17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 – der erste Tag

Evolution ist die Fortsetzung der menschlichen Entwicklung durch die Technik

Starker Tobak! 2BAHEAD: „Bis 2028 werden Maschinen viel intelligenter sein und einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft benötigen, vielleicht sogar selbst einfordern. Wie wird dann das Zusammenleben von Mensch und Maschine aussehen und wo werden (noch) Unterschiede zwischen den zwei Spezies bestehen?“
Sind wir gewappnet für die kommenden zehn Jahre, die nach Sven Gábor Jánszky, dem Leiter des ThinkTanks, die größte Relevanz für unsere Lebens- und Arbeitswelten haben werden?

Fragen über Fragen, deren Antwort die fast 300 Besucher des Zukunftskongress in Wolfsburg erhoffen, In der Pressekonferenz fielen die entscheidenden Worte dazu:

Mächtige, Innovatoren, und Verrückte sind dabei, diese Welt, wie wir sie kennen, auf den Kopf zu stellen. Mondbesiedlung? In Planung inklusive UMTS-Netz und aus dem Drucker kommenden Rover! Wer die – sicherlich unglaublichen – Zeichen der Zeit nicht erkennt, hängt hoffnungslos hinterher. Lösen wir uns von Althergebrachtem, nehmen wir Neues an. Oder es überrennt uns in Lichtgeschwindigkeit. Unternehmen, die keinen – Zitat – geilen Scheiß machen, finden in Zukunft keine adäquaten Mitarbeiter mehr. Legen Sie los!

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KUNDENDIALOG 2028

Oliver von Ameln, CEO der adesso insurance solutions, schockt die Old Economy:
„In 10 Jahren spricht keine Versicherung mehr mit ihrem Kunden.“ 
Wie jetzt? Adaptive Services und keine Kundensegmente aus den 90ern. Der Kollege Bot übernimmt. Punkt. Das geht so:

Organische Kommunikationsprozesse wider Millionen Kundendaten ist ein Widerspruch in sich. Das kann kein noch so geschulter Mitarbeiter mehr leisten. Schon gar nicht in Echtzeit und über die reden wir hier. Synchrone Kommunikation bedingt vollständiges Verstehen und Bearbeitung des Vorgangs. Die Chatbots übernehmen, ausgestattet mit KI, die Kommunikation.

Achtung! Denkfehler!

Nicht der Kunde spricht mit dem Bot. Sondern der digitale Avatar regelt die Angelegenheit zwischen Kunde und Firma. Er wird vom Kunden beauftragt, Verhandlungen mit dem Bot der Versicherung zu führen. Huiii, das geht ab! Es gibt keine serielle, sondern eine parallele Kommunikation in Zukunft. Nicht einer, sondern viele Assistenten. Diese werden unsere intensivsten Gesprächspartner. Und die machen dann …

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Der Gedanke keimt auf, da hängen wir uns als Unternehmen dazwischen. Vergessen Sie das! Ganz schnell! Die Kundenschnittstelle ist nicht zu gewinnen, wenn es Google gibt. Und die „gute alte“ KI. Eine Konsequenz: Das bedeutet auch ein digitales Präkariat oder eine Digitale Elite. Letztere unter Preisgabe aller Daten. Damit Kollege Bot schalten und walten kann. Zu unserem Nutz und Frommen. (Entschuldigen Sie den Ausflug in das Vergangene …) Die andere Konsequenz ist, sich mit dem Gedanken anzufreunden. Wir reden hier NICHT über Jahrzehnte, sondern über einen DEUTLICH kürzeren Zeitraum. 

Die Alternative dazu? Gibt es. Shruti Malani Krishnan, Co-Founder Powr of You, postuliert:
„Data ownership ist jetzt ein universelles Recht“

Drehen wir den Spieß um! Datenverwaltung durch Menschen heißt Handel mit eigenen Daten. Die bekommt nur, wer dafür bezahlt. Unsere Daten sind nicht das neue Öl, denn Öl ist eine konsisstente Ware. Jeder Tropfen gleich – abgesehen vom Börsen-Auf-und-Ab.

