Vom Print ins Web – Webmontag Hamburg bei Gruner und Jahr

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„Die Chefredakteure stehen Schlange. Alle wollen E-Mags.“ Michael Wiesemann von der G+J DMU beschreibt die Situation. Die Entwicklung neuer digitaler und der Transfer vorhandener Produkte startet schon in der Redaktion. Das „Inhaltehaus Gruner und Jahr“ will es wissen. Die Trennung Print und Digital ist kaum noch sichtbar. Dazu bedarf nicht nur technischem Verständnis. Neues Denken in alten Köpfen ist notwendig. Aus dem dicken Tanker am Baumwall soll ein Schnellboot werden. Der Workflow über getagte Elemente, der Übertrag in Templates für Smartphone, Tablet und Co. ist „nur“ Technik.

G+J Digital Mobile Unit – Umsetzung der „Mobile First“ Strategie

Der Wandel einer papiergebundenen Industrie macht auch vor den Hamburgern nicht halt. Die Redaktionen lernen, die Mitarbeiter müssen mit der rasenden Entwicklung Schritt halten. Und der Leser? „Die digital only subscriptions steigen an.“ Heißt, der Leser lässt das Papier komplett weg. Der Umstieg wird durch mehrere Kanäle erleichtert. So gibt es zur Print-Ausgabe die Digitale dazu. Interessant: Fast ein Drittel der Online-Produkte sind Archiv-Verkäufe. Die Mehrfachverwertung in Specials und Auskopplungen lässt vorhandene (alte) Inhalte monetarisieren.

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Noch mehr MERIAN – die App zum Heft

Die Digitalisierung eines Magazins zeigte Kristin D. Kobel, Verlagsleitung Digital von intosite, am Beispiel MERIAN. Die „Verlängerung“ des renommierten MERIAN ist der konsequente Schritt eines Produktes, welches mit bewegten / bewegenden Inhalten gerade danach verlangt. Ob integrierter Stadtplan, Audios und Bildstrecken – alles, was das digitale Herz begehrt lässt sich einbauen. Der Stadtplan Berlin stand symptomatisch für die Ziele des Teams. Inhalte aus dem MERIAN-Fundus sowie redaktionell geprüfte Seiten und Locations machen aus der App den Begleiter für Touristen. Das Einfügen von Events und Echtzeit-Aktualisierung sind geplant. Bleibt zu hoffen, dass der interessierte Leser beim ständigen Blick auf das Smartphone auch noch etwas von der Stadt zu sehen bekommt.

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Wir glauben an Print!

Mehrwert des Abends war zweifellos Frank Dahlnann von brand eins. Mit jungenhaftem Charme und respektgedämpft setzte er die brand eins ins rechte (Print-)Licht. „Wir glauben an Print. Wir sind nicht vom Auflagenschwund betroffen.“ Auch wenn er die Kollegen anderer Blätter schulterklopfend auf dem Weg in das Print-Aus begleitet, sieht er für sein Team Licht am Ende des Zeitungstunnels. Der Plan: „Wir haben keine Strategie. Wir lernen, staunen, entscheiden aus dem Bauch heraus.“ Dies so erfolgreich, dass sich die Macher keine Bezahlschranken auferlegen und die Ausgaben komplett ins Netz stellen. Natürlich zeitverzögert nach der Print-Ausgabe. Wichtig ist im Text! So kann die Nicht-Strategie beschrieben werden, die Dahlmann und sein Team nutzen. „Videos und Animationen sind uns nicht so wichtig. Die Qualität der Texte entscheidet. Unsere Hauptaufgabe ist die Reduktion.“

Der Abend bei Gruner und Jahr bot einen guten Einblick in eine Branche, die langsam aus der Schreckstarre erwacht. Aus dem bösen Internet wird das Medium der Zukunft. Und es sind die jüngeren Macher, die ohne alte Konventionen an einer Herausforderung arbeiten. Es sind die Digitalisten und Technikfreaks, die Gäste des Webmontags, die den Altvorderen die Leviten lesen.

Lesen Sie noch mehr zum Thema Journalismus und Digitales HIER.

Erfahren Sie mehr über den Webmontag Hamburg: KLICK!

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