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Eröffnung des 15. Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg

Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg eröffnet

Das Wetter kann keiner so genau vorhersagen. Die Zukunft auch nicht. Oder doch? In Wolfsburg treffen sich einmal im Jahr Menschen, die sich dem Thema Zukunft verschrieben haben. Die wissen wollen, wo die Reise hingeht, welche Trends im Kommen sind. Der Think Tank 2bAhead aus Leipzig hat geladen und 320 Anmeldungen sprengten fast das Limit. Trendforscher Sven Gabor Janszky begrüßte die Teilnehmer und leitete gleich über zu den drei Technologie Roadmaps der kommenden zehn Jahre.

Technologie Roadmap: Mobilität

Johann Jungwirt, Ex Daimler und Ex Apple und nun bei Volkswagen für die Themen der Zukunft tätig, führte die Besucher zu einem Blick in die (nahe) Zukunft.
„Auto hol mich ab.“ Der Knightrider mit seinem sprechenden KITT lässt grüßen. Der Kalender weiß, wann und wo ich Mobilität brauche. Und organisiert diese. Ticket aufs Handy, Routing zum Meeting, EKey für das SmartCar. Und das hat es in sich. Die Türen in GROSS, aber nur auf der rechten Seite, inkl. Schlafsessel und Fitness-Chair. Utopie? Heute ja. Doch das hat der Leser von Jule Verne auch gedacht …
Null Emissionen sind 2025 das Thema. Es gibt keine Verbrennungsmotoren. Taxis haben sich erübrigt, es wird autonom gefahren. Wie geht VW mit diesen massiven Veränderungen in naher Zukunft um? Es sind 300 Mio Dollar Investition geplant, ein neues Unternehmen entsteht mit neuen Arbeitsplätzen. Das Ziel: Markführer der neuen Mobilität in Europa zu werden.

Technologie Roadmap: Energie

Dietrich Gemmel ist bei RWE Effizienz CEO und außerdem Kundenversteher und Planer einer neuen Verbindung vorhandener Technologien.
Nicht der Highway to Hell, sondern der Gateway to Future ist das Ziel. DIe
Elektromobilität wird Standard. Eine zukünftige deutsche PlugInHybrid-Flotte ersetzt die Hälfte der Pumpspeicherwerke. Fahren wird smart. Wohnen wird smart. Kommunikation wird smart. Eine Kombi-Flatrate für Wohnen, Telefon, Mobilität ersetzt heutige Modelle. Präferenzbasierte Preise ermöglichen einer mobilen und vernetzten Generation die personalisierte, optimierte Anpassung an ihre Bedürfnisse. Smart Grid wird Standard und Speicher werden überall stehen, mit Photovoltaik gleich ausgeliefert. Die Stromnetze passen sich dem Bedarf an und Verbraucher liefern Strom. Smart wird Realität und ist nicht mehr nur ein Slogan.

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Technologie Roadmap: Kommunikation

Florian Gruber, Senior Vice President von T-Systems
Share oder Lebensqualität? Nutzen statt kaufen? Der Markt und die Kunden sind im Umbruch. Dieser stellt das derzeitige Wirtschaftssystem auf dem Kopf. Dank Analyse im Netz und digitalen Agenten wird sich das Produkt an den Kunden wenden. Dieser liefert mit seinen digitalen Spuren genügend Informationen dafür. Dazu kommt eine Zunahme des IoT. (Internet of Things LINK) Die Zahl der Devices in Haushalten und Unternehmen wird steigen – und sie werden miteinander reden. Produkte werden von Kunden mit gestaltet und die Individualisierung dieser Produkte wird drastisch zunehmen. Doch bewirkt das in der Produktion? Sensoren und Software bestimmen zukünftig Entscheidungen. Der Anteil der Software und deren Aktualisierung wird in höherer Taktrate erfolgen. Systemlieferanten werden nicht nur gebraucht, sondern von den Kunden ausgebildet. Logistik und Fertigung werden abnehmen, da die 3D Print-Center vor Ort die Finalisierung für die Losgröße 1, das einzelne personalisierte Produkt, vornehmen. Schöne neue Welt, oder Wegfall Tausender Arbeitsplätze?
Diese Veränderungen werden massiv auch In die Gesellschaft eingreifen. Diese Folgen sind in ihrem Ausmaß noch nicht abzuschätzen.

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Zehnter Zukunftskongress des 2b AHEAD Think!Tank eröffnet

Am 14. Juni 2011 startete der zehnte Zukunftskongress des innovativen Leipziger ThinkTanks 2b AHEAD im Schlosspark Destedt nahe Braunschweig. Seit zehn Jahren denken und entwerfen 200 CEOs, Markenstrategen und Zukunftsforscher ein Szenario für ein Leben in zehn Jahren.

