Archiv der Kategorie: Bildung

21. Zukunftskongress 2bAHEAD in München

Seit 10 Jahren dabei und immer noch spannend: Der ThinkTank aus Leipzig richtet jedes Jahr einen Kongress aus, der sich mit der Entwicklung in 10 Jahren befasst. Es treffen sich kluge Köpfe aus aller Welt. Wissenschaftler, Gründer, GEOs, sogar kluge Politiker sind dabei, wenn es um die Zukunft geht. Ich freue mich auf ein (digitales) Wiedersehen mit bekannten Größen der Szene und freue mich auf neue Impulse aus der Welt der Zukunft. Über die Jahre ist bei den Besuchen allerhand Content entstanden. Lesen Sie gern mal rein: https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

2b AHEAD Zukunftskongress in München 2021

Alle Jahre wieder (trotz Corona) und nun der zwanzigste Kongress. Glückwunsch an 2b AHEAD ThinkTank, Europas größtem Zukunftsforschungsinstitut, zum „Geburtstag“. Die Hälfte der Reise durfte ich teilnehmen. !0 Jahre Berichte über den innovativen Hotspot, das Treffen interessanter, manchmal unglaublicher Menschen aus Industrie, Forschung und Kunst. Danke dafür und nun hinein in den Kongress 2021, zweiter Teil:

Die technologische Zukunft des good old Europe

“You’re thinking of Europe as Germany and France. I don’t. I think that’s old Europe.” Das Zitat von Donald Rumsfeld (USA) in einem anderen Zusammenhang beschreibt das aktuelle Dilemma. Kluge Köpfe wandern zu Technologiestandorten ab, Technik und Wissen für die Zukunft wird auf anderen Kontinenten erzeugt. Das alte Europa, einst Standort von Wissenschaft und Kultur, wird abgehängt. Oder hängt es sich selber ab? Einige Beispiele, die exemplarisch als Antwort herhalten.

The Future of Genetics

Der Genom Based Lifestyle stellt die Medizin auf den Kopf – oder auf die Füße, wie man es betrachtet. Eine komplette Sequenzierung des Genoms ermöglicht Reparieren und Optimieren. Aber es ruft auch die Ethik auf den Plan: Spielt Mensch Gott oder ist er besser als der alte Herr da oben? Dr. Kinneret Shefer (ISR) CEO GeneNeer, hat mit ihrem Team eine Technologie entwickelt, mit der man Genveränderungen in Pflanzen an- und wieder ausschalten kann. Sie werden widerstandsfähig für Extremwetter ohne die Nebenwirkungen dauerhafter Genveränderungen. Pflanze mit Schalter, aha.

Dürre tolerierende Nutzpflanzen sind in der Lage, auf „Befehl“ die Verdampfung der Pflanze zu verlangsamen. Das allerdings entzieht ihr auch die Photosynthese. Die Pflanze überlebt, wächst aber nicht. Die Gentechnik verändert oder löscht Teile des Genstranges, es ist aktiv, solange es da ist. Der Plan: „Wir arbeiten daran, die Gene zu aktivieren und / oder zu deaktivieren – on demand.“ Genetic enginering, Cultured Meat, Medical food – wir können uns auf einige Neuerungen gefasst machen.

Froschzellenroboter

Michael Levin (USA) Director, Allen Discovery Center, Tufts University hat die Xenobots 2.0 geschaffen. Aus Froschzellen setzt sein Team „lebende Roboter“ als rekonfigurierbare Organismen zusammen, die es noch nie zuvor gegeben hat. Die millimetergroßen Xenobots können sich auf Ziele zubewegen, sie einkreisen und sich selbst heilen. Eines Tages sollen solche maßgeschneiderten Wesen radioaktive Verseuchung aufspüren, Mikroplastik aufsammeln oder in menschlichen Arterien Ablagerungen abschaben. Levin nennt das die synthetische Morphologie, fördert kollektive Intelligenz der Zellen, unterstützt Regeneration ähnlich der bei Axolotl und Planaria. Sein großer Plan: Geburtsdefekte, Unfallschäden, Krebs, Alter – vieles lässt sich in Zukunft programmieren und reparieren. Unglaublich!

Zukunft des Handels: Wohin kommen die neuen Güter, die geschaffenen Lebensmittel?

Richtig, in den Supermarkt. Wie super die Märkte der Zukunft sind, zeigt Steve Gu (USA) Co-Founder AiFi. Er schafft mit seinem StartUp die Kassen und das Personal im stationären Handel ab. Mit seinen Unmanned Stores und Gas Stations beginnt inzwischen weltweit eine neue Ära des Retail. Erste Geschäfte ohne (Verkaufs-)Personal gibt es schon. Schreckensszenario aller Gewerkschafter und Innenstädte?

Die autonomen Läden von Amazon sind nur der Anfang. In den Niederlassungen von „carefour flash“ heißt das Motto: 10 sek. Einkaufen, 10 sek. Bezahlen. Bisher konnten nur eComerce Anbieter ein Profil des Kunden erstellen und Angebote personalisieren. Im Handel begann dies über Kundenkarten. Die Daten der zukünftigen Märkte gehen zurück zu den Anbietern. Sie können auf den Kunden spezifizierte Angebot erstellen, bevor der Kunde selber weiß, was er braucht. Die Läden der Zukunft passen Preise und Waren an die Region und Kaufkraft an. Die Kosten der Mitarbeiter sinken, das Inventurmanagement ist effizienter, der Service steigt. Eine Menge Kameras erfassen und tracken den Kunden während des Einkaufs, „wissen“, was in seinem Einkaufskorb ist und leiten die Bezahlung ein. Interessante Frage: Kommt beim Diebstahl ein virtueller Polizist?

Deutschland als Innovationsnation

Thomas Sattelberger MdB, FDP, ehem. Vorstand Lufthansa, Continental, Telekom – auch er ist ein „Wiederholungstäter“ bei 2bAHEAD. Schon in 2016 wusch er (gedanklich) den Anwesenden den Kopf. Lesen Sie gern hier weiter:

Er fordert impulsiv und wortgewaltig, Deutschland soll sich auf den Weg zu einer „innovation nation“ machen. (Siehe auch „good old europa“ weiter oben…) Deutschland ist führend in Bürokratie, Verwaltung und Technikfolgenabschätzung (sic). Das hilft aber nicht weiter in einer Welt, die sich heute (!) verändert. Und das sehr sehr schnell.

Das Forschungsministerium hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Start-ups gehen dort hin, wo sich Bedingungen für Forschung und Erfolg finden. Da geht es sich auch um Geld, aber nicht nur das. In einem Klima von Paragrafen und Antragsbearbeitungsdauerverlängerungsprognose gedeihen keine klugen Ideen. Zwei Möglichkeiten: Flucht, oder quer im Stall zu stehen. Das kann nicht schaden in einem Land, welches komplett stromlinienförmig ist. Aber meckern allein gilt nicht. Sattelbergers Vorschlag: Deutschland muss sich überwinden und ein Klima (und Orte) für Innovationen schaffen. Von experimentelle Werkstätten in Kindergärten (!) bis zur Gründerkultur reichen seine Gedanken. Sonderwirtschaftszonen um Bildungscluster herum, damit die Gründer aus den Unis nicht abwandern. Enterprise Zone für kluge Köpfe. Und der Staat ist in der Pflicht. Wo bleibt die „Agentur für Sprunginnovation“?

