21. Zukunftskongress 2bAHEAD in München

Seit 10 Jahren dabei und immer noch spannend: Der ThinkTank aus Leipzig richtet jedes Jahr einen Kongress aus, der sich mit der Entwicklung in 10 Jahren befasst. Es treffen sich kluge Köpfe aus aller Welt. Wissenschaftler, Gründer, GEOs, sogar kluge Politiker sind dabei, wenn es um die Zukunft geht. Ich freue mich auf ein (digitales) Wiedersehen mit bekannten Größen der Szene und freue mich auf neue Impulse aus der Welt der Zukunft. Über die Jahre ist bei den Besuchen allerhand Content entstanden. Lesen Sie gern mal rein: https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

Hafenrundfahrt Hamburg mit der Elbinsel-Tour

Eine abendliche Hafenrundfahrt mit der Hamburger Elbinsel-Tour mit Maike Brunk führte zu dicken Pötten und zukünftigen Stadtteilen. Eingeladen hatten eine Gruppe aus dem Kurznachtichtendienst Twitter zum Twahoi.

Auch wenn uns das Wetter zu etwas widerstandsfähigerer Kleidung drängte, waren es drei schöne Stunden auf dem Wasser mit sachkundiger Begleitung durch die Elbinsel-Tour.

Hingucker auf jeden Fall: Die dicken Pötte am Burchardkai, den der Hamburg-Besucher auch gut von der A7 kurz vor dem Elbtunnel sieht. Erst wenn die Tour direkt an den riesigen Schiffen entlang fährt, werden die unglaublichen Dimensionen erfassbar.

Auf der Rückfahrt zum Baumwall durfte ein Besuch bei der schönen Cap San Diego nicht fehlen. Vom Wasser aus sieht das Schiff noch beeindruckender aus.

2b AHEAD Zukunftskongress in München 2021

Alle Jahre wieder (trotz Corona) und nun der zwanzigste Kongress. Glückwunsch an 2b AHEAD ThinkTank, Europas größtem Zukunftsforschungsinstitut, zum „Geburtstag“. Die Hälfte der Reise durfte ich teilnehmen. !0 Jahre Berichte über den innovativen Hotspot, das Treffen interessanter, manchmal unglaublicher Menschen aus Industrie, