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Zukunftsforscher Janszky: „2017 wird ein gutes Jahr! Aber ich habe Angst vor der Ahnungslosigkeit der Politik!“

Wir begleiten seit Jahren den Zukunftskongress 2bAHEAD. Der Leiter des ThinkTanks, Sven Gabor Janszky, antwortete in einem Interview zu den Aussichten für das nächste Jahr 2017. Mit freundlicher Genehmigung von 2bAHEAD geben wir einen Auszug des Interviews zum Nachdenken und Nachjustieren der geneigten Leserschaft mit auf den Weg:

Viele von uns haben das Jahr 2016 als Chaos-Jahr empfunden: Terror, Brexit, Trump-Wahlen. Wird es 2017 genauso weitergehen?

Sven Gabor Janszky: Ehrlich gesagt habe ich 2016 nicht als Chaos-Jahr empfunden. In Deutschland gibt es weniger Arbeitslose, der DAX geht von einem Höchststand zum nächsten, die Unternehmen verdienen sehr viel Geld, die Menschen verdienen und konsumieren mehr und wir haben die Flüchtlingskrise in den Griff bekommen. Uns geht es wirklich besser als vor 12 Monaten. Allerdings wird unsere Wahrnehmung von einer Reihe von Ereignissen in der Welt dominiert, die für viele unerwartet waren. Dass viele Menschen davon überrascht sind, ist klar. Aber als Chaos kann das nur jemand empfinden, der Veränderungen fürchtet. Ich selbst freue mich auf Veränderungen, denn sie bieten immer eine Chance zum Besseren.

Was ist der wichtigste Trend für Deutschland im Jahr 2017?

Sven Gabor Janszky: Es ist die digitale Spaltung unserer Gesellschaft. Weil wir 2017 eine Bundestagswahl haben und das ganze Jahr vom Wahlkampf geprägt wird, werden wir diese digitale Spaltung überdeutlich erleben. Der Grund ist einfach zu erklären: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Zukunftsbilder der verschiedenen Teile der Gesellschaft radikal unterscheiden. Die jungen Menschen in den Großstädten stellen sich ihre Zukunft als positives Ergebnis einer rasenden, technologischen Veränderung vor. Sie nutzen intelligente, digitale Assistenten, leben gesünder und länger, sind höchstgebildet, sind gefragte Arbeitskräfte, verdienen viel Geld und leben ihr Leben als Patchwork immer neuer Möglichkeiten und Herausforderungen. Dieses Zukunftsbild entsteht auf Grundlage der exponentiellen Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung. Zugleich gibt es Menschen, vor allem ältere Menschen außerhalb der Großstädte, die diese rasante Entwicklungsgeschwindigkeit nicht kennen oder nicht kennen wollen. Sie prognostizieren ihr eigenes Zukunftsbild auf Basis des Stillstandes und der Vergangenheit. Ihr Motto ist das von Donald Trump: „Make us great again!“.

Wir haben also in der Gesellschaft schon heute zwei Zukunftsbilder, die sich diametral unterscheiden. Bei Abstimmungen und Wahlen prallen dann plötzlich diese Zukunftsbilder frontal aufeinander. Da merken die Menschen dann, dass es auch die anderen gibt, von denen sie bisher keine Ahnung hatten. Genau dieses Phänomen hat zum Brexit geführt, zur Trump-Wahl, zum Rücktritt von Renzi in Italien, zur unversöhnlichen Kampagne um die Präsidentenwahl in Österreich. Und im Bundestagswahljahr 2017 werden wir exakt dieses Phänomen in Deutschland haben. Wie wir diese beiden Zukunftsbilder und Gruppen zusammenkriegen, wie wir eine Brücke bauen, dass wir von derselben Zukunft dieses Landes reden, das wird das größte Thema sein. Dies wird unser Land im kommenden Jahr prägen.

2b ahead zukunftskongress 2012 3d brillen

Das klingt nach gesellschaftlichem Zwist. Warum halten Sie das dennoch für ein gutes Jahr?

Sven Gabor Janszky: Weil ich glaube, dass es Deutschland gelingen wird, diese Brücken ansatzweise zu bauen. Ich bin fast sicher, dass Deutschland im Jahr 2017 der Welt einen Weg zeigen kann, wie man mit diesem weltweit bekannten Problem umgehen kann. Ich bin deshalb so optimistisch, weil wir in unserer Mehrparteiendemokratie die Lösung dafür schon angelegt haben. Lassen Sie mich das erklären: Der Grund warum bei Brexit, Trump, Renzi und Hofer die beiden Zukunftsbilder so frontal aufeinander geprallt sind, liegt in dem starren bipolaren politischen System. Immer wenn man die die Masse der Menschen zu einer Ja/Nein-Abstimmung, Links/Rechts-Entscheidung oder Republikaner/Demokraten-Votum zwingt, wird eine Konfrontation künstlich aufgebaut, die eigentlich gar nicht da ist. Plötzlich gewinnt Donald Trump eine Wahl, obwohl er nur 19% der Gesamtwähler auf sich vereint. Bei der Bundestagswahl wird es anders sein. Natürlich wird auch hier die AfD auf 10-15 Prozent kommen. Dies kann man nicht weg diskutieren, denn es gibt die Menschen, die für sich einen guten Grund erkennen, die AfD zu wählen. Aber unser pluralistisches System wird ihre Bedeutung zurecht schrumpfen, auf das was sie wirklich ist: Eine Minderheitsmeinung zwischen vielen anderen Minderheitsmeinungen. Die westliche Welt wird gut daran tun, dies zu erkennen.