Zwanzigster 2b AHEAD Zukunftskongress in München 2021

Alle Jahre wieder (trotz Corona) und nun der zwanzigste Kongress. Glückwunsch an 2b AHEAD ThinkTank, Europas größtem Zukunftsforschungsinstitut, zum „Geburtstag“. Die Hälfte der Reise durfte ich teilnehmen. !0 Jahre Berichte über den innovativen Hotspot, das Treffen interessanter, manchmal unglaublicher Menschen aus Industrie, Forschung und Kunst. Danke dafür und nun hinein in den Kongress 2021…

Nach vielen Jahren in Wolfsburg hat der Zukunftskongress sein neues Domizil in der BMW-Welt München gefunden. Wie in der Autostadt in Niedersachsen finden sich hier ein Zentrum mit Ausstellungen, Auslieferungen und Eventlocations. (Leider kann ich den spannenden Kongress (Dank Corona) nicht live verfolgen. Das verdammt mich zu schnöder Online-Sitzung. Die Absätze sind nicht am Ablauf, sondern thematisch sortiert.)

The Metatrend

Der Erfinder des Begriffs Metaverse, Neal Stephenson, weilte digital zugeschaltet 2012 auf dem Zukunftskongress (lesen Sie hier weiter…) Wie digitale und reale Welt verschmelzen wird, darüber berichtet Ralph Kink (D) Director Technology and Solution Development, Microsoft.

Ist Metaverse ein Trend oder Spielzeug für Nerds?

Die MicrosoftSchnittstelle zum Metaverse heißt „Hololense“. Wie Wird diese in den kommenden zehn Jahren unsere Arbeitswelten prägen? Und wie werden sich dadurch Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle verändern? Das Werkzeug, um in das Metaverse zu „gehen“ gibt es. Interessant: Die Hololens braucht die meiste Rechenpower, um die reale Welt über Sensoren und Kameras in die digitale Welt zu transferieren – und nict umgekehrt. Die „neue“ Welt dient (nicht nur) der Spielerei. Nach dem Videokonferenzen die Businessreisen abgelöst haben, gehen die Planung noch weiter. Mixed Reality, die natürliche Wahrnehmung MIT künstlicher Wahrnehmung zusammen öffnet eine neue Dimension. Reparatur und Wartung von Technologie kann mit Support vom anderen Ende der Welt stattfinden. Meetings sowie Onboarding neue Mitarbeiter ohne Reisen der Beteiligten. Operationen mit kollegialer Unterstützung aus der Ferne sind möglich.

Das Metaverse ist noch mehr. Microsoft Mesh verbindet reale Menschen mit virtuellen Avataren in realen oder virtuellen Räumen. Die KI ermöglichte Übersetzung in Echtzeit. Eine Weiterentwicklung des Internets als virtuelle Welt, in der es möglich ist, für teuer Kryptowährung teure Grundstücke zu kaufen. (Na toll!) Der nächste Schritt: Ein Interface, welches Metaverse mit dem Hirn verbindet. Schon in 2015 war das ein großes Thema in Wolfsburg. Lesen Sie gern hier weiter:

Das ist ja nur was für Spieler und große Unternehmen. Stimmt das? Ein Metaverse für jedes Unternehmen? Das fordert Julia Lampert, Senior Researcherin, 2b AHEAD ThinkTank. Was muss mein Unternehmen tun, um sich auf die kommende Metaverse-Welt vorzubereiten? Anfangen. Und wann müssen wir das tun? Jetzt. Brauchen wir eine eigene Metaverse-Strategie? Lampert glaubt, die Antwort ist ja. Die kommenden Generationen wachsen schon in dieser Welt auf. Es wäre irrig anzunehmen, dass unser good old Denken in den nächsten Jahren noch etwas zählt…

Datenguru der Bundesliga: Die Zukunft des Sportentertainments

Miky Tamir (IS) Gründer von 8 Unternehmen, von denen ein Teil an der Börse ist, zeigte in München seine Visionen, die bald Realität werden. Ob Flaggen auf dem Wasser, projizierte Ziellinien, Statistiken der Spieler – sein Unternehmen steckt hinter diesen Visualisierungen. Seine Pläne sind aber viel disruptiver. Jeder soll seine „eigene Sportschau“ bekommen! Die Lösung: 3D Videos, AR, VR, – genauer: volumetrisches Video. Bitte was? Jetzt wird es heftig. Und zerstört die aufgeblasene Sportunterhaltungsmaschinerie! Nehmen Sie Platz und halten Sie sich fest:

Die Spiele kommen ohne Kameramänner und Schiedsrichter aus. Bääm!

AI fertigt automatisierte Videoproduktionen mit autonomen Kameradrohnen. Zonk!

Ansichten der Spiele sind von vielen Standpunkten durch die Nutzer möglich. Bumm!

Wie soll das gehen? Volumetrisches Video ist die Antwort. Rechenpower, Drohnen, eine 3D-Aufnahme des Spiels und fertig ist der Sportcocktail. Die Folgen: Eine ganze Unterhaltungsindustrie wird auf den Kopf gestellt. Massive Bedrohung der Arbeitsplätze, Kostensenkung im Tiefflug, Videobeweis entfällt – das macht die KI. Die erfasst nicht nur die Spielsituationen, sondern auch Fitness- und Performance-Daten. Rating inklusive. Beschiss ist nicht. Wer verdient damit Geld? Die Metaverse-Betreiber. Gute Nacht, Sky und Co.

2bahead-kongress-2018-wolfsburg-by-abendfarben

20. Zukunftskongress 2bAHEAD 2021

Seit 10 Jahren darf ich einen beeindruckenden und innovativen Kongress begleiten. Die Zukunftsforscher des Institutes um Sven Gábor Jánszky laden einmal im Jahr Menschen aus aller Welt ein, gemeinsam ein Zukunftsbild zu gestalten. Jedes Jahr „sehen“ sie 10 Jahre weiter. Bei den ersten Besuchen konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen. So utopisch und fern klangen die Berichte. Inzwischen sehe ich, dass die Vorhersagen von vor 10 Jahren oft eintreffen. Das Schmunzeln ist dem Staunen gewichen.

Wie viel Mensch verträgt die Zukunft?

In 2015 erschien das Buch „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“. Das sind nur noch knappe 4 Jahre. Dicht dran an der Zukunft, oder? Lesen Sie hier gern mal rein: KLICK! Die Frage nach der Verträglichkeit von Mensch und Zukunft stellt auch der 20. Kongress 2bAHEAD. Dazu haben die Veranstalter Denker und Lenker, Forscher und Phantasten, CEOs und Innovatoren großer Unternehmen und viele weitere interessante Menschen nach München in die BMW-Welt eingeladen.

Lesen Sie sich schon mal warm!

Über all die Jahre sind zahlreiche Artikel entstanden, die Unglaubliches und Sonderbares von den Kongressen des ThinkTanks berichteten. Wenn Sie in die Materie einsteigen wollen, finden Sie auf dieser Seite alle Artikel verlinkt. Auch in 2021 wird wieder berichtet. „Dank“ Corona nicht live, sondern online dabei. Bleiben Sie gespannt!