Das Jubiläum des Zukunftskongresses mit ausgewählten Teilnehmern ist ein Garant für spannende Themen und bemerkenswerte Speaker. Nach der Wirtschaftskrise keimte Hoffnung, eine „alte“ Sicherheit würde wieder hergestellt. Weit gefehlt. Gesellschaftliche Umbrüche auf der ganzen Welt und eine beginnende Verschiebung der wirtschaftlichen Gewichte beschert eine „Ökonomie der Unsicherheit“. Sich dieses Trends zu stellen, Antworten auf neue Fragen zu finden, Gesellschaft und Wirtschaft in ein neues Zeitalter zu führen – dazu dient der Zukunftskongress.

Schlossgeist und Landesbischof

Der virtuelle Schlossgeist, eine unbekannte Schönheit derer von Veltheims, begrüßte Teilnehmer und Ideengeber des Eröffnungs-Panels in der zauberhaften Anlage des Schlossparks Destedts. Wie Unsicherheit unsere Welt verändert – das Thema, welches sich über zwei Tage durch alle Thesen und Keynotes zieht. Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber spricht von den Nöten der Kirche und ihren Visionen. „Denn ohne diese Visionen verkommt das Volk“. Auch wenn die evangelische Kirche der größte Arbeitgeber nach dem VW-Konzern in Niedersachsen ist – ihre Schäflein haben anderes im Kopf, als in Scharen in die Gotteshäuser zu strömen. Die Religionen leiden an Abnahme der Plausibilität und haben kräftige Konkurrenz. Wenn sich Menschen mehr den neuen Technologien, Medien und ihrem Vergnügen widmen, haben es Hirten schwer.

Prof. Dr. Friedrich Weber

Von den Medien lernen

Vom Umbruch wusste auch Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer der Axel Springer AG zu berichten. Zeitungen verlieren stetig Leser, das Onlinegeschäft ist schwer zu monetarisieren. Und die Kommunikation ist keine Einbahnstraße mehr. Walteten früher die Sender (Zeitungen, Radio, Fernsehen) einspurig ihrem Auftrag nach Wissens- und Informationsvermittlung an die Empfänger (Leser, Hörer, Zuschauer), so haben diese heute in kürzester Zeit die Möglichkeit, zu antworten. Die Zahl der Leserbriefe ist im Promillebereich anzusiedeln gegen Tausende Einträge auf den Webseiten durch die Leser an einem Tag. Und noch eines haben die Verlagshäuser gelernt. „Wir sind nicht mehr nur Medium, sondern Kurator. Wie in einer Ausstellung wählen wir aus, was sehenswert ist“. so Keese. Die Verlage müssen Vertrauen in die Kompetenz eines Aggregators aufbauen. Der Leser / Nutzer soll erkennen, dass es professionelle Auswahl wichtiger Informationen gibt.

Christoph Keese

Open Government statt Volks-Ersetzer

Anke Domscheit-Berg, Vorstand von opengov.me, sprach einer realen Demokratie und Transparenz der öffentlichen Verwaltung das Wort. „In zehn Jahren gibt es den gläsernen Staat. In zehn Jahren sind Parlamentarier Volks-Vertreter, und nicht Volks-Ersetzer!“ Kleiner Mann ganz groß, dass gleiche gilt für Lieschen Müller. Meinungsbildungsprozesse finden in rasanter Geschwindigkeit und digital statt. Die Fakten auf den Tisch zu bekommen, ist keine Illusion mehr. Verwaltungen werden ihre Prozesse und Entscheidungen offenlegen müssen. Das Volk will wissen, was in seinem Namen geschieht. Die kollaborativen Elemente einer neuen digitalen Gesellschaft ermöglicht weltweite Kooperationen. Nach Fukushima und dem Kommunikationsdesaster von TEPCO organisierten Menschen Geigerzähler und stellte die gemessenen Daten unverzüglich ins Netz. „Der Wutbürger wird zum Mut-Bürger. Und König von Deutschland kann jeder sein.“, so Domscheit-Berg. Engagement, Partizipation und technische Möglichkeiten wälzen ein ganzes System um.

Anke Domscheit-Berg

Kontrollverlust und Machtgewinn

In einer Welt der unsicheren Sicherheit müssen Unternehmen und Politiker Macht abgeben. Vertuschen, Lügen – bald Schnee von gestern. Öffentlichkeit sorgt für Aufmerksamkeit bei Regelverstößen und unsauberen Machenschaften. Konsum wird demokratisch, der Verbraucher mächtig. Via App werden ethische Werte messbar oder Schadstoffe angezeigt. Und Ökobilanzen bekommen einen (Marken-) Namen. Im Guten wie im Schlechten. Ein intellektuell-quirliger, im wahrsten Wortsinn anstößiger Auftakt ist gemacht im Schlosspark Destedt. Denken kann Spaß machen, auch wenn bei unzähligem Input der Schädel um seine Fassung ringt.