2bAHEAD: Das digitale Wissen: Wie sich Personal- und Führungsstrategien bis 2025 verändern

2bAHEAD Zukunftskongress 2015 Wolfsburg

Das digitale Wissen: Wie sich Personal- und Führungsstrategien bis 2025 verändern

Eine der größten Veränderungen des Jahres 2025 werden wir in unseren Arbeitswelten erleben. Das weltweit verfügbare Wissen in wichtigen Fachgebieten verdoppelt sich aktuell alle fünf Jahre. Was müssen wir lernen, wenn die Antwort auf jegliche Frage schneller auf unseren Displays eingespielt wird, als wir sie in unserem Kopf finden? Etwa 40% Projektarbeiter sagen Trendforscher für das Jahr 2025 voraus, und damit den Verlust des Langfristigen, der Loyalität und der Kontinuität.

2bahead zukunft kongress 2015-04 by abendfarben

Hermann Arnold, Chaiman & Co-Founder, Haufe-umantis AG

Das demokratische Unternehmen: Wahlen und andere organisatorische Innovationen

Der CEO wird gewählt! Arnold empfindet sich als Entdecker der Unternehmensdemokratie, nicht deren Erfinder. Denn bei Wissensarbeitern funktioniert Command & Control nicht mehr. Wählen wir doch den Vorgesetzten, der zu uns passt. Und wenn nicht? Erst sinkt die Leistung, dann fliehen die Besten, dann erst wird der „Chef“ ausgewechselt. Weiterer Vorteil, so Arnold: Wenn ich gewählt werden will, muss ich zeigen, was ich machen will. Wenn ich wählen will, muss ich die Wahl haben. Aus seiner Erfahrung entsteht aber kein Wahlkampf im parteipolitischen Sinne. Die Gruppendynamik ist schon Motor genug. Und kein Team möchte einen Leiter, der unfähig oder schwach ist. Der / die Abgewählte werden Teammitglieder und lernen von anderen. Das „Chef sein“ muss in einer schnell drehenden Welt mehr sein, als Büro und Assistenz. Für Innovationen braucht es auch „Ermutiger“. Die Kraft des Teams muss gefördert und gepflegt werden.

Mitarbeit on demand

Mitarbeit wird in Richtung Freelancer gehen, nach Auftragslage und projektbezogen. Das verlangt ein Upgrade des BETRIEBS-SYSTEMS mit Kultur und Ritualen, mit Ermächtigung von Mitarbeitern. Teams suchen / finden ihre Vorgesetzten – das ist social recruitung. Und die Bezahlung? Der Lohn soll sich am Beitrag am Unternehmen messen und nicht am Budget und an der Mitarbeiterzahl. Es werden in Zukunft „Ebay-Sterne“ vergeben, Bewertungen werden demokratisch, auch das Gehalt ist Mehrheitsentscheidung. Eine neue Art der Kollaboration, der Struktur und Funktionsweise tritt gegen die „alten“ Denkweisen an.

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Prof. Tobias Kollmann, Uni Essen

Es gibt keinen digitalen Weltmarktführer aus Deutschland

Unser digitale Kompetenz wurde gar nicht aufgebaut. Mit fatalen Folgen. Es gibt viel zu wenig Gründer in dem Bereich, zu wenig Fachkräfte und zu wenig Visionäre. Der Piranha Effekt – viele Keine fressen schnell die große Konkurrenz. Und die Großen? Die ganz Großen transformieren zu noch größeren … Die Bemühungen der Bundesregierung a la Industrie 4.0 bringen es nicht auf den Punkt. Digitales Wissen ist unser knappstes Gut. Ältere Arbeitnehmer werden es nicht mehr schaffen, mit der Transformation Schritt zu halten. Von den fähigen jungen Menschen kommen viel zu wenig nach. Es wird ein Kampf um digitale Köpfe werden. Ausschreibungen müssen sich um die Mitarbeiter bewerben und nicht umgekehrt. Neue Arbeitswelten und Strukturen braucht die neue Zeit. Das human digital capital wird gebraucht, um digitale Geschäftsmodelle zu schaffen, die Nachfrage erzeugt. Da hilft kein altehrwürdiges Unternehmen. Nicht die Marke, sondern das BETRIEBS-System ist entscheidend. Gemeinschaften, die gemeinsam etwas erreichen wollen, werden die Teams der Zukunft sein. Die Digitale Ebene wird eine Philosophie der Arbeit. Und das Unternehmen wird zu einem sozialen Netzwerk werden. Durch digitale Systeme gemanagt UND gelebt.