Ihr Tom Köhler

der weg ist das ziel by abendfarben

Wünsche für das neue Jahr 2021

Das alte Jahr geht und zum Wechsel in ein neues sind ein paar Gedanken und Wünsche angebracht. Auch wenn die Situation mehr als besonders ist, bleibt ein fader Nachgeschmack über. Sicher erfordern besondere Zeiten besondere Aktionen, keine Frage. Nur haben sich alle Beteiligten nicht mit Ruhm bekleckert.

Wünsche an die Medien

Die Aufgabe eines Journalisten ist das beobachten und neutrale berichten über Ereignisse oder Personen. Neutral heißt, nicht wertend, nicht Partei ergreifend, nicht Politik betreibend. Nicht nur, dass sich so manche/r aus der Abteilung Edelfeder sichtlich um Lobhudelung der eigenen Person bemüht. Sondern es wird positionierend berichtet, es werden bewusst Ereignisse „ge-frame-t“, es gibt eine ganze Armee politisch klar ausgerichteter und so wirkender Journalisten. Sie verstehen sich als verlängerter Arm ihrer Partei oder politischen Blase und agieren dem entsprechend. Im Gegenzug werden die „Feinde“ verzerrt dargestellt. Man beachte in dem Zusammenhang die Fotos von Menschen / Politikern, auf denen gerade herumgehackt wird. Die Bilder sind so gesetzt, das sie „das Ziel“ in einer verächtlichen oder unästhetischen Weise zeigen. Achten Sie mal darauf… Mir wäre es wohler zumute, wenn z.B. die zwangseingetriebenen Gelder des ÖRR der eigentlichen Bestimmung zugute kämen. Dazu müsste das ganze mischpoke System von Grund auf saniert werden. Ich weiß, ein großer Wunsch.

Wünsche an die Politik

OK, sie haben keinen leichten Job in der Pandemie. Keine Frage. Aber über die Leistungsfähigkeit, die Intelligenz, das Krisenmanagement darf man schon nachdenken. Bundespräsident v. Weizsäcker forderte zu seiner Zeit, mehr Wissenschaftler in die politischen Entscheidungsgremien zu holen. Ich würde noch weiter gehen. Es gehören Wissenschaftler an die Macht. Nicht Plagiatoren und Dr. Ehrenhalber. Der Politiker auf einem Wahlplakat ist geräuschlos und leicht zu entfernen. Diesen wunderschönen Satz verzapfte der grandiose Loriot (dem ich tief verbunden bin, nur nebenbei). Er beschreibt eben in einem Satz, wo das Problem liegt.

Ernannt auf ministerielle und andere entscheidende Posten dank Verteilungsschlüssel oder Überhangmandat landen Nichtwissende (-wissenschaftler) an den Hebeln der Macht. Sie produzieren Hektoliter von heißer Luft, dem Proporz und dem eigenen Stuhl geschuldet. Die Fraktion sagt, wo es lang geht. Nicht die Notwendigkeit, nicht das aktuelle Geschehen außerhalb des „politischen Berlins“. (Haben Sie sich den Begriff mal auf der Zunge zergehen lassen?)

Wie sollen diese „Volksvertreter“ denn das Volk, ihren Wähler, vertreten? Wie sollen den sehr pragmatische, kluge, wegweisende Entscheidungen getroffen werden? Wie soll denn eine Richtung, die sich als Erfolg versprechend erweist, mit aller gebotenen Energie und Verve durchgesetzt werden? Unter den oben genannten Bedingungen? Mein Wunsch: Mehr Typen, Macher, Durchsetzer als die jetzigen Dullis in Berlin.

Wünsche an die Menschen

Angst und Unsicherheit sind immer ein schlechter Ratgeber. Beide werden leider auch von den oben genannten Gruppierungen benutzt oder forciert. Das macht es den Menschen nicht leichter, diese Situation zu meistern. Leider ist da niemand, der den Menschen echtes Mitgefühl oder Verständnis entgegenbringt. Leider ist da keiner, der in dem Format eines Gandhis oder eines Luther Kings den Menschen Glauben an die Zukunft und Kraft schenkt. Sie sind auf sich alleine gestellt. Und die Urtriebe des Menschen treten schnell ans Licht. Angst erzeugt (politische) Flucht oder (persönliche) Aggressivität. Beides gut an Wahlergebnissen oder am alltäglichen Umgang festzustellen. Nach fast einem Jahr der Unsicherheit und Angst vor dem Ungewissen ist die Situation leider sehr festgefahren. Nach den Tonnen von Aufrufen nach Disziplin und Zurückhaltung stiftet es wenig Sinn, noch einen weiteren Aufruf dieser Art zu starten. So wünsche ich den Menschen, dass sie sich um ihr direktes Umfeld sorgen und kümmern. Wenn jeder nur seine Familie, seine Nachbarn unterstützt oder für sie sorgt, ist schon mehr geholfen, als immer nur gegen „die da oben“ zu wettern.

Und nun?

Aus beschriebenen Gründen sind die erststen beiden genannten Gruppen in absehbarer Zeit nicht reformierbar. Das System Bundesrepublik war viele Jahrzehnte politisch und wirtschaftlich ein Vorbild auf der Welt. Leider hat es über die Jahre eine Kaste hervorgebracht, die mehr dem Parteibuch oder der politische Orientierung dienen, als dem „Souverän“. Diese Strukturen sind sehr verwachsen und es würde mich nicht wundern, wenn diese Selbstherrlichkeit und -bedienungsmentalität dazu führt, dass sich das politische System selbst zerreibt. Scherbenhaufen a la 1920er Jahre wäre eine Option.

Wünsche an das Jahr 2021

Doch sind das nur Vermutungen und ich möchte ja dem neuen Jahr einige Wünsche mit auf den Weg geben. Also bitte:

2021, es wäre sehr hilfreich, wenn Du uns etwas zur Ruhe kommen lässt. Mit Vertrauen in Lösungen und Wege. Damit die aufgewühlte Gesellschaft Luft holen kann.

2021, ich würde mich freuen, wenn Du denen, die am meisten geschuftet haben in der Pandemie, eine wirkliche Anerkennung zukommen lassen wirst. Ich dachte da an vier Wochen Extraurlaub, bezahlt natürlich. Oder an eine wirklich fette Prämie für all die Schwestern und Pfleger, Ärzte und Rettungskräfte.

2021, vielleicht zeigst Du den Menschen, dass Leben nicht nur Überfluss heißt. Können wir auch mit weniger genauso glücklich sein, macht das ja was mit unseren Rohstoffen und der Umwelt.

2021, du wirst der geschundenen Gastronomie und all den abgesagten Feiern, Festen, Partys einen Riesengefallen tun, wenn wir wieder all diese Dinge planen und vor allem durchführen können. Streng dich mal an diesbezüglich…

Bockiger Abgesang – Über Covidioten und andere Menschen

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Über Außenseiter macht Mensch sich gern lustig. Und Visionäre gehören in die Klapse (sinngemäß Helmut Schmidt). So gesehen sind 30 Jahre Botho Strauss ein ganz besonderes Jubiläum. Wie das eine mit dem anderen verknüpft ist, dazu weiter unten mehr. In meinem Archiv liegen zwei Texte. Der eine fast 30 Jahre: „Anschwellender Bocksgesang“ aus 1993. Der andere etwas frischer: „Der Plurimi Faktor“ aus 2013. Verfassser ist Botho Strauß, Schriftsteller und Dramatiker. Was ihn meiner Meinung nach auszeichnet, ist ein sezierender Blick auf die Gesellschaft. Wortgewaltig und intellektuell hochgerüstet zerlegt er menschliches Verhalten und hält uns froh den Spiegel vor die Nase. Anstrengend durchaus, keine leichte Kost sicherlich.