Das klingt als hielten Sie den weltweit eingezogenen Populismus für nicht schlimm. Aber der Brexit oder die Trump-Wahlen verändern doch real wirklich unsere Welt. Das kann man doch nicht ignorieren!

Sven Gabor Janszky: Nicht ignorieren, aber ins Verhältnis setzen. Der wirkliche Gestaltungsspielraum eines US-Präsidenten ist doch sehr limitiert. Im Vergleich zu den wirklich großen Entwicklungen in den Technologiebranchen, schrumpft die Macht des angeblich mächtigsten Mannes der Welt auf Zwergenniveau.

Wie meinen Sie das? Können Sie konkrete Beispiele dafür geben?

Sven Gabor Janszky: Die Genetik wird bis zum Jahr 2019 die Kosten für die Komplettanalyse einer individuellen menschlichen DNA auf unter 100 Dollar senken. Dies kann jeder der Leser dieses Interviews bezahlen. Das ist die Basis dafür, dass wir in den Jahren danach die schlimmsten Krankheiten der Welt therapieren können, an denen unsere Elterngeneration noch gestorben ist. Die Autobranche wird bis 2025 selbstfahrende Autos ohne Lenkrad und Gaspedal auf den Markt bringen. Damit wird Mobilität nahezu kostenlos. Menschen können ihre Fahrzeiten für Sinnvolleres nutzen, als am Lenkrad zu drehen. Technologie schenkt den Menschen also einige der wichtigsten Dinge: Gesundheit, Zeit und die Lösung der größten Menschheitsprobleme wie Energie, Hunger und Wasser.

All diese Entwicklungen sind möglich, weil wir intelligente Computer bekommen werden. Diese werden in etwa 30-40 Jahren sogar die menschliche Durchschnittsintelligenz erreichen und übertreffen. Die wirklich wichtige Frage ist: Wie werden wir und unsere Kinder in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts als „zweitintelligenteste Spezies der Welt“ leben? Wer sich wirklich fürchten will, der sollte sich davor fürchten. Bei allem Respekt: Verglichen mit diesen absehbaren technologischen Entwicklungen schrumpft der Einfluss des kommenden US-Präsidenten fast unter die Wahrnehmungsgrenze.

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Sollten wir uns also vor der Technologie fürchten? Haben Sie Angst vor der weiteren Zukunft?

Sven Gabor Janszky: Ja und nein. Wir reden jetzt nicht über das Jahr 2017, sondern etwa über 2050-2060. Bis dahin haben wir noch 30-40 Jahre Zeit einige wirklich große Herausforderungen zu meistern. Diese Zeit werden wir auch brauchen, denn es sind große Fragen von bisher nie dagewesener Komplexität. In der Menschheitsgeschichte hat es bisher noch nie solch eine riesige Herausforderung wie die Entstehung einer übermenschlich intelligenten Spezies gegeben. Aber ich bin trotzdem optimistisch, denn die Menschheit ist Weltmeister in der Anpassung an sich verändernde Umwelten. Ich bin sicher, dass die Menschheit es schaffen wir, sich eine positive und lebenswerte Zukunft zu gestalten.

Aber ich will auch klar zugeben, dass ich durchaus Ängste habe. Nicht wegen der technologischen Entwicklung, sondern wegen der aktuellen Ahnungslosigkeit und Untätigkeit unserer Politik und Gesellschaft. Wir Zukunftsforscher haben diese aus unserer Sicht größten zu lösenden Zukunftsfragen schon vor vielen Jahren an die deutsche Politik geschickt. Es gab bisher nie eine Antwort. Wenn wir aber nicht jetzt anfangen, die anstehenden Fragen und entsprechende Regulierungen zu debattieren, dann wird es irgendwann zu spät sein. Denn die Menschheit wird nur in den frühen Entstehungsphasen der übermenschlich intelligenten Computer einen Einfluss auf deren Zukunft nehmen können. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird es zu spät sein. Ich habe Angst, dass die Politik aus purer Ahnungslosigkeit und Nichtkenntnis diese größte Verantwortung nicht wahrnimmt.

Welcher Trend wird den Alltag der Menschen im nächsten Jahr besonders stark verändern?

Sven Gabor Janszky: Die meisten von uns werden anfangen mit unseren Telefonen zu reden. Denn auf den Smartphones wird werden die Apps langsam ersetzt durch intelligente Assistenten. Wenn man heute mit den Entwicklern in China und im Silicon Valley redet, dann programmieren schon kaum mehr Apps, die programmieren intelligente Assistenten. Das heißt: In Kürze werden auf unseren Handy Assistenten erscheinen, mit denen wir intelligente Gespräche führen können. Das wird unser aller Leben beeinflussen.

 

Zum Zukunftskongress und der laufenden Berichterstattung lesen Sie hier freundlich weiter:

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

 

 

 

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Zukuftskongress 2bAhead 2016 – Vertical Farming, Holografische Antennen und Rebellen

Zukuftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg: Von Vertical Farming, Holografischen Antennen und Rebellen in Führungspositionen reichte das volle Programm am zweiten Tag.

Vertical Farming mit Null Pestiziden, ohne Dünger und ohne Erde.