 

 

 

Tag des offenen Denkmals 2011 in Hamburg

Ein volles Programm braucht ein gutes Timing. Wer den Tag des offenen Denkmals in seiner Stadt schon einmal mitgemacht hat, weiß von der guten Planung. Über alle Stadtteile verteilt öffnen sich sonst verschlossene Häuser, Bauwerke und besondere Plätze.

Blick in den Schellfischtunnel Hamburg

Hamburg und sein Fischtunnel

Schellfischtunnel nennen die Hamburger die Hafenbahn von der Elbe bis zum Altonaer Bahnhof. Die Fracht der eingleisigen Bahnverbindung war Ende des 19. Jahrhunderts oft Fisch für die Verarbeitung oder für Räuchereien in Altona und Ottensen. Der Name entstammt dem Volksmund. Den Tunnel selbst gibt es schon länger. Als Verbindung der Häfen Kiel und Hamburg nahmen 1844 die (damals noch) dänischen Baumeister und Stadtherren von Kiel und Altona das Werk in Angriff. Der Altonaer Bahnhof lag zu diesem Zeitpunkt noch am Elbhang. 1895 wurde er nördlich verlegt und die Hafenbahn musste nachziehen, um den Kontakt mit dem Verkehrsknoten zu halten. Unter der heutigen Max-Brauer-Allee verläuft der Tunnel bis hinter das InterCity Hotel am Bahnhof Altona. Bis in die 80er Jahre waren die Bahn und der Tunnel regelmäßig in Betrieb. Durch die Verlagerung des Transports auf die (richtige) Schiene und die Straße wurde 1993 der Verkehr eingestellt.

Besichtigung Schellfischtunnel Hamburger Unterwelten

Tief runter unter die Stadt

Der Tunnel empfängt die Besucher am Eingang Nord (Bahnhof Altona) mit einem kühlen Hauch. Festes Schuhwerk, Taschenlampe und ein wacher Blick nach unten – und eine Reise in die Vergangenheit beginnt. Auf holperiger Strecke geht es zwischen den Schienen abwärts in die Dunkelheit. Die Führung zeigt an verschiedenen Stellen die Besonderheiten. Ein Teil des Tunnels wurde mit einer Betonverschalung versehen, um mehr Stabilität zu gewährleisten. Weiter unter senkten Bauarbeiten den Tunnel etwas ab, um dem darüber stehenden Bahnhof Altona Raum zu geben. Es rumpelt unter den Füßen. Die S-Bahn fährt im Minutentakt noch tiefer im Erdreich.

Schäden an den Schwellen im Schellfischtunnel Hamburg

Dann wird es stiller. Wir sind in der Biegung des Tunnels, dem ältesten Teil angekommen. In den Schwellen der Schiene sind tiefe Scharten. Ob ein Waggon hier entgleiste oder herabhängende Ladung die Schäden verursachte, bleibt auch den Mitarbeitern der Hamburger Unterwelten verborgen.

 Licht am Ende des Tunnels

Langsam holt uns die Realität wieder ein. Es wird heller, der Südausgang am Elbufer wird sichtbar. Ein Baum versperrt das schmiedeeiserne Tor. Die Natur sorgt für das Denkmal. Ein krasser Gegensatz: Geschichte zum Anfassen und nur wenige Meter weiter moderne Architektur und eine Haltestelle mit Edelstahl-Verkleidung. Der Architekt der Büroräume am Elbufer hatte die Hoffnung, dass die Bahnverbindung wieder aufgenommen wird. Schöne Vision: Touristen fahren mit einer Bahn vom Hafen direkt nach Altona. Die Stadtbahn der anderen Art.

Ausgang Schellfischtunnel Elbufer

Besuch in der Geschichte

Regelmäßig veranstaltet der Verein Hamburger Unterwelten mit dem Denkmalverein Hamburg Führungen durch das Bauwerk. Sie finden stets zum Tag des offenen Denkmals Hamburg statt.