Hier soll es nicht um eine Auseinandersetzung mit den beiden Artikeln gehen. Das maße ich mir nicht an. In ihnen tauchen aber Anmerkungen auf, die für die momentane, außerordentliche Situation in viralen Zeiten relevant sind. Und es sei mir erlaubt, mich an diesen Anmerkungen entlang zu hangeln – unterstützen sie doch meine Sicht auf die Gesellschaft im Ausnahmezustand.

Der Ausbruch

Nur Tage vor dem Einschlag sieht eine ganze Nation rot. Abgesehen davon, dass der zeitliche Vorsprung seit dem Ausbruch in China fast drei Monate beträgt. Ein sehr luxuriöser Vorsprung für Politik und Gesundheitswesen – finde ich. Nun lässt es sich nicht mehr ändern, weil zögerliche Beamte und rückversichernde Politiker gnadenlos Zeit verstreichen ließen. Strauss nennt dies einen „politisch-technischen Selbstüberwachungsverein“(A).

Die Schwächen des Systems, die Fehlbedarfe, die mangelnden personellen Strukturen, das „kostenoptimierte“ und „beste Gesundheitssystem der Welt“ – ein Kartenhaus. Ein tödliches Kartenhaus. Kaputt gespart, Mitarbeiter demoralisiert, Vorräte Fehlanzeige. (Keine Sorge, das wird kein Jammer-Thread.)

Es gibt auch Solidarität und Hilfsbereitschaft. Aber die hilft nicht gegen den Killervirus. Strauss dazu: „Sicher ist, dieses Gebilde braucht immer wieder wie ein physischer Organismus den inneren und äußeren Druck von Gefahren, Risiken, sogar eine Periode von ernsthafter Schwächung, um seine Kräfte neu zu sammeln, die dazu tendieren, sich an tausenderlei Sekundäres zu verlieren.“(A)

Dumm nur, dass dieser Druck übermächtig ist und das „System“ zu zerlegen droht. Verflixt, dass auch noch so viel Geld keine Infrastruktur, keine Intensivmedizin und schon gar keine Fachkräfte kaufen kann. Nicht in dem benötigten Umfang und der zur Verfügung stehenden Zeit. „Es ziehen aber Konflikte herauf, die sich nicht mehr ökonomisch befrieden lassen; bei denen es eine nachteilige Rolle spielen könnte, daß der reiche Westeuropäer sozusagen auch sittlich über seine Verhältnisse gelebt hat (A)

Wohlgemerkt stammt dieser Satz aus 1993. Soviel zum Thema Visionen. Und soviel zum Thema, welche Werte und Institutionen in Krisenzeiten relevant sind. Menschen hören auf einen Virologen, der zum medialen Superstar wird. Er wird es, weil die politischen „Eliten“ weder Charisma haben. noch glaubhaft planvoll agieren.

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Der Mensch

Wenn es auch in einem anderen Zusammenhang in den Texten auftaucht, passen die Zeilen perfekt in die Zustandsbeschreibung eines Landes im Panikmodus. Das Land der Dichter und Ingenieure. Ja, und das Land der kleinbürgerlichen Egoisten und Klopapierhamsterer. Der oben avisierte Druck bringt das Wahre, Innere zum Vorschein. Die Fassade ist ab, der Vorhang ist gefallen. Jetzt geht es nur noch darum, seinen eigenen Arsch an die Wand zu bringen und selbigen mit Nudeln vollzustopfen. Die Urängste bringen das Wesen ans Licht. Hässlich, niedrig, dumpf. Strauss dazu: „Nach der Würde – ach, Leihfloskel vom Fürstenhof! – meines deformierten, vergnügungslärmigen Landsmannes in der Gesamtheit seiner Anspruchsunverschämtheit muss ich lange, wenn nicht vergeblich suchen.“(A)

Die Unbelehrbarkeit muss eine der biblischen Todsünden sein. So resistent, wie lästige Krankenhauskeime, kleinbürgert der freiheitsliebende Germane herum. Selbstverständlich sind die Hinweise zum Verhalten bei nahender Gefahr von Vater Staat (und Mutti Merkel) nur Kann-Hinweise. Disziplin und Beschränkung – oh, ihr widerwärtigen Worte! „Der heitere Idiot in der Welt der Informierten zu sein heißt, ohne eine Regung von Zukunftsunruhe, ohne Angst zu leben.“(P) Oder anders formuliert: Der nach unten offene Grad der Bildung ermöglicht ein sorgenfreies Ableben.

Linguisten sind nicht gerade im Tagesgeschehen wahrnehmbar. Doch schaffen sie es, Dinge auf den wortwörtlichen Punkt zu bringen: „Covidiot“

The definition of the word ‚Covidiot‘ is when a stupid person who stubbornly ignores ‘social distancing’ protocol, thus helping to further spread COVID-19. The word Covidiot also describes a stupid person who hoards groceries needlessly spreading COVID-19 fears and depriving others of vital supplies.

„Der COVIDIOT“ Die Definition des Wortes „Covidiot“ ist, wenn eine dumme Person, die das Protokoll der „sozialen Distanzierung“ hartnäckig ignoriert, zur weiteren Verbreitung von COVID-19 beiträgt. Das Wort „Covidiot“ beschreibt auch eine dumme Person, die Lebensmittel hortet, die unnötigerweise COVID-19-Angst verbreiten und anderen die lebenswichtige Versorgung vorenthalten.

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Die Gesellschaft

Völlig überfordert und gelähmt blickt der Homo Europaeus auf die sich auftürmende Welle am Horizont, die näher rückend alles zu verschlingen droht. Es ist im wahrsten Wortsinn unfassbar und unbegreifbar. „Auch im Begreifen liegt immer etwas Gestriges. Wir begreifen ja das Neueste in vorgeprägten Formeln, die längst abgegriffen sind.“(P) Das Unbekanntes ängstigt, weil es nicht einzuordnen ist, folgt logisch. Und wie geht eine satte, reiche, „zivilisierte“ Gesellschaft nun damit um?

Hilft nun das volle Regal, das dicke Konto, das große Auto? Sind die ökonomisch gedrillten Menschen nunmehr mit Dingen ausgestattet, die eine dreiwöchige oder dreimonatige Quarantäne überstehen helfen? Ich wage es zu bezweifeln. Beginnen wir damit, dass es wohl schon schwerfällt, nichts zu tun. All die ach so gestressten Berufstätigen jaulen, dass sie nunmehr zuhause (!) ausruhen (!) müssen. Couch Potato wird Ouch Potato. Weiter geht es mit der drohenden Langeweile. Bitte? Wie geht das denn? Endlich mal das Buch lesen, was noch original verpackt im Regal liegt, endlich mal den Papierberg wegheften und ausmisten. Überflüssiges, Ballast definieren und für den Abtransport markieren. Die Frühlingssonne auf dem Balkon genießen. Usw, usf.