Doch persönlichen Daten sind einzigartig, individuell, unterschiedlich. Damit haben sie auch einen eigenen, speziellen Wert. Lassen Sie uns damit Geld verdienen und geben Sie diese nicht mehr freiwillig und kostenlos heraus! (Später dazu noch mehr…)

ALARM! DECKUNG! Liebe Agenturen, halten Sie sich bitte fest! Wenn die Werbung dank genauer persönlicher Daten nur noch maßgeschneidert wird, gibt es ein Sterben in der Werbeindustrie. Gießkanne ist nicht mehr. Der Markt für diese Dienstleistung schrumpft, und zwar gewaltig!

Krishnan: „Des Rechts auf Privatsphäre muss sich der Kunde / Mensch wieder bewusst werden und es sich zurückholen. Wie? Monetarisierung ist der Hebel und Daten sind die Währung. Tolle Idee.

In diese Kerbe haut auch Julian Ranger, CEO von digi.me mit seinem Vortrag
„The Internet of Me – Angriff auf die Big 5 mit einem revolutionären Privacy by Design.“

Ranger: „Wir müssen mehr machen mit den Daten, nicht weniger.“ Bei Digi.me liegt die Vorausschau der eigenen Daten. Sie sind in der Cloud und gesichert. Das Unternehmen hat keinen Einblick in diese Daten. Der Kunde entscheidet, an wen seine Daten gehen, wofür und in welchem Zeitraum. Zwei Unternehmen, die selbe Denke. Pfiffig, keine Frage!

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MARKE 2028

Julika Prenzel, Executive Director Brand Strategy, Superunion, beginnt mit dem Satz:
Es wird fluffig.“ Doch das meint sie ernst. Ihr geht es um die Kundenzentriertheit diverser Unternehmen. Denn Kunden denken kategoriegenerisch. Konsumenten sind reaktiv, nicht proaktiv. Sie bevorzugen eher optimierte vorhandene Produkte. Wie gehen Unternehmen damit um?

Marketing: Hey, lass uns hipp sein. Wir machen eine quietschebunte Cartoonwelt aus unserem millionenschweren DAX gelisteten Unternehmen. YO! Nun, kann man machen, ist aber Murx.

Prenzel: „Die eigene Idee ist wichtig, ein eigener Kompass die Maßgabe und das Produkt ist der Held.“ Beispiel – natürlich – Apple. Denn der „mündige“ Verbraucher ist nicht mündig. Der braucht das Diktat der Marke.

Als Symbol bemüht sie die Generation Y. Die wurden befragt. 50 Prozent von ihnen werden CEOs quietschebunter DAX gelisteter millionenschwerer Konzerne. Und dafür soll sich das quietschebunte DAX gelistete millionenschwere Unternehmen an die persönlichen Erfordernissen der Generation Y anpassen. So von Freiheiten und Arbeitszeiten her und so. Entschuldigung, die Ironie musste jetzt sein.

Haben Sie – Sorry – den Arsch in der Hose, ihr Produkt nach außen mit- nunja – Schmackes zu vertreten, oder lassen Sie sich von den Kunden auf dem Markenkern herumtrampeln. Denken Sie bitte darüber nach.

(Der Autor hat sich erlaubt, das MarketingDengLeutsch der Referentin zu glätten. Vong Lesefluss her.)

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Der folgende Referent Raimund Bau, CEO von SO1 brachte weiteren Schwung in die Diskussion.

„Marken werden nur noch ein erster Qualitätsindikator sein, denn das Ökosystem eines Produktes wird der entscheidendste Verkaufsfaktor sein, nicht mehr die emotionale Aufladung durch qualitative Werbung.“ Und mit Öko meint der nicht Grünzeuch. Sondern Drumrum. Warum ist das so. In 1990 gab es 7000 und heute gibt es 40000 Artikel im Supermarkt. Circa 3000 (!) Markenbotschaften erreichen den Konsumenten täglich. Gleichzeitig aber nimmt die Markenloyalität ab. 40% des Umsatzes besteht aus Eigenmarken der Handelskonzerne. 50% des Umsatzes wird durch kleine und kleinste Marken gemacht.

Was bewegt dann einen Kunden, der in der Vielfalt ersäuft wird, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung zu buchen? Inhaltsleeres Marketing ist immer unwichtiger ob der schieren Vielfalt. Das Ökosystem des Produktes nimmt an Wichtigkeit zu und damit die umgebende Botschaft des Unternehmens. Wie geht es mit seinen Mitarbeitern um? Welche Umweltstandards kann es einhalten? Engagiert es sich für soziale bzw. gemeinnützige Zwecke.