Wie geht das? David Rosenberg, CEO von Aerofarms, erklärt es: „Die Effizienz ist 25% höher, als die in normaler Landwirtschaft. Wir passen die Umwelt der Genetik an.“ Angesichts steigender Nachfrage zu Lebensmitteln, stetem Verkehrsaufkommen und großer Lagerhaltung hat sich http://aerofarms.com/ da etwas ausgedacht. Das Spektrum umfasst 250 Pflanzen. „Vor Ort angebaut reduzieren wir Verluste durch den Transport und liefern frisch.“ Es gibt 28.000 (!) Datenpunkte in einer Farm, die den Vertical Farmern BigData liefern. Eine Flüssiglösung liefert die notwendigen Booster für die Pflanzen, deren Wachstum und Erntezyklus verdoppelt bis verdreifacht wird – im Vergleich zu herkömmlicher Landwirtschaft. Beeindruckend!

Strategie Arena Zukunftsbild Führung 2026

Thomas Druyen, Direktor des Instituts für Zukunftspsychologie parlierte gekonnt über das digitale Ich. Und über Schranken, die sich die Menschen derzeit im Kopf selber setzen. „Die alten SciFi Autoren hatten noch richtige Fantasie. Heute denken in wir eher in vorhandenen Kategorien, bauen aus vorhandenen Dingen „Neues“.“ Recht hat er. Wenn Denken in die Zukunft führen soll, braucht der Kopf nicht den Ballast der Vergangenheit. Leicht gesagt, schwer gedacht. Eine Kultur des Erlaubten, ein Zulassen von Fehlern ist erforderlich. Denn Fehler zu machen wird stigmatisiert. Druyen geht noch weiter: „Banken und Politik müssen weg. Wir entscheiden nach gesundem Menschenverstand.“ Radikale Zukunftspläne. Betrachtet man die Geschichte und die neuzeitlichen Ereignisse, lässt die Frage nach dem „gesunden Menschenverstand“ diese Antwort durchaus zu. Die Bildung bekommt Zuwachs. Zukunftskompetenz muss zum Schulfach werden. Warum? Nicht ist sicher, außer dass alles unsicher ist. Mit dem Klassiker von Sven Gábor Jánszky beschreibt sich das Heute und vor allem das Morgen. Der Umgang mit der Unvorhersehbarkeit lässt sich trainieren, doch das ist mühsam. Wir müssen üben, exponentiell zu denken. Und wir müssen lernen, Plan B – besser noch einen Plan C – immer in der Tasche zu haben.

Mehr Rebellen in die Chefetage

Dies fordert Thomas Sattelberger, Ex Telekom / Lufthansa / Continental Vorstand und nun Geschäftsführer des MINT e.V. Wortgewaltig und impulsiv geht es zur Sache. Disruptives Wittern wird gefordert. Furcht – nicht Angst – sei zu schüren. Unruhe gehöre in Organisationen, damit die Suche nach Neuem nicht erlahmt. Sattelberger ist kein Theroretiker. Auf und Ab kennt er in großen Dimensionen aus seiner beruflichen Vergangenheit. Wie wichtig es ist, aus Mitarbeitern Teams, aus Teams Leader zu machen, weiß er. Und das Organisationen ganz wunderbar behäbig sind, ja geradezu furchtlos dem Ungeheuer Markt gegenüber agieren, die nahende Gefahr komplett ignorierend. „Der Apparat nudelt Sie durch. Und Sie werden gern durchgenudelt.“ Dies beschreibt treffend jene Wirkungen, die mit der Größe des Unternehmens exponentiell ansteigen. Sattelbergers Wut darüber und der daraus erwachsende Mut ist raumgreifend. Organisationen brauchen diesen Stimuli! Beginnen Sie noch heute damit!

Nach Hause telefonieren

Dr. Nathan Kundtz, CEO Kymeta hatte eine brilliante Idee: Holografische Antennen. Bitte, was? Eins nach dem anderen. Variante eins der zukünftigen Kommunikation ist, die Zahl der Satelliten drastisch zu erhöhen. Ergebnis wäre Stau im Himmel und noch mehr Weltraumschrott (den derzeit euch keiner einsammelt → Geschäftsidee …) Variante zwei: Wir erhöhen die Leistungsfähigkeiten der Satelliten. Dazu braucht es Antennen. Die baut Kymeta.https://www.kymetacorp.com/

Es sind holographische Antennen, die sich automatisch auf Satelliten im niedrigen Orbit ausrichten. Bestandteile sind Flüssigkristalle, wie wir sie aus den Fernsehbildschirmen kennen. Herstellung und „Funkverkehr“ lassen sich günstig einrichten. Ist z.B. ein Auto damit versehen, entstehen erstaunliche Möglichkeiten. Ein Terrabyte Daten kann fast kostenlos pro Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden. Und das weltweit. Es gibt durch diese Antennen Millionen von Zugangspunkten im Upstream und Downstream. Diese Abdeckung muss in Echtzeit und permanent erfolgen. Das würde bei einem Unfall zur Folge haben, dass der Unfallort per Satellit erfasst und der Rettungsdienst informiert wird.

