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Finanzstabilität und Wohnimmobilienmarkt

Das Forum Bundesbank Hamburg: Finanzstabilität und Wohnimmobilienmarkt Ein Vortrag am 02.11.2015 zum Thema. Niedrige Zinsen, hohe Nachfrage, steigende Immobilienpreise – ein Fall für die Bundesbanker?

Wohnimmobilienmarkt und Bundesbank

Der Leiter des Zentralbereichs Finanzstabilität der Deutschen Bundesbank, Dr. Karlheinz Bischofberger, stand dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal Rede und Antwort. Warum beschäftigen sich die Mitarbeiter der Bundesbank mit Immobilienpreisen? Die sind doch für das große Ganze zuständig? Nicht ganz richtig, so der Experte. Zahlen, die ahnen lassen, woher das Interesse rührt:

  • zwei Drittel des Vermögens privater Haushalte* sind in Wohnimmobilien gebunden
  • 70 % aller Verbindlichkeiten privater Haushalte bestehen aus Wohnbaudarlehen
  • etwa die Hälfte aller Kredite von Banken und Sparkassen sind Wohnbaudarlehen
  • und der Bausektor ist gesamtwirtschaftlich betrachtet eine wichtige Größe

(* jeweils auf Deutschland bezogen)

Finanzstabilität am Wohnimmobilienmarkt

Bei den o.g. Größenordnungen können im Fall der Fälle Verwerfungen am Finanzmarkt auftreten. Bekanntestes Beispiel ist die sogenannte Subprime-Krise in den USA. Auslöser waren hier Hypothekenkredite. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Die Schockwelle war so kräftig, dass weltweit eine Finanz- und Konjunkturkrise ausgelöst wurde. Eine Untersuchung des IWF aus 2014 belegte bei 50 Bankenkrisen der letzten Jahrzehnte Übertreibungen auf dem Immobilienmarkt als Auslöser, so Bischofberger. Die Aufgabe der Bundesbank ist es, solche Entwicklungen vorherzusehen und dagegen vorzugehen. Allerdings ist die Lage in Deutschland anders, wie in den USA. Das Sicherheitsdenken der Deutschen mit deutlich höherem Eigenkapitalanteil und dem Willen zur schnellen Tilgung – gerade bei niedrigen Zinsen – wirkt einer möglichen Destabilisierung entgegen. Doch die Bundesbanker haben ein Auge auf den Markt. Warum?

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Kreditinstitute und Finanzstabilität

Niedrige Zinsen können ein Fehlanreiz sein. Nicht nur, dass sie die Immobilienpreise steigen lassen, auch die Nachfrage nach Immobilie geht in die Höhe. Jetzt können wir es uns ja leisten – bei den Zinsen. Für manchen geht die Rechnung auf, wie die des berühmten Milchmädchens. Denn das Verhältnis niedrige Zinsen zu deutlich höheren Preisen muss hart durchgerechnet werden. Sonst ist es Augenwischerei. Und die Langzeitfolgen für die Kreditnehmer können verheerend sein. Nicht nur Wertverlust der Immobilie und Zinsanstieg in der Zukunft, auch Konsumverzicht zur Deckung der Verbindlichkeiten sind mögliche Risikofaktoren.

Die Bundesbank nennt dies Schuldentragfähigkeit. Auf der Nachfrageseite schaut sie auf die Deckung mit Eigenkapital der Kreditnehmer. Auf der Anbieterseite wacht sie über die Anforderungen an die Kreditvergabe. Und die notwendige Kapitalisierung der Banken, um Wellenbewegungen – wie oben angeführt – aus eigener Kraft überstehen zu können. Im Fachjargon Risikoabsorptionsfähigkeit benannt. Ab 2016 geht die Aufsichtsbehörde BAFin mit einem antizyklischen Kapitalpuffer gegen Kreditinstitute vor. Diese werden dazu verdonnert, Eigenkapital in „guten“ für „schlechte“ Zeiten anzulegen.

Blase oder nicht?

In der anschließenden Fragerunde tauchte natürlich die Frage aller Fragen auf. Bischofberger gab folgende Antwort: „Auch wenn die Preisentwicklung derzeit beeindruckend ist und die Nachfrage groß – von einer Blase können wir nicht sprechen.“ Die Bundesbank beobachtet den Markt weiter genau. Bei Indikatoren stehen Hebel zur Verfügung, einer solchen Entwicklung entgegen zu wirken. Eine Blase, so Bischofberger, bemerkt man übrigens erst, wenn sie platzt, nicht vorher…

Die nächste Veranstaltung zum Thema Niedrigzinsen bei der Bundesbank Hamburg finden Sie hier. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Termine/2015/2015_12_07_forum_bundesbank_hamburg.html

Und wenn Sie zum Thema Immobilien Fragen haben: Hausmann Immobilien steht Ihnen gern zur Verfügung.

Ein Klick! http://www.hausmann-makler.de/

Oder ein Anruf: 040-52960060

 

 

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