„Nach Lage der Dinge dämmert es manchem inzwischen, daß Gesellschaften, bei denen der Ökonomismus nicht im Zentrum aller Antriebe steht, aufgrund ihrer geregelten, glaubensgestützten Bedürfnisbeschränkung im Konfliktfall eine beachtliche Stärke oder gar Überlegenheit zeigen werden.“(A) Nach dem Runterkommen, dem Ausstieg aus dem Hamster(!)rad vielleicht eine willkommene Gelegenheit, sich seiner selbst zu besinnen. Vielleicht drängen sich dann die eigenen bösen Geister auf, die sich prima im Alltagsgetriebe versteckten ließen. Nutzen Sie doch die Gelegenheit, über sich, Ihr Leben und Ihre Ziele nachzudenken. Passt gerade ganz gut.

Und es bringt nichts, stündlich die Fallzahlen und Infektionskurven zu googeln. Davon wird es auch nicht besser. „Die großen Schrecken der Welt zählen zu den geringsten unter den Sensationen, die sich dem letzten einzelnen, dem Idiotes, aufdrängen.(P) Es sei denn, der Schrecken der Welt klopft laut an die eigene Tür…

Der Leser

Dank dem Leser für das Durchhaltevermögen. In Zeiten von „LOL“ und „HDL“ sind drei Seiten Text schon heftig. Vielleicht haben Sie ja auch eine Meinung, etwas zu sagen, resp. zu schreiben. Zögern Sie nicht, denn Kommunikation ist keine Einbahnstraße.

abendfarben@web.de

Passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf. Halten Sie sich an die Regeln, die ja gar nicht so schwer sind und bewahren Sie sich weiter ein sonniges Gemüt. Geduld und Ruhe sind nun erste Bürgerpflicht. Nutzen Sie die Zwangsauszeit sinnvoll und sinnenvoll.

Quelle der Zitate (A) aus „Anschwellender Bocksgesang“: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681004.html

Quelle der Zitate (P) aus dem „Plurimi Faktor“: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-104674126.html

hamburgs schöne treppenhäuser uhlenhorst by abendfarben

Faszination Hamburger Treppenhäuser

Ein Thema wurde zur (fotografischen) Leidenschaft: Treppenhäuser. Die Touren durch die Stadt lassen immer wieder staunen. In der Vielfalt und Pracht der Gestaltung und der Materialien. Doch Treppenhäuser haben auch etwas philosophisches, metaphysisches in sich. Diesem Bereich versuche ich auf den Grund zu gehen, bzw. auf´s Dach zu steigen.

Hoch!

Beim Betreten eines schönen Treppenhauses stockt einem oft der Atem. Licht, aufstrebende Formen, Linien die führen, Materialien zum berühren. Die Eingangshalle eines Treppenhauses ist der Empfang. Sie lädt ein, verweist auf Ebenen. Im Gegensatz zu einer Hotel-Lobby hält sich der Besucher hier nur kurz auf. Er möchte ja zu seinem Ziel. Der Eingang ist wie ein Bahnsteig, von dem man verreist. In dem Fall in die Höhe per Paternoster (ja, die gibt es noch) oder per Treppe. Da heißt es steigen. Aufsteigen, klettern, erklimmen. Je nach Anzahl der Geschosse ist das schon ein nettes Cardio-Training für zwischendurch. Es ist bergsteigen für Städter.

Hinter dem sinnlich erfahrbaren, den geschwungenen Geländern, den glatten Wänden, dem Licht ist der Aufstieg eine Erfahrung. Wir bezwingen etwas, überwinden uns oder einen Widerstand. Die Belohnung ist das Ankommen, die Aussicht. Ebenen zum ausruhen, Steigungen zum fortkommen. Es erschließen sich räumliche Zusammenhänge, es wechseln die Perspektiven. Gute Architekten spielen mit Fluchten, Säulen, Lichtlinien und nehmen den Betrachter auf eine sich ständig drehende Reise mit. Es gibt die ausladenden, sehr luftigen Treppenhäuser mit einem riesigen Lichthof. Und es gibt die engen, dunklen, ungemütlichen. Wie im „normalen“ Leben auch. In den einen verweilt man gern, aus den anderen zieht es einen schnell hinaus.

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Aufblicken, aufschauen, bewundern. Wir schauen zu jemand auf, wir verehren, vergöttern. Alles hat etwas mit „oben“ oder „darüber“ zu tun. Es gibt etwas über uns. Eine (göttliche) Macht, ein Schicksal, wie auch immer Sie es nennen wollen. Kirchen sind in den Schiffen oft gewaltig und hoch, farbenprächtig, lichtdurchflutet. Das Treppenhaus hat eine interessante Ähnlichkeit. Im besten Fall ist am oberen Ende Licht, eine Kuppel, Fensterflächen. Ein direkter Draht in den Himmel.

Runter!

Im Gegensatz dazu ist der Blick hinab. Abgesehen von der Höhe, die in leicht gestalteten Treppenhäusern besonders bedrohlich scheint, werden wir oben besonders in Beschlag genommen. Wir müssen hinab. In Tiefe, in Dunkelheit in das Ungewisse. Wie ein Loch wirkt die Tiefe. Der atemberaubende Ausblick hat zugleich etwas bedrohliches. Es ist ambivalent auf eine sehr subtile Art. Wir sind nah am Himmel (siehe Hoch!), doch wer hoch steigt, fällt tief. Was verbirgt sich hinter Stufen und Galerien? Das Treppenhaus ist die Zentrale, es sind die Eingeweide eines Hauses. Hier treffen sich Menschen oder entfernen sich voneinander. Und im Hinab geht es um verschwinden, versinken, eintauchen. Das muss gar nicht negativ sein. Ist es doch auch ergründen, sich in etwas hinein fühlen. Abwärts ist leichter, als aufwärts. Die eigene Last muss nicht mit jedem Schritt der Schwerkraft entrissen werden. Zugleich türmt es sich über einem auf. Immer mehr Masse und Kraft ist über dem Besucher. Jeder Schritt in die Tiefe ist ein Kilo mehr von oben.

messberghof hamburg treppenhaus by abendfarben

Stille!

Sie kennen die Räume der Stille? Es ist etwas Besonderes im hektischen Großstadtgetriebe, einen Ort der Ruhe zu finden. Sicher funktioniert das nicht im innerhäuslichen Berufsverkehr. Wenn die Etagen gefüllt sind oder an einem Freitagnachmittag, habe Sie die Chance, einen Raum der Stille zu finden. Und der ist auch noch eine Kathedrale, ein Wunderwerk der Architekten und Ingenieure. Sie stehen mitten im Auge des Lichthofs, sehen auf ins Licht. Linien und Fluchten führen die Augen empor. Und die kräftige Ruhe eines soliden Bauwerks überträgt sich auf einen. Probieren Sie es mal aus.

Kein Treppenwitz

Wussten Sie, dass es eine „Gesellschaft für Treppenforschung Scalalogie e.V.“ gibt? Diese befasst sich mit der Treppenkunde, der Eigenart, der Wirkung der Treppe. Auf deren Internetseite http://treppenforschung.de gibt es einen Fundus zu Geschichte und Materialien von Treppen. Schauen Sie mal rein…

 

wanduhr

Digital Detox ist Kinderkram. Vergessen Sie die PIN!

Alle Jahre wieder zum Fest macht es Sinn, sich mal offline zu nehmen. Oh, du fröhliche digitale Detox-Zeit. Das ganze Jahr rumgetwittert und auf Insta geschaut, online News inhaliert und dem Treiben auf der Welt in Echtzeit zugeschaut und -gehört. Lesen Sie hier den ultimativen Ratgeber für echtes, wahres Digital Detox! Das kam so.