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Hyperloop und Glauben – Zukunftskongress 2bAhead in Wolfsburg 2016

Hyperloop und Glauben – Zukunftskongress des Think Tank 2bAhead in Wolfsburg 2016

Der ganz große Bogen wurde gespannt am ersten Tag des Zukunftskongress 2016 von 2bAhead in Wolfsburg. Maximalgeschwindigkeit traf auf Juristensprech. Doch lesen Sie selbst:

Keynote von Dirk Ahlborn, CEO Hyperloop Transportation Technology

Eine Kapsel mit Magnetschwebe-Technologie in einer Röhre. Keine Luft in der Röhre, kaum Reibung, angetrieben mit Sonnenenergie oder Erdwärme. Und eine Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht: Schallgeschwindigkeit. Niedrige Betriebskosten durch Nutzung vorhandener Infrastruktur und neuer Technologie. Die Planung erwartet eine Rentabilität innerhalb von acht Jahren. Die Röhre hat keine Fenster. Satt dessen gibt es Monitore. Über diese tauchen Reisende in neue Welten ein. Oder sind „mitten“ in Jurassic Park.
Crowd Storming statt Crowd Funding als neue Mittel haben Hyperloop geholfen, auf neue Ideen zu kommen. Wir schaffen ein Ökosystem für Reisen und die damit zusammenhängenden Dienstleistungen, so Ahlborn.
Auslöser dafür waren andere, viele größere Verkehrsströme, als wir sie in Europa kennen. Und extreme Luftverschmutzung. Eisenbahnen sind Dinosaurier – teure Infrastruktur, kaum Verbesserung. Die Spurweite in Deutschland rührt noch von der Kutschengröße der Römer …
Schon 1904 gab es eine Patentanmeldungen für das Reisen in einer Röhre. Die Hyperloop-Geschwindigkeit ermöglicht Entfernung zwischen Arbeit und Zuhause in Ballungszentren. Familien können zusammen bleiben, wenn sie es möchten. Der Wohnort muss nicht mehr der Arbeitsort sein.

Wie bauen Unternehmen über eine digitale Schnittstelle Vertrauen zum Kunden auf?

Martina Koederitz, CEO von IBM Deutschland, begleitet eine Bank als Kunden durch die digitale Transformation. Banken (Banker) haben sich in der letzten Zeit einen hervorragend schlechten Ruf erworben. FinTechs vonnheute machen den Geldhäusern von gestern das Leben schwer. Apps lösen Filialen ab. Wie gelingt es, den Spagat zwischen Kunden ohne Mailadresse (mit reichlich Ersparnissen) und den Digital Natives von heute mit stetem Wechsel in der Biografie und Haben / Soll zu meistern?
Emotionalisierung des Produkts ist in der trockenen Finanzwelt wahrlich nicht einfach. Dennoch wird diese Welt benötigt, um Wünsche zu erfüllen. Eine Bank hat kein Auto, welches Emotionen auslöst. Koederitz: „Wir bauen eine Community auf. Doch wie nehmen wir 10000 Menschen mit auf die Reise?“ Ein Griff in die Schlagwortkiste oder der große Wurf? Omni Chanel, Filiale und Callcenter der Zukunft, Customer Experience. Entscheidend – wie bei allen Produkten heute ist Vertrauen. Zumal bei großen und wichtigen Entscheidungen. „Wir wollen die Kundenschnittstelle nicht aus der Hand geben.“ Willkommen in der Zukunft, Bank!

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Systemintelligenz mit Risiko

Jens Dissmann, Surface Lead Germany von Microsoft erörterte in seinem Vortrag einen wichtigen Aspekt. Derzeit bemühe man sich, Systemen Intelligenz beibringen, ihnen zu erklären, was es mit dem Daten machen soll. Technologie wird preiswerter und leistungsfähiger. Gewaltige Datenmengen sind mit Addiermaschinen nicht mehr zu beherrschen. vom zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen. Also setzen Unternehmen auf Hochleistungsrechner und intelligente Software. Bös, wenn diese – wie bei Banken – fröhlich entscheidet und eine Talfahrt von Aktien auslöst. Beser noch: Wenn Systeme sich selber weiter entwickeln, intelligenter werden, werden sie auch einen Punkt erreichen, an dem sie nicht mehr abzuschalten sind. Was dann?

Wie Algorithmen unsere Persönlichkeit offenbaren

Dirk Gratzel, CEO von Psyware, schaut in die Köpfe der Menschen. Am Telefon.
Die von seinem Team entwickelte Technologie analysiert Persönlichkeit in Echtzeit. Am Telefon erfasst die Software Regungen und Gefühle der Menschen am anderen Ende der „Leitung“.
Millionen Euro an Ausgaben, hunderte Menschen in umfangreichen psychologischen Tests – am Ende lernte die Software über die Sprache der Probanden, wie Menschen ticken. Neben dem Lügendetektor-Effekt war den Machern etwas anderes viel wichtiger. Recruiting zum Beispiel. Statt einem mehrstündigem Interview vor Ort dient ein standardisiertes Telefongespräch dazu, geeignete Kandidaten zu finden. Ein weiterer Fakt ist die Kundenkommunikation extern und die Mitarbeiterkommunikation intern.
Angenehmer Nebeneffekt: Als schnelle Selbstanalyse kann ein Kunde in einem Interview auch seinen eigenen Zustand prüfen lassen. Das erspart im Zweifel endlose Sitzungen beim Psychiater. Manchmal reicht es schon, einen Gang zurück zu schalten – oder einfach mal grundsätzlich auszuschlafen …

 

Dr. Thomas Klindt fragt sich: Brauchen wir ein Strafrecht für Maschinen?

