Schlagwort-Archive: code

webmontag hamburg wer liefert was von docks und containern 2014 by abendfarben

Von Docks und Containern – Webmontag Hamburg

Willkommen in der Coder-Hölle. Das war mein erster Gedanke, als ich das Thema des Abends las. Ruby-Entwickler, Dokker Deployments, SAP on Rails – bitte wie, bitte was? Aber was ein echter Webmontag-Berichter ist, der scheut nicht den Gang in unbekannte Welten voller kryptischer Zeichen. Und so taten es auch dreißig andere Mutige. Der Hamburger Webmontag bei WerLiefertWas am 29.09.22014 konnte beginnen.

Dokker und Container

Den (erleichterten) Einstieg in die Welt der Coder machte Wojciech Pietrzak. Der freundliche Mensch mit dem unaussprechlichen Namen nutzte den Hamburgern geläufige Begriffe. Ein System namens Dokker mit seinen Containern leistet das Unmögliche. Der Transfer vom heiligen Laptop des Entwicklers auf die Produktionsserver holpert zu gern. Zitat: „Auf Deinem Laptop läuft es. Speichere Deine E-Mails woanders, der Laptop geht in die Produktion.“ Das kann Dokker vermeiden. In dem es Prozesse aufsplittet und in Container packt. Wenn nun etwas geändert werden soll, greift Mensch nur in einen Container, aber nicht in das ganze System. Never change a running system? Doch! Geht! Die Begeisterung war Wojciech deutlich anzusehen. Er war der Kapitän der Schiffes mit drölfzig Containern und er steuerte den Kahn ganz gelassen durch alle Untiefen.

Wer liefert was?

Staunend erfuhr das pixelige Auditorium von Jens Hinrichs, Head of Webdevelopment bei „Wer liefert was“, das Alter. Nicht das von Jens, sondern von seinem Brötchengeber. Die gute alte Tante WLW ist stolze 83 Jahre alt. Wie das? WLW gab es schon in den Dreißigern des vergangenen Jahrhunderts. Damals als Heftchen, später als pfundigen Katalog mit 48.000 Stichwörtern, 10.000 Seiten in sechs Bänden und stolzen 16 Kilogramm Gewicht. Heute stemmen 180 Mitarbeiter den digitalen Sucher. Sehr erfolgreich: Es sind 500.000 Lieferanten gelistet.

Oh Datenbank, oh Datenbank!

Nun kann sich nicht nur der Besucher des Webmontag, sondern auch Lieschen Müller an den Fingern abzählen, dass diese Datenbank eine MONSTERDATENBANK ist. Deren Handling ist so fluffig, wie einen Öltanker an den Landungsbrücken vorbei zu schlängeln. Davon konnte Jens auch ein Liedchen singen – also im übertragenen Sinne. Es gab Zeiten, da dauerte das Backup der Datenbank stolze 6 Stunden. Und wehe, die Watt oder Volts schwankten! Heute ist das pillepalle. Der Jens schaukelt das mit einem Sinatra-Proxy (!), schickt einen Message Bus voller Pyton Script zum Frontend Framework. Das ganze sogar mit dem Bootstrap. Tja, da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Jedenfalls schnurrt die Datenbank heute, wie ein kleines Kätzchen und ist blitzeschnell. (http://t.co/K88Jq1Rp12)

Cineasten lassen grüßen

Ich glaub, ich bin im falschen Film. Was haben Filme und Bewertungen mit dem Webmontag zu tun? Das ist ganz einfach. Besonders für Steffen Moelter. Der ist Ruby Entwickler der Akra GmbH und zur Zeit bei „Wer liefert was“. Und als solcher datenbankelt er fröhlich vor sich hin. Um das zu illustrieren, berichtete er über ein Bewertungssystem. Dieses nutzt Graphen-Datenbanken. Die sind schneller, als bei einer relationalen Struktur. Und sie wuppen die Komplexität deutlich entspannter. Völlig logisch, dass als Technologie Jruby on Rails und neo4j als ‚embedded database‘ benutzt wird. Das ganze läuft auf einem Soda Server. Der ist also so da. Nicht schlecht!

webmontag hamburg 2014 _wer lefert was by abendfarben_26

Phiertel Philes

Nach all den Graphen, dem (Unge)Cypher und einer phiertel Million Philes phiff mein Koph dermaßen , dass ich phroh war, als es dem Ende zuging. Aber wieder einmal hat der Hamburger Webmontag Klasse bewiesen. Hier rockt die Compi-Szene, hier steppt der digitale Bär der Bundesrepublik. Auch das muss einmal festgehalten werden! Wir phreuen uns also auph den nächsten Webmontag und danken den Codern und WerLiefertWas für den tollen Abend.