Twitter offline

Ja, ich liebe Twitter. Dieses Medium bietet eine mir genehme Vielfalt an Unterhaltung, Information und Spaß zu jeder Tageszeit. Doch wahrlich ist der Kurznachrichtendienst ein kleiner Teufel. Denn er stiehlt mir die Zeit Ach, komm, das ist doch so lustig und spannend hier, bleib noch ein Weilchen. Jaahaa, das ist es und ZACK, wieder etwas meiner Lebenszeit gestohlen. Einsicht ist der beste Weg zur Besserung. Lass mal Digital Detox machen! Also der kalte Entzug nach 11,5 Monaten des Jahres offline gehen und NICHT in die Timeline schauen und NICHT in die Direktnachrichten der lieben digitalen Menschen. AUA, das tut weh! Bitter muss die Medizin sein, sonst nützt sie nichts! Gesagt, getan. Am 16.12. war Schluss mit Lustig.

Die Hintertür

OK, Twitter war off. Doch der kleine Online-Suchti-Teufel findet ja seine Entsprechung. Wir haben ja noch Insta, die Mails und die News und überhaupt. Das ist ja gar kein Digital-Detox! Sagt der Engel auf der einen Schulter. Na und! Du hast ja Twitter off, sagt der Teufel auf der anderen Schulter, das reicht doch allemal! Und in mir schleicht so ein komisches Gefühl hoch…

Geisel der Technik

Das Hauptmedium ist heutzutage ja das Handy. Die ganze Welt in Deiner Hand. Alles mit einem Klick erreichbar. WLAN oder UMTS vorausgesetzt. Der Handcomputer ist tief in das Leben der Menschen eingedrungen. Es gibt keine geografischen oder Einkommensbarrieren mehr. Jeder kann jederzeit für kleines Geld online sein. Das Thema Netzabdeckung und Geschwindigkeit in einem „Hochtechnologieland“ Deutschland spare ich mir an dieser Stelle komplett…

Nun kommt es vor, das der Hersteller von Handys von Zeit zu Zeit Updates auf die Geräte überträgt und den Nutzer zu Bestätigungen auffordert. Diese ermöglichen dann ein Update der Software des Betriebssystems oder einzelner Komponenten. Soweit, so gut. Die Anfrage auf Update wurde mit „später“ abgelehnt. Die Geschäftsbedingungen bestätigt (*). Hätte, hätte, Fahrradkette.

Gib mir die PIN!

Froher Detoxer, der ich bin, greift am Morgen zum Handy.

Und.

Wird.

Ganz.

Still.

Das geliebte Handcomputerleinchen fuhr in der Nacht ganz unbemerkt herunter (*) und fragte frohgemut nach der PIN. Berechtigt nach einem RunterHoch. Wenn, siehe Absatz 2, das Digitaldings immer an ist, weil man (ich) ja immer on ist (MIST!) braucht man (ich) ja auch seine PIN (!) nicht (immer). Die ruhte an sicherem (aber weit von mir entferntem) Orte. Öhhm.

Real Detox

Der halbherzige Plan fand brutal seine Erfüllung. Nix online. Nix Ablenkung. Nix „wir schauen mal eben ein lustiges Video“. Nix. Nix. Einfach nix. Also digtal. Nach dem Schreck die Ernüchterung. Kalter Entzug. Suchti auf Station. Im Leben. Lebensstation. Zeitreise. Zurück in der (nicht Zukunft) Realität. Huiiiiii!

Es war nicht der Fakt des nicht online sein. Es war (wieder einmal) die Erkenntnis, wie (unbemerkt) sich die Technologie in das (mein) Leben drängt, davon Besitz ergreift, es beherrscht. Natürlich ist so ein Onlinedingsi (hier kommen direkt die Ausreden für alle Suchtis) meganützlich. Denn ich kann ja jederzeit den Wetterbericht schauen. (AUS DEM FENSTER GUCKEN!) Ich kann doch wunderbar mit meinen Freunden kommunizieren. (HINFAHREN, KAFFEE TRINKEN, QUATSCHEN, CHILLEN!) Und wenn ich rumsingle, finde ich doch bestimmt eine ganze Hübsche im Internet. (RAUS AUS DER BUTZE UND SIEH ZU, DASS DU UNTER LEUTE KOMMST!)

Und nun?

Erkenntnis in Echtzeit. Ganz real. Lassen wir mal Verschwörungstheoretiker und Technikfeinde außen vor. Was passiert eigentlich, wenn wir offline sind. Also in echt, Ohne Hintertür. Sind wir überhaupt noch noch in der Lage, ohne Online zu agieren? Die Altvorderen hatten nur ein Telefon. Zum Telefonieren, also reden. Und die Post. Zum schreiben. Kommunikation, die jahrzehntelang funktionierte. Die Dingsis verursachten (mit) eine Sprachenkorrektur und dampften den Umfang der Kommunikation immer weiter ein. Erst die teure SMS (HDL!) dann Twitter mit 140 Zeichen (LOL). Das Lesen (und Schreiben) längerer Texte wurde zu Arbeit, zur Last. Die Aufmerksamkeitspanne reduzierte sich auf die Kurzkommunikation 😉

Es ist ein Dilemma. Ohne Computer (Smartphone) geht es heute sicher (beruflich) nicht. Die Frage ist aber, in welchem Umfang wir es zulassen, dass die Technik uns vereinnahmt. Welche Tätigkeiten brauchen online? Geht auch eine offline Ersatzhandlung? Wäre ein Pflicht-Detox per Monat eine Variante? Ist das Bevormundung oder Rettung vor dem Kraken Online? Pflege der Realität als Training?

Ich habe keinen Plan oder allgemeine Weisheiten. Aber die Erkenntnis, dass es so, wie es ist, nicht gut ist. Es muss jeder für sich entscheiden, wie er mit Technik und ihren Folgen umgeht. Danke, dass Sie den Text am Computer oder auf dem Handy gelesen haben! Legen Sie das Dingsi einfach mal zur Seite, und lassen Sie das geschriebene Wort wirken.

PS: Dieser Text wurde übrigens offline geschrieben. Digital Detox, Sie verstehen…

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Deutschland – quo vadis?

Vielleicht sollte der Titel lauten: Gesellschaft – quo vadis. Und nicht: Deutschland – quo vadis. Es steht mir aber nicht zu, über andere Gesellschaften zu schreiben, also nehme ich meine.

In „schöner“ Regelmäßigkeit kotze ich meine Frust in den Blog, damit er aus mir raus ist und ich neuen Frust aufstauen kann, weil es nicht aufhört mit dem Frust in dieser Gesellschaft. Die alten Fruste sehen Sie unten. Die neuen folgen hier.

Quo vadis?

Seit geraumer Zeit frage ich mich, was aus dieser, meiner Gesellschaft geworden ist und werden wird. Räumen wir mal den politischen Irrsinn, die undemokratische Handlungsweise und die völlig losgelöst schwebende politische Schickeria zur Seite. Das ist nur jämmerlich und Ekel erregend. Betrachten wir die Gesellschaft außerhalb der Berliner Mauer.

