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2bAHEAD Zukunftskongress 2013: Steigert die Technologie unsere Lebensqualität?

NEXT LEVEL: Glück! Die Segnungen der neuen und mobilen Technik erfassen alle Lebensbereiche. Auf dem 12. Zukunftskongress des Think Tank 2bAHEAD diskutierten die Gäste die beiden Seiten der Medaille Technologie.

Neuzeitlicher Schwächling

Aktio gleich Reaktio – ohne Ursache keine Wirkung. Das wussten schon unsere Altvorderen. Doch die ackerten auf dem Feld und gingen zeitgleich mit den Hühnern ins Bett. Ein klares, strukturiertes Leben ohne Burn Out und dicke Daumen vom Smartphone-Getippe. Insofern hatten sie es etwas einfacher. Andere sagen, der Mensch arbeitet nicht weniger oder mehr, als früher. Das sind Marotten einer Wohlstandgesellschaft, die bei der kleinsten Widrigkeit aus den Schuhen kippt. Einer, der sich mit dem Thema beschäftigt hat, ist Max Schön von der Stiftung 2Grad. Der Ex- Präsident des Verbandes der Familienunternehmer redet den Gästen ins Gewissen und ins Pflichtenheft.

Online rund um die Uhr

Aus der Arbeit der Agentur Abendfarben wissen wir um die Abhängigkeiten und Vorteile einer digitalisierten Welt. Doch auch so mancher Moment des Innehalten, des Verdammens, ist dabei. Kann es richtig sein, dieses immer „on“? Ist das auf Dauer gut, auch wenn es nötig scheint? Schön spricht von „zerfleddern“, „zersplittern“ und von „digitaler Demenz“. Werte gehen verlustig, Menschen entfernen sich voneinander, obwohl – oder besser – weil sie nur einen Mausklick weiter sind. Die Mobile Devices ermöglichen uns jederzeit Zugriff auf Wissen, Kontakte, Musik und Unterhaltung. Doch entziehen sie uns gleichzeitig das Leben. Das ganz normale, reale Leben. Spruch aus Twitter: „Menschen, die mit aufrechtem Kopf durchs Leben gehen – haben kein Smartphone.“

2bahead zukunftskongress 2013 _by abendfarben_05Das böse Internet

Anerkennung durch Sternchen und Likes ersetzen das Schulterklopfen, die anerkennende Geste im realen Gespräch. Wenn weiter die prognostizierte Vermischung privater und beruflicher Bereiche voranschreitet, gibt es statt den Guten-Morgen-Kuss eine DM – Verzeihung – eine Direktmitteilung via Twitter. Oder einen Post auf der Familienseite bei Facebook. Schöne neue Welt. Deren Schnelligkeit und der permanente Zugriff in alle Bereiche zu jeder Zeit ist janusköpfig. Früher kam ein Brief. Der wurde Montagmorgen aufgemacht. Statt dessen: always on(line). Und die Tiefe des realen Raumes geht verloren, weil alle 30 Zentimeter vor dem Bildschirm / Tablet / Smartphone hocken. Und alte gesellschaftliche Werte und Traditionen gehen flöten. Mitleid, Nächstenliebe, Empathie – bald im Wörterbuch der vergessenen Begriffe? Aussteiger, so Schön, reihen sich aneinander, huldigen Engeln oder esoterischen Ansichten. Keine Lust mehr auf Digital, ist zu viel des „Guten“. Ein Punkt der Sättigung ist für manche erreicht.

Das gute Internet

Effizienz in der Organisation des Alltags und der Kontakte erleichtert unser Tun. Bequemlichkeit dank digitaler Assistenten ist der Komfort der Neuzeit. Die Information findet sich nicht in der zwanzigbändigen Brockhaus-Ausgabe, sondern in Sekundenbruchteil im Smartphone. Kooperationsmöglichkeiten weltweit ergeben sich für Firmen und Menschen, die ein Anliegen verbindet. Bestes Beispiel die rasante Vernetzung zum Hochwasser der Elbe via Twitter und Facebook. Effiziente Organisation von Mitteln und Ressourcen über digitale Kanäle. Politische Bewegungen, wie der arabische Frühling, organisieren sich am Staat vorbei. Und bringen gesellschaftlichen Wandel.

Zukunft ist Verantwortung

Auch wenn Zukunftsforscher qua Amt technikfröhlich und begierig nahenden Zeiten entgegensehen: Es ist ihre Pflicht, Wirtschaft und Gesellschaft über Risiken und Nebenwirkungen zu informieren. Ein typisch deutsches Wort dafür ist Technikfolgenabschätzung. Es ist offenzulegen, welche Möglichkeiten unweigerlich auf die Menschen zukommen – im Guten und im Schlechten. Deutsche sind Bedenkenträger von Amts wegen. Doch ist dieses Land, wenn es die Entwicklungen nicht verschläft (oder politisch behindert) absolut in der Lage, in der Spitzenliga mitzuspielen. Global Player investieren aus gutem Grund bei den Deutschen. Die Chance, die sich daraus ergibt, ist es, die Entwicklung mitzubestimmen. Die Zukunft fängt heute an. Es muss ein Ruck gehen durch das Land der Dichter und Denker.

 

 

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