Der Jurist erörterte erfrischend erforderliche Fragen, die uns in Kürze eine Antwort abverlangen. Schöne neue Wel: Der Kühlschrank monitort nicht nur seine technischen Parameter, sondern auch Anzahl und Qualität der gelagerten Lebensmittel. Und ordert bei Mangel oder Verfall der Nahrungsmittel entsprechend nach.

Doch kann der Kühler überhaupt rechtskräftig etwas bestellen? Und was, wenn er statt 2 Litern 200 Liter Milch bestellt? Und was passiert mit den Daten der Kunden? Wo landen diese, wie geht der Empfänger damit um?

Diätplan nicht eingehalten, Meldung an die Krankenkasse. Zack! Beitragserhöhung.
Oder nachts heimlich genascht, Info an den gegnerischen Anwalt. Peng! Scheidung.
Bestraft man nun den Hersteller, den Softwareentwickler oder den Eigentümer des frechen Kühlgerätes? Fragen über Fragen. Antworten hatte selbst der Referent nicht. Es bleibt spannend.

 

 

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Eröffnung des 15. Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg

Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg eröffnet

Das Wetter kann keiner so genau vorhersagen. Die Zukunft auch nicht. Oder doch? In Wolfsburg treffen sich einmal im Jahr Menschen, die sich dem Thema Zukunft verschrieben haben. Die wissen wollen, wo die Reise hingeht, welche Trends im Kommen sind. Der Think Tank 2bAhead aus Leipzig hat geladen und 320 Anmeldungen sprengten fast das Limit. Trendforscher Sven Gabor Janszky begrüßte die Teilnehmer und leitete gleich über zu den drei Technologie Roadmaps der kommenden zehn Jahre.

Technologie Roadmap: Mobilität

Johann Jungwirt, Ex Daimler und Ex Apple und nun bei Volkswagen für die Themen der Zukunft tätig, führte die Besucher zu einem Blick in die (nahe) Zukunft.
„Auto hol mich ab.“ Der Knightrider mit seinem sprechenden KITT lässt grüßen. Der Kalender weiß, wann und wo ich Mobilität brauche. Und organisiert diese. Ticket aufs Handy, Routing zum Meeting, EKey für das SmartCar. Und das hat es in sich. Die Türen in GROSS, aber nur auf der rechten Seite, inkl. Schlafsessel und Fitness-Chair. Utopie? Heute ja. Doch das hat der Leser von Jule Verne auch gedacht …
Null Emissionen sind 2025 das Thema. Es gibt keine Verbrennungsmotoren. Taxis haben sich erübrigt, es wird autonom gefahren. Wie geht VW mit diesen massiven Veränderungen in naher Zukunft um? Es sind 300 Mio Dollar Investition geplant, ein neues Unternehmen entsteht mit neuen Arbeitsplätzen. Das Ziel: Markführer der neuen Mobilität in Europa zu werden.

Technologie Roadmap: Energie

Dietrich Gemmel ist bei RWE Effizienz CEO und außerdem Kundenversteher und Planer einer neuen Verbindung vorhandener Technologien.
Nicht der Highway to Hell, sondern der Gateway to Future ist das Ziel. DIe
Elektromobilität wird Standard. Eine zukünftige deutsche PlugInHybrid-Flotte ersetzt die Hälfte der Pumpspeicherwerke. Fahren wird smart. Wohnen wird smart. Kommunikation wird smart. Eine Kombi-Flatrate für Wohnen, Telefon, Mobilität ersetzt heutige Modelle. Präferenzbasierte Preise ermöglichen einer mobilen und vernetzten Generation die personalisierte, optimierte Anpassung an ihre Bedürfnisse. Smart Grid wird Standard und Speicher werden überall stehen, mit Photovoltaik gleich ausgeliefert. Die Stromnetze passen sich dem Bedarf an und Verbraucher liefern Strom. Smart wird Realität und ist nicht mehr nur ein Slogan.

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Technologie Roadmap: Kommunikation

Florian Gruber, Senior Vice President von T-Systems
Share oder Lebensqualität? Nutzen statt kaufen? Der Markt und die Kunden sind im Umbruch. Dieser stellt das derzeitige Wirtschaftssystem auf dem Kopf. Dank Analyse im Netz und digitalen Agenten wird sich das Produkt an den Kunden wenden. Dieser liefert mit seinen digitalen Spuren genügend Informationen dafür. Dazu kommt eine Zunahme des IoT. (Internet of Things LINK) Die Zahl der Devices in Haushalten und Unternehmen wird steigen – und sie werden miteinander reden. Produkte werden von Kunden mit gestaltet und die Individualisierung dieser Produkte wird drastisch zunehmen. Doch bewirkt das in der Produktion? Sensoren und Software bestimmen zukünftig Entscheidungen. Der Anteil der Software und deren Aktualisierung wird in höherer Taktrate erfolgen. Systemlieferanten werden nicht nur gebraucht, sondern von den Kunden ausgebildet. Logistik und Fertigung werden abnehmen, da die 3D Print-Center vor Ort die Finalisierung für die Losgröße 1, das einzelne personalisierte Produkt, vornehmen. Schöne neue Welt, oder Wegfall Tausender Arbeitsplätze?
Diese Veränderungen werden massiv auch In die Gesellschaft eingreifen. Diese Folgen sind in ihrem Ausmaß noch nicht abzuschätzen.