Seit längerem frage ich mich: Was soll das noch werden? Allerorten Regelbruch, Verwahrlosung, Sittenverfall, Rücksichtslosigkeit, Egoismus, Vereinsamung, Kälte (im Sommer!), Aggressivität. Im Straßenverkehr besonders gut zu erkennen, wenn die Egomanen und Schlafmützen ihren Way of Life leben. Auf dem Fußweg umgerannt, umgefahren zu werden, ist auch schon normal. Das sich an der Kasse vor gedrängelt wird, weil es ja eine Minute länger dauern könnte – alles schon eingepreist.

In einem Schlagwort zusammengefasst: l’état c’est moibesser Homme je suis, um in der Diktion zu bleiben. Dies wird den süßen Kleinen schon mit auf den Weg gegeben, die dann lautstark und unabdingbar IHREN EIGENEN WILLEN durchsetzen. Von wegen zwangfreier Erziehung und so Dingen. (anderes Thema…) Wenn aber jeder nur an sich denkt, denkt ja keiner mehr an den Anderen. Teile und herrsche – das war den ollen Römern schon bekannt. Und Macchiavelli lässt grüßen. (Und da lässt sich prima Umweltschutz instrumentalisieren und eine ganze Gesellschaft in Endzeitängste treiben. Da wird eine verdammt ausgereifte Technologie (Diesel) einer verdammt unausgereiften Technologie (Elektro) zu Fraß vorgeworfen. Entschuldigen Sie, ich wollte ja nicht politisch werden…)

Was soll das?

Doch was macht das mit der Gesellschaft? Was macht es mit mir? Sorgen umranken die Gedanken. Ein Artikel der Philosophin Ariadne von Schirach in der NZZ https://nzzas.nzz.ch/gesellschaft/was-tun-wenn-es-bachab-geht-mit-der-menschheit-die-philosophie-kennt-antworten-ld.1497055)  gab mir Halt und Hoffnung. Der Versuch einer Einordnung im Chaos. Der gedankliche Leitfaden der Ariadne (sorry, Frau von Schirach) durch den Tümpel der Belanglosigkeit. Endlich ein Lichtblick am Ende des Tunnels, der mäandernd unendlich scheint.

Frau von Schirach schreibt über eine „Gesellschaft …, die ebenfalls immer grössere Schwierigkeiten hat, sich vernünftig, angemessen und vorausschauend zu verhalten, also real und folgenreich Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft zu übernehmen – das reicht von Klimapolitik über den Umgang mit Geflüchteten hin zu fehlender Kinderbetreuung.

Da ich selbst im Immobiliensektor arbeite, gab auch der nächste Absatz Sinn: „Das liberale Versprechen «Wenn du dich nur genug anstrengst, wirst du belohnt» trägt nicht mehr. Die Grosseltern haben sich noch überlegt, wo sie ein Haus bauen. Für die Eltern lautete die Frage: Wo kaufen wir die Wohnung? Aber die Jungen fragen sich stattdessen: Kann ich überhaupt noch die Miete bezahlen?“

Ich wurde hellhörig. Sie schreibt über Widersprüche und Kampf der Gruppen, Instabilität und Verunsicherung. Und über eine Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint. Immer schneller, immer irrer, immer unfassbarer. JA. JA, GENAU DAS MEINE ICH! Und sie schreibt über Psychose. Die Psychose einer ganzen Gesellschaft. Und über eine ganze Generation Snowflake (das googeln Sie bitte selber!) Und dann wirft sie eine Vision auf den Tisch, die Sinn machen kann: Wir kennen das von der romantischen Liebe, die alles wieder verzaubert und mit Sinn erfüllt. Aber auch ohne Partner kann ich mir alle möglichen Aspekte des Lebens wieder aneignen und dabei beispielsweise eine Stadt zu meiner Stadt machen.

Was mache ich?

Und ist es das vielleicht, was die Nachdenklichen, Empfindsamen, Unoberflächlichen ermuntert, nicht zu verzagen? Ist es positive Ignoranz? Kann es helfen, das „Schlechte“ in den Hintergrund treten zu lassen? Ey, stell dich hinten, du Opfa! Das klingt gut! Und kann es sein, das das Positive doch gefälligst im Lichtkegel auf der Bühne stehend eine wesentlich bessere Wirkung entfaltet, als im stillen Kämmerlein?

Damit Sie mich nicht falsch verstehen. Es geht nicht um die Blumenkinder 2.0. Es geht um die Abwehr, die Ignoranz, die Macht. Wehren Sie das Schlechte ab, lassen Sie nicht zu, dass es (jaja, Star Wars) von Ihnen Besitz ergreift. Pflegen Sie Ihre Ignoranz gegenüber dem Trivialen, Belanglosen, Negativen. Seien Sie positiv mächtig. Ich bin Majestät Positiv, die I. Oder so ähnlich. Vielleicht ist das ja Mittel und Zweck, aus dem Sumpf des Nichtigen zu entfliehen. Möglicherweise ist dies Option in einem Land, einer Gesellschaft, die verblödet und egoman alles zertrampelt, was Sinn macht. Denn den Sinn des Lebens (jaja, Monty Pyton) bewahren Sie also selbst, in dem Sie sinnvolles tun, eben dem Leben Sinn geben. Lassen Sie uns bitte heute damit anfangen. Ach, und viele Grüße an Ariadne. Danke für alles.

Lesen Sie hier weiteren Frust:

https://abendfarben.wordpress.com/2017/08/09/deutschland-vor-der-wahl-eine-politische-beobachtung/

https://abendfarben.wordpress.com/2016/02/02/waehlt-euch-doch-ein-neues-volk/

https://abendfarben.wordpress.com/2018/10/03/vaterland-muttersprache-politischer-kindergarten/

Achso: quo vadis – da lang!

 

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Zukunftskongress 2019 des 2bAHEAD ThinkTanks in Wolfsburg – Tag zwei

Wird in der Zukunft Wetter regional beeinflussbar sein? Kann man sich Wetter wünschen? „Einmal Kongresswetter, Wolfsburg, Aufenthalt außen, Hirnleistung fördernde Temperaturen bitte.“ Auf einem Zukunftskongress darf man ja mal träumen. Denn die Sonne meinte es mit den Teilnehmern des 2bAHEAD Zukunftskongress 2019 in Wolfsburg am zweiten Tag mehr als gut. Doch die Gäste und Speaker sind, mit Sonnencreme und Strohhüten ausgerüstet, bereit für die Zukunft.

Gabelstapler sind langweilig. Lass uns Flugzeuge bauen!
So handelt Sven Lindig, Geschäftsführer der LINDIG Fördertechnik GmbH und Unruhegeist. Neben dem Geschäft mit Maschinen zur Güterverteilung tüftelt er an energieeffizienten Nurflüglern und präsentiert den Gästen des Kongress ein Modell ohne Leitwerk. Größer denken, Chancen erkennen, offen sein für einen „Wink des Schicksals“ – ein treffenderes Bild kann es mit Lindig kaum geben.