Machen Sie sich bitte Gedanken um Ihr Ökosystem!

2028 – WIE VIEL MENSCH VERTRÄGT DIE ZUKUNFT?

Der Chairman von 2bAHEAD, Sven Gábor Jánszky, lässt tief blicken. In seinem neuesten – noch unveröffentlichtem – Buch blickt er weit voraus. Wie es sich für einen Zukunftsforscher gehört.

Es gibt zwei Blickwinkel der Menschen. Die eine, so Jánszky, ist die Prognose der Dichter und Denker: Es wird langsam alles besser. Dauert, braucht seine Zeit, schauen wir mal.

Die andere kommt von den Verrückten, Spinnern, Machern, von denen einige auf dem Zukunftskongress anwesend sind. Sie denken 100 Jahre weiter. Vielleicht nicht mehr lange hin, und der Mensch wird mittels BioHacking und LiveFood 120. BÄÄMM! Jánszky nennt es den Reality Gap. Der Dissens der Altvorderen und der Neuvorderen.

Als Beispiel zitiert er den Chef der Draper University in Silicon Valley. Gefragt nach den drei wichtigsten Dingen, die anstehen …

Nein, jetzt mal Sie! Was meinen Sie? Ganz ehrlich, ohne Schummeln?

Na.

Kommen Sie drauf?

Überlegen Sie!

Und?

Draper:

Blockchain
Immortality
Space

Die spinnen doch, das ist doch verrückt! Genau. Und deswegen sind sie auch so erfolgreich. Möchten Sie auch erfolgreich sein?

DANN FANGEN SIE VERDAMMT NOCHMAL AN, VERRÜCKT ZU DENKEN!

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Medical Food und 3D-Druck von Organen sind die Voraussetzung, das wir 150 werden können. ZACK. Wir steuern auf eine Welt der (Jánszky) Quantum Machine Learning Blockchain zu. BINGO! Mit lecker Bot economy. TSCHACKA! Tja, das hätten Sie jetzt nicht gedacht, oder?

Permanente Voraussage der Zukunft Dank Quantum Computing ist möglich. Und wir reden hier nicht über das Wetter von Morgen. Sondern über noch nicht ausgesprochene Kündigungswünsche von Mitarbeitern. Über Super-Früherkennung von Krankheiten. Über Warenbedarfe oder Verkehrsströme nächste Woche. Weltweit. BOOM!

Was passiert dann, wenn, alles vorausgesagt werden kann? Können Kriege verhindert, Kinder passgerecht erzeugt und Beerdigungen auf den Tag genau vorbereitet werden? Und was passiert mit Kumpel Bot? Bekommen elektronische Dingsis eine Rechtsform? Und was ist mit der Ethik?

Lesen Sie hier gern mehr über Strafrecht für Maschinen: https://abendfarben.wordpress.com/2016/06/14/hyperloop-und-glauben-zukunftskongress-2bahead-wolfsburg-2016/

Theoretisch: Wenn KI berechnen könnte, ob und wann jemand geheilt werden kann. Unter der Bedingung, dass alle Menschen alle Daten freigeben müssen, damit die Datenmenge groß genug ist, um präzise zu sein. Was dann? Nee, der Nachbar, der olle Zausel. der nicht! Haben Sie Kopfkino? Super! Das soll so sein. Machen Sie sich bitte umfangreiche Gedanken um Morgen oder Übermorgen! Das Gute, so Jánszky: Die Wahrscheinlichkeit, das Technologie den Menschen menschlicher macht, ist höher. Schauen wir mal… Die Evolution ist nicht zu Ende, sie geht in den technischen Fortschritt über. Dem müssen wir uns stellen.

Transformation heißt vorhandene Denkprozesse zu durchbrechen. Jeder braucht entweder seine Krise, die Not, zu handeln. Oder er schafft es, diesen Durchbruch zu wagen. Fangen Sie bitte heute damit an. Ich liebe die Zukunft, denn wir werden sie gestalten. Ein schönes Schlusswort eines Zukunftsforschers …

 

 

PS: Die Artikel zum Zukunftskongress sind keine Komplettberichterstattung. Zum einen ist es ob der zahlreichen Vorträge alleine gar nicht zu schaffen. Zum anderen wähle ich Themen aus, von denen ich mir Interesse und Leserschaft versprechen. Ich bitte dies freundlich zu beachten.