Zukunftskongress 2bAHEAD 2013: NEXT LEVEL – Arbeit

Der alljährliche Blick in die Zukunft von Gesellschaft und Wirtschaft ist bei 2bAHEAD Pflicht. Auf dem 12. Zukunftskongress in Wolfsburg diskutierte Denker und Lenker, wie sich unsere Arbeitswelt entwickelt. Unternehmen und Verbände müssen handeln. Diese Entwicklung hat heftige Konsequenzen.

2025 – So arbeiten wir in der Zukunft

Der Kopf des Think Tank 2bAHEAD, Sven Gábor Jánszky, stimmte die Gäste auf das Thema ein. Das frisch erschienene Buch aus der Reihe 2025 „So arbeiten wir 2025“ macht deutlich, wo die Reise hingeht. Die Zahlen lassen aufhorchen! Etwa 6,5 Millionen Menschen stehen in 10 Jahren nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Ein Ersatz ist nur in Bruchteilen in Sicht. Die Arbeitsplätze kommen zu den Menschen. Coworking Spaces und Mietbüros werden normal sein. Avatare werden Sekretärinnen ersetzen. Unternehmen werden eine Kompetenz-Bilanz vorweisen müssen. Es gibt eine Ökonomie der Anerkennung und die strategische Macht von elektronischen Assistenzsystemen wird zunehmen. Das lässt ein Verweilen in der Wohlfühlzone nicht ratsam erscheinen.

NEXT LEVEL: Fluide Unternehmen

Was bewirken diese Prognosen in Unternehmen? Frank Kohl-Boas, HEAD HR D/A/CH (Google) plaudert aus dem Nähkästchen. Es selbst nennt sich Caring Change Officer. Ist Google ein fluides Unternehmen. Was ist heute der Arbeitsort? Sind Büros überhaupt notwendig?“ Kohl-Boas stellt sein Tun auf den Prüfstand. Und er schimpft über die deutsche Unbeweglichkeit. „Gewerkschaften tun sich schwer, Leistung und Verbindlichkeiten in einem neuen Zusammenhang zu sehen. Virtuelle Teams sind status quo.“ Muss jede Regelung der Arbeitszeit so strikt defniert sein? Freie Mitarbeiter sind für Gewerkschaften so was wie die Putzfrau-Ich-Ag. Es besteht aber ein steigendes Interesse der Mitarbeiter, frei und selbstbestimmt zu arbeiten. Dem müssen sich die Unternehmen stellen. Allein finanzielle Anreize wirken nicht mehr so gut. Was ist dann Trumpf?

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NEXT LEVEL: Unternehmenskultur

Das physische oder psychische Umfeld ist sehr wichtig. Kohl-Boas: „Mach es dem Mitarbeiter so einfach, wie möglich. Biete Dienstleistungen in der Nähe des Arbeitsplatzes an. Das schafft eine starke CI“ Pimp your office! Geben Sie den Mitarbeitern den Raum für Gestaltung und Entwicklung. Auch die direkte Umgebung ist wichtiger Bestandteil. JEDER hat Ideen. JEDER ist für den Erfolg zuständig! Bieten Sie den Mitarbeitern Vertrauen statt Kontrolle! Kontrolle wird umgehend umgangen.

Wir denken Mitarbeiter, Kunde, Shareholder und nicht umgekehrt.“ Denn Mitarbeiter sind Kunden-Problem-Löser. Doch wie bekomme ich solche Mitarbeiter? Recruiting geht nicht mehr nur über Know How, sondern auch über Agilität oder Neugier. Unternehmen suchen Menschen mit Leadership. Die machen, was sie selbst wollen. Und sie brauchen Anerkennung und Respekt, um die Mission zu erfüllen. Spannende Zeiten, echte Aufgaben für Personaler und Geschäftsführer

Größer, Schneller, Weiter

Größer denken, weiter planen. Google ist dank Ressourcen in der Lage, mit ganzen Teams in die Zukunft zu schauen. Ist die Technologie Hilfsmittel oder Statussymbol? Der Hype mit Mobile Devices wird vergehen, denn sie werden völlig normaler Teil unseres Lebens. Das Wachstum muss anders definiert werden. Demnächst gehen weitere 5 Milliarden Menschen online. Die Leistungsfähigkeit der Netze und Provider muss mitwachsen. Die Innovationsrate ist rasend schnell. Wer schnell sein will, muss schnell Entscheidungen treffen. „Braucht es noch 100%, wenn 85% auch reichen.“ Always in better mode nennen die das bei Google.

Arbeiten muss ein Event werden

Stefan Riedel, Generalbevollmächtigter IBM Deutschland berichtet aus seinem Unternehmen. Den Planeten smarter zu machen, bedeutet in der eigenen Firma damit zu beginnen. „Verhaltensänderungen fangen bei den Führungskräften an. Hierarchie-Modelle werden vergehen.“ Die neue Unternehmenskultur will mit Werten führen. „Wir brauchen keine 10000 Manager, sondern 1000 Leader.“ Das muss aber auch in den Köpfen der Leader in spe landen. Festgefahrene Strukturen und hergebrachte Denke habe die unangenehme Eigenschaft, sehr stabil zu sein. Unternehmen, denen ein Brückenschlag in die Zukunft gelingt, sind den Anforderungen gewachsen. Die kommen nicht irgendwann auf uns zu, sondern irrwitzig schnell!

