Der sich selbst entwickelnde Öffentlich-Rechtliche Rundfunk

oder: Was scheren uns Sparvorgaben, der Bundesbürger zahlt doch!

Zwei Meldungen an einem Tag: ZDF ignorierte jahrelang Sparvorgaben der KEF. Hessischer Rundfunk rutscht 2011/2012 ins Minus. Ein sich selbst versorgendes System sorgt für Erhalt und Wachstum. Auf Kosten der GEZ-Zahler.

So machen es die einen

„Die Zahlen, die den Erfolg unserer Programme belegen, sind hervorragend – unsere wirtschaftlichen Zahlen sind es leider nicht“, sagte HR-Intendant Helmut Reitze. Und weiter: „Ab 2015 muss sich unsere Ertragslage deutlich verbessern, sonst muss der HR drastische Einschnitte bei Personal, Programm und Verwaltung vornehmen“. Nun, in einer solchen Situation wäre ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen mindestens auf dem Canossa-Weg zur Hausbank. Wie dieses Gespräch dort verläuft, kann sich ein Selbstständiger oder Geschäftsführer lebhaft vorstellen. Es wird aber drei Jahre weiter gemacht, Fehlbeträge in Millionenhöhe sind fest eingeplant. Und in 2015 muss sich „die Ertragslage deutlich bessern“. Als ein kleines bisschen weniger Minus.

So machen es die anderen

Der fürs ZDF verbindliche Bericht führt penibel aus, dass der Sender in den Jahren 2007 und 2009 zwar jeweils zugesagt habe, Stellen abzubauen (zunächst 59 und dann sogar 128) tatsächlich aber 180 zusätzliche Posten schuf. Gegenüber dem Ausgangsjahr 2008 zeige die Planung somit „eine Steigerung von 308 besetzten Stellen“ (Quelle: KEF-Bericht). Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gab also vor, wie sich das ZDF zu verhalten habe. Und moniert diesen „erheblichen Stellenzuwachs“ als „besonders kritikwürdig“. Antwort aus Mainz: Man habe es „versäumt, rechtzeitig anzupassen.“ Das erzählen Sie mal der Hausbank. Die Stirnfalten des Beraters sind sicherlich im zweistelligen Bereich.

Und so macht der Bürger

Die nächste Gebührenerhöhung kommt bestimmt. Die Zwangsabgabe für alle Haushalte 2013. Nicht nur, dass es einem demokratisch verfassten Land zustehen müsste, demokratisch zu entscheiden, was mit dem Geld gemacht wird. Nicht nur, dass die Zwangsabgabe – wenn sie einmal da ist – natürlich auch zwangsgemäß immer weiter steigen kann. Sondern die Empfänger von Milliarden an Euros bauen ihren Organismus immer weiter aus. Schaffen Strukturen, die, einmal da, in alle Ewigkeit Geld kosten. Doch die Zukunft der Medien wird, ähnlich den heute agierenden sozialen Netzwerken, immer mehr zu einem Aktio-Reaktio-System, zu einer Zwei-Wege-Kommunikation. Also sollen sich die sogenannten Öffentlich-Rechtlichen nicht wundern, wenn ihnen statt Geld der GEFÄLLT MIR NICHT-Button gezeigt wird. Es wird sie, wenn sie so weitermachen, einfach keiner mehr sehen. Im Internet lässt sich viel genauer messen, wer wann wo was anschaut. Mit Nichtsehern gibt es keine Werbeeinnahmen und auch keine öffentlichen Gelder mehr.

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Ein Gedanke zu „Der sich selbst entwickelnde Öffentlich-Rechtliche Rundfunk

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