Die nächste Referentin legt gleich nach. Sie will das Passwort abschaffen. Shimrit Tzur-David ist CTO & Co-Founder von Secret Double Octopus. Der Firmenname deutet an, hier geht es um viel Vielarmigkeit. Genau das ist das Geheimnis, den die Daten aller Nutzer des Systems werden durch Mathematik geschützt. Das Protokoll wurde entwickelt, sogenannte Premium-Multiplikatoren zu schaffen und zu nutzen. Es braucht Zahlenfolgen, die kein Computer dieser Welt in einer annehmbaren Zeit knacken kann. Wenn die Geschwindigkeit der Computer so weiter zunimmt, leben wir auf einer tickenden Zeitbombe. Unsere Erwartung, dass die Daten auch in Jahrzehnten noch sicher sind, scheint trügerisch. Mit der passwortfreien Megazahlenkombination von David dann mal viel Spaß, Goliath!

Die Gefahr im Anmarsch beschreibt Dr. Sebastian Weidt, Co-Founder Universal Quantum. Sein Team tüftelt am MegaSuperComputer. Der ist so schnell, da können Atome können an zwei Orten gleichzeitig sein. Die Eins und die Null kann gleichzeitig dargestellt werden. Mit einem Knopfdruck. Und der Forscher kann gleichzeitig vorwärts und rückwärts gehen. Noch arbeiten die System nicht, aber die Forscher wissen schon, wie sie funktionieren. Was diese Maschinen können, dazu bräuchte ein heutiger Supercomputer Millionen Jahre. Prognosen, Berechnungen immensen Ausmaßes, Learning – alles ist möglich mit Quantum. Lesen Sie hier den Bericht zu Quantum Computern auf dem Zukunftskongress

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Tomorrowing your City“?“
An dieser Stelle die dringende Empfehlung an öffentliche Dienstleister und Diener des Staates, sich der eigenen Zukunft anzunehmen und Vertreter zum Kongress zu entsenden. Die Technologien, die heute „im Anmarsch“ sind, werden das Wirtschaften und Verwalten auf den Kopf – besser auf die Füße – stellen. Lesen Sie dazu gern mehr über den digitalen Bürgermeister hier.

Wenn Kosten explodieren, Vergabe von Aufträgen intransparent sind, Verwaltungen im Unendlichkeitsmodus arbeiten – dann ist die Stunde von KI oder Blockchain gekommen. Entscheidungen der Mehrheit, getroffen in Sekunden. Vertrauen und Transparenz und das gute Gefühl, seine Steuern sinnvoll entrichtet zu haben. Netzaubau, Verkehrslenkung, urbanes Wachstum, Umweltschutz und optimale Bedingungen für Wirtschaft UND Gemeinnutz in einer Zeit der Rasanz und des Umbruchs. Wie sollen das stempelnde und lochende Kommunen bitte bewältigen?

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Tomorrowing your processes
Nach der Stadt kommt der Handel dran. Genauer Logistik und Warendistribution. Drucken wir unsere Güter selbst und bezahlennur die Lizenzgebühr dafür? Kommt die Drohne auf die Minute genau in die „Produktion“? Fahren die Pakete selbst zum Empfänger? 2BAHEAD dazu: „Die Prognose der nahezu kostenlos fahrenden, autonomen Flotten auf Basis der Bedarfsprognosen aus Quantencomputern wird nur noch getoppt durch die Prognose der kostenlos fahrenden, autonomen Flotten auf der Blockchain.“

Einer, der sich mit dem Thema beschäftigt, ist Jan Berger, CEO des 2b AHEAD Think Tank. Auch er stellt Fragen, kennt nicht alle Antworten. Ist die Warenlieferung in autonom fahrende Gefäße unterwegs, die sich ihr Ziel selbst suchen? Sind die Banken aus dem kompletten Geschäftsprozesse raus, da eine oder mehrere Blockchain die Finanzströme organisiert? Wer besitzt die Macht über die Kunden, über den Transport und die Güter. Oder dezentralisiert sich das System komplett? Es bleibt also spannend, welches oder welche Unternehmen diesen Prozess realisieren. Und es stellt sich eine weitere Frage. Was passiert mit Logistikunternehmen, Speditionen, der Bahn, dem Flugverkehr? Es leibt spannend! Mehr Fragen, als Antworten.

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Der neue Mensch – Oder: Was macht Technologie mit uns?
Alles was gemessen werden kann, kann prognostiziert werden! Alles was prognostiziert werden kann, kann optimiert werden! Also auch der Mensch! Lesen Sie in dem Kontext gern zum Thema Transhumane Gesellschaft hier nach.

Machen Medikamente Menschen menschlicher, kann eine neue gesellschaftlich definierte Ethik das Zusammenleben neu gestalten? In der Keynote zu Ethik und Moral der nächsten zehn Jahre sprach Prof. Kevin Warwick, Coventry University Chartered Engineer and a Fellow of the IET. Er trägt sein 21 Jahren (!) Chips unter der Haut. Damit öffnet er Türen oder schaltet das Licht an. Auch hat der mit einem Ultraschall-Empfänger experimentiert. Die Fledermaus auf zwei Beinen, sozusagen. Sind wir überhaupt bereit dazu, unseren Körper an die Technik auszuliefern? Wollen wir „Tomorrowing your body“? Vier Technologiefelder bestimmen in den nächsten Jahren unser Leben:

1. Die Komplettanalyse des individuellen Genoms, die so kostengünstig wird, dass Krankenkassen die Kosten übernehmen.

2. Das Entfernen oder der Austausch von gefährlichen DNA-Abschnitten im eigenen Genom.

3. Die Produktion von Ersatzteilorganen per 3D-Druck aus eigenen Zellen.

4. Medical Food.

WOW! Wir essen uns gesund, wir schnippeln an der eigenen DNA herum und Echtzeitüberwachung sorgt für Risikominimierung und Soforthilfe im Ernstfall. Sie denken, dass ist Zukunftsmusik? Nein, es wird kommen, schneller als wir es in unserem Alltag vermuten.

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Wir haben keinen Plan, denn wir sind ja agil
Sicher ist es angenehmer, auf Fragen eine Antwort zu liefern. Bestimmt erwartet der geneigte Leser Hilfe oder einen Leitfaden. Es wäre mir ein Vergnügen, die Essenz aus zwei Tagen mit Ratschlägen a la „tun Sie dies“, „lassen Sie das“ und „achten Sie auf jenes“ zu füllen.Letztendlich ist nur eines sicher: Nicht ist sicher. Und nur wenn wir unseren Geist wach halten, Antworten suchen und Fragen stellen, können wir die auf uns zurollenden großen Veränderungen bestehen. Das mag mystisch klingen, ist aber die Antwort auf zwei Tage Wolfsburg und zwei Tage Input von 2bAHEAD.

Mein Rat (also doch…) an Sie persönlich:

Leben Sie mit 70% Lösungen, verwerfen Sie genau so schnell, wie Sie Versuche starten. Kommen Sie in Wallung, in die Gänge, in die Puschen. Das ist kein Aktionismus sondern die Anerkenntnis, dass in schnellen Zeiten auch nur die Schnellen überleben. Bauen Sie sich Netzwerke mit Verrückten, Spinnern, Agilen und was noch so gar nicht in althergebrachte Zeiten passt. Seien Sie offen, SEHEN Sie zu, HÖREN Sie zu. Bleiben Sie NEUGIERIG. Und haben Sie den MUT, Dinge oder Prozesse zu gestalten. Bevor es ein anderer Tut. Und IHR Geschäftsmodell zerlegt. LOS GEHT`S!

Noch nicht genug davon?

Dann lesen Sie gern hier weiter. Die Sammlung aller Artikel zum Zukunftskongress:

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/