Lesen Sie hier noch mehr vom Zukunftskongress: Blogseite zum Zukunftskongress

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2bAHEAD Zukunftskongress 2013: Das transparente Internet der Dinge

Wie sollen Dinge Internet werden? Bekommt mein Bett eine IP? Funken Gegenstände in die Cloud? Fragen, die Experten auf dem 12. Zukunftskongress 2bAHEAD in Wolfsburg erörterten. Und wohin führt totale Transparenz? Ein NASA-Mann klärt auf.

2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_16IPnisation im Vormarsch

Dr. Bernd Heinrichs, Managing Director Borderless Network von Cisco, erläuterte den Gästen den Fahrplan in die Zukunft. „Deutschland kann hier in der ersten Liga mitspielen. Der Zug fährt allerdings sehr schnell!“. Soviel zur hier üblichen Miesepeterei. Doch die Entscheidung muss heute getroffen werden. Derzeit sind 0,2% der Dinge in dieser Welt vernetzt. 2000 waren 200 Millionen Dinge vernetzt, etwa Computer und Großrechner. Stand 2011: 10 Milliarden IP enabled Devices und für 2023 sind 50 Milliarden die Prognose. IPnisation nennen wir das, so Heinrichs. Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie sind Anzeiger für eine völlig neue Welt der Dinge. Die Geschwindigkeit und technologische Entwicklung übersteigen immer mehr menschliche Vorstellungen. Vor 15 Jahren wurde das Internet gesellschaftsfähig und vor 10 Jahren geschäftsrelevant. Heute haben Mobile Devices innerhalb von wenigen Jahren die stationären Geräte überholt.

Neue Welt – neue Assistenten

Der Kühlschrank, der selbst im Supermarkt die ausgehende Milch bestellt, war lange das Sinnbild für eine neue Verbindung zwischen Dingen und dem Internet. Das Internet der Dinge ist allerdings viel größer gedacht. Etwa, wenn Tapeten zu Fernsehern werden, wenn Schreibtische gleichzeitig Workstation mit „Computer“ und „Monitor“ werden. Es ist die Konnektivität, um Daten zu beziehen, diese zu verarbeiten und dem Nutzer dienlich zu sein. Ein permanenter Assistent, der den Ruch von Big Brother hat. Dies hat natürlich einen gewaltigen Einfluss auf Menschen, die Gesellschaft, die Wirtschaft und damit verbundene Prozesse. Wie soll das funktionieren? Heute übermitteln Sensoren und Schluck-Pillen in Echtzeit die Daten über den Zustand von Patienten. Sie funken an Smartphones, die mit dem behandelnden Arzt in Verbindung stehen. In Amerika sind schon Kornfelder durch Sensoren vernetzt. Sie informieren den Landwirt über den Wasserhaushalt oder die Düngerkonzentration. Deutschland wird neben den USA der Treiber der Technologie. Beispiel gefällig? Im Hamburger Hafen finden 1 Millionen Transaktionen auf diese Weise statt – pro Tag! Der Zug fährt.

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NEXT LEVEL: Maschinen-Menschen

Dr. Chuck Jorgensen, Chief Cientist des NASA Ames Research Center (USA) bemüht einen alten Gott. Janus als Gott des Übergangs. Er hatte zwei Gesichter, eines für die Vergangenheit und eines für die Zukunft. Dieses Sinnbild betrifft die neuartige Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Der Mensch kommunizierte bisher mit der Maschine. Das kehr sich nun um, die Maschinen kommunizieren nun auch mit den Menschen. Und sie tun das immer besser und vor allem höllisch schnell. Der nächste logische Schritt, so Jorgensen, ist das Interface zwischen beiden. Das Verständnis und die Erfassung wird immer besser. Die Maschinen beobachten uns, werten unsere Handlungen aus. Das hat Folgen und eine hohen Preis. Wir haben keine Datenschutzsphäre mehr. Fast alles lässt sich auslesen. Die Geheimhaltung des Ortes, an dem wir uns befinden, wird bald nicht mehr möglich sein. Der Preis dafür ist die Privatsphäre. Und totale Transparenz, die sogar sehr intime Dinge ans Tageslicht bringt. Unsere Gedanken und Gefühle sind unsere heiligste Privatsphäre. Die Infrastruktur, dieses zu ergründen, entsteht: Visuelles Auslesen von Gesten oder Gesichtserkennung, die physiologische Erfassung von Atmung, Pupillenweite, Fokussierung des Blicks oder Akustik gibt es schon. Maschinen sehen Mikrogesten, ordnet emotionale Werte Worten zu. Die Geschwindigkeit des Vortrages oder die semantische Dichte dessen gibt Aufschluss über das befinden. Das Tippverhalten auf der Tastatur verrät uns, denn es ist einmalig

Wer nutzt die Technologie?

Werber wollen wissen, ob die Information beim Kunden ankommt und Handlungen auslöst. Die nationale Sicherheitsbehörden werden diese Daten natürlich nutzen. Erst jüngst schlug PRISM ein, wie eine Bombe ins Privatleben der Menschen weltweit. Wenn die Gefühls-Privatsphäre verloren geht, werden die sozialen Mechanismen unserer Gesellschaft sich verändern. Von der privaten Notlüge bis zum Verkauf von Gebrauchtwagen – totale Ehrlichkeit und totale Offenbarung. Es wird nicht gewollt, es passiert einfach. Gegenmittel gibt es nur eines: Authentizität! Wie es heute schon für die Kommunikation online und offline zwingend notwendig ist, um sich aus der wabernden Masse hervorzuheben. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist:

Wir müssen uns selbst mit allem konfrontieren. Vielleicht werden wir dadurch gesünder sein. Vielleicht fördert es nachhaltiges Wirtschaften und den Schutz der Menschenrechte. Aber es hat auch gewaltiges Konfliktpotential.