PS: Der geneigte Leser, besonders der vom Fach, sehe mir meine laienhafte Beschreibung des Abends nach. Ich Schreiberling, nix Programmierer 😉

Anmerkung zum Artikel: Der Webmontag Hamburg findet nicht mehr statt. Auf der Webseite wurden Beiträge von mir zu den Veranstaltungen im Logbuch notiert. Dieser Artikel ist eine Sicherungskopie von https://www.webmontag-hamburg.de/eintrag/wmhh-30-von-docks-und-containern.html

webmontag_hamburg_august_2014_by_abendfarben_2

Von MINT(ze) und Hackordnung – Webmontag in der Hackersschool

Wir wussten es! Tarnt sich als Medienschule und ist voller Hacker. Na, denen schaute der Hamburger Webmontag mal ein büschn genauer auf die Finger. Am 25.08.2014 ging es um MINT(ze), Begabte, Coder und noch mehr.

Ende mit Pause

webmontag hamburg august 2014 by abendfarben 1

Die Sommerpause ist endlich vorbei und alle, alle kamen. Hamburgs Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Webbegeisterte strömten. In die Medienschule Hamburg am Ring 2. Um zu sehen die finsteren Gesellen, die da in dunklen Kellern vor sich hin hacken. Oder doch nicht?

MINT(ze) für Heute und Morgen

webmontag hamburg august 2014 by abendfarben 2

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ist der frische Duft, den die Wissensgesellschaft braucht. Um das „I“ ging es Andreas Ollmann & David Cummis: “Wir bringen den Vokal zurück in’s MINT” Dafür legten sie dolle los. Holten Sponsoren, Presse und PR ins Boot und nach mühevoller Vorbereitung 50 Schüler zur Hacker School. Da hatten sie die Kleinen, wo sie diese haben wollten: Hinter dem Bildschirm. Und die waren begeistert bei der Sache. Voller Erfolg, bundesweite Anfragen und Energie für´s Weitermachen. Das es funktionierte, erzählte gleich danach der da …

Huurraahh! Schule!

Das sagt Richard Rasmussen (Schüler der Hacker School) in seinem Vortrag „Warum ich die Hacker-School mag“. Ehrfürchtig lauschte das Auditorium. Denn der kleine Hacker-Racker sprach so selbstverständlich übers Programmieren, HTML und JavaScript, wie unsereins über´s Brötchen holen. Donnerlittchen! Und das er komplexe (!) Strategiespiele (!) mag. Mit noch nicht mal 13. Er hatte den Saal im Handumdrehen für sich eingenommen. Vielleicht sagen wir dereinst: Weißt Du noch, damals? Der kleine Richard? Tja, heute ist er der neue Bill Gates. Oder so ähnlich …

Coden + Spiele bauen = Begabte

Jana Rasmussen (Richards Mama) sieht in der Hackerschool Potenzial zur Talentförderung in Hamburg. Damit meint sie nicht nur ihren kleinen Coder. Denn der langweilte sich in der Schule nur. Auffällige kommen eher zum PsychoDoc, als zur Begabtenförderung. Oder bekommen ein paar Pillen, damit wieder RUHE herrscht. Sie sieht die Heranführung von Kindern an die Erfordernisse der Gegenwart / Zukunft kritisch. In England, so Jana, gehen alle Schüler von der 1. Klasse bis zum Abschluss pflichtgemäß in das Schulfach Computing. Da könnte doch Hamburg mal einen großen Schritt gehen. Könnte.

 

Y-Teacher

So benamst sich Johannes Mainusch (E-POST Development GmbH). Er beobachtet, coacht, sinniert, bildet sich und andere. Und macht verstörende Entdeckungen. Angst frisst Lernen auf. Scham verhindert Fragen – von denen es bekanntlich keine dummen gibt. Neugier und eine gewisse Selbstüberschätzung werden ausgebremst. Immer schön ruhig und sicher agieren. Bloß keinen zweiten vor dem ersten Schritt. Das ist schlecht für die Menschenköpfe und ganz schlecht für den HighTech Standort D-Land. Recht hat er!

„Was Hänschen nicht lernt…“

Marco Luschnat von ministry.de berichtet über das Supporting der Hacker School. Warum sie  supporteten? Weil es sauschwer ist, gutes IT-Personal zu finden. Ironie: 70% der Schüler sind im Internet cleverer unterwegs, als ihre Lehrer. Das Defizit der frühen (!) Heranführung der Kleinen an Kollegen Compi ist auch aus seiner Sicht ganz klar ein Drama. IT ist die Fremdsprache von morgen. Insofern pfeift Ministry auf PR aus der Hacker School und sorgt sich redlich um guten Nachwuchs. Auch und gerade im eigenen Interesse. Gut so!

Fazit des Abends

Die Jugend von heute ist nicht schlecht, sondern sie wird schlecht gemacht. Von einer Gesellschaft, der es graust vor diesem Internet-Dings. Von einer Gesellschaft, die so viel auf ihre Bildung hält, aber anachronistisch auf eingefahrenen Gleisen fährt. Lichtblick: Hacker School ist ein Anfang. Lasset uns Kreise ziehen und agitieren und weitersagen: Das WWW ist unsere Zukunft und verdammt noch mal – sie ist schon da. Heute.

Anmerkung zum Artikel: Der Webmontag Hamburg findet nicht mehr statt. Auf der Webseite wurden Beiträge von mir zu den Veranstaltungen im Logbuch notiert. Dieser Artikel ist eine Sicherungskopie von https://www.webmontag-hamburg.de/eintrag/wmhh-29-von-mintze-und-hackordnung.html