 

Noch mehr zum Zukunftskongress lesen Sie auf unserer Blogseite

https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

 

 

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2bAHEAD Zukunftskongress 2013: Steigert die Technologie unsere Lebensqualität?

NEXT LEVEL: Glück! Die Segnungen der neuen und mobilen Technik erfassen alle Lebensbereiche. Auf dem 12. Zukunftskongress des Think Tank 2bAHEAD diskutierten die Gäste die beiden Seiten der Medaille Technologie.

Neuzeitlicher Schwächling

Aktio gleich Reaktio – ohne Ursache keine Wirkung. Das wussten schon unsere Altvorderen. Doch die ackerten auf dem Feld und gingen zeitgleich mit den Hühnern ins Bett. Ein klares, strukturiertes Leben ohne Burn Out und dicke Daumen vom Smartphone-Getippe. Insofern hatten sie es etwas einfacher. Andere sagen, der Mensch arbeitet nicht weniger oder mehr, als früher. Das sind Marotten einer Wohlstandgesellschaft, die bei der kleinsten Widrigkeit aus den Schuhen kippt. Einer, der sich mit dem Thema beschäftigt hat, ist Max Schön von der Stiftung 2Grad. Der Ex- Präsident des Verbandes der Familienunternehmer redet den Gästen ins Gewissen und ins Pflichtenheft.

Online rund um die Uhr

Aus der Arbeit der Agentur Abendfarben wissen wir um die Abhängigkeiten und Vorteile einer digitalisierten Welt. Doch auch so mancher Moment des Innehalten, des Verdammens, ist dabei. Kann es richtig sein, dieses immer „on“? Ist das auf Dauer gut, auch wenn es nötig scheint? Schön spricht von „zerfleddern“, „zersplittern“ und von „digitaler Demenz“. Werte gehen verlustig, Menschen entfernen sich voneinander, obwohl – oder besser – weil sie nur einen Mausklick weiter sind. Die Mobile Devices ermöglichen uns jederzeit Zugriff auf Wissen, Kontakte, Musik und Unterhaltung. Doch entziehen sie uns gleichzeitig das Leben. Das ganz normale, reale Leben. Spruch aus Twitter: „Menschen, die mit aufrechtem Kopf durchs Leben gehen – haben kein Smartphone.“

2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_05Das böse Internet

Anerkennung durch Sternchen und Likes ersetzen das Schulterklopfen, die anerkennende Geste im realen Gespräch. Wenn weiter die prognostizierte Vermischung privater und beruflicher Bereiche voranschreitet, gibt es statt den Guten-Morgen-Kuss eine DM – Verzeihung – eine Direktmitteilung via Twitter. Oder einen Post auf der Familienseite bei Facebook. Schöne neue Welt. Deren Schnelligkeit und der permanente Zugriff in alle Bereiche zu jeder Zeit ist janusköpfig. Früher kam ein Brief. Der wurde Montagmorgen aufgemacht. Statt dessen: always on(line). Und die Tiefe des realen Raumes geht verloren, weil alle 30 Zentimeter vor dem Bildschirm / Tablet / Smartphone hocken. Und alte gesellschaftliche Werte und Traditionen gehen flöten. Mitleid, Nächstenliebe, Empathie – bald im Wörterbuch der vergessenen Begriffe? Aussteiger, so Schön, reihen sich aneinander, huldigen Engeln oder esoterischen Ansichten. Keine Lust mehr auf Digital, ist zu viel des „Guten“. Ein Punkt der Sättigung ist für manche erreicht.

Das gute Internet

Effizienz in der Organisation des Alltags und der Kontakte erleichtert unser Tun. Bequemlichkeit dank digitaler Assistenten ist der Komfort der Neuzeit. Die Information findet sich nicht in der zwanzigbändigen Brockhaus-Ausgabe, sondern in Sekundenbruchteil im Smartphone. Kooperationsmöglichkeiten weltweit ergeben sich für Firmen und Menschen, die ein Anliegen verbindet. Bestes Beispiel die rasante Vernetzung zum Hochwasser der Elbe via Twitter und Facebook. Effiziente Organisation von Mitteln und Ressourcen über digitale Kanäle. Politische Bewegungen, wie der arabische Frühling, organisieren sich am Staat vorbei. Und bringen gesellschaftlichen Wandel.

Zukunft ist Verantwortung

Auch wenn Zukunftsforscher qua Amt technikfröhlich und begierig nahenden Zeiten entgegensehen: Es ist ihre Pflicht, Wirtschaft und Gesellschaft über Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Ein typisch deutsches Wort dafür ist Technikfolgenabschätzung. Es ist offenzulegen, welche Möglichkeiten unweigerlich auf die Menschen zukommen – im Guten und im Schlechten. Deutsche sind Bedenkenträger von Amts wegen. Doch ist dieses Land, wenn es die Entwicklungen nicht verschläft (oder politisch behindert) absolut in der Lage, in der Spitzenliga mitzuspielen. Global Player investieren aus gutem Grund bei den Deutschen. Die Chance, die sich daraus ergibt, ist es, die Entwicklung mitzubestimmen. Die Zukunft fängt heute an. Es muss ein Ruck gehen durch das Land der Dichter und Denker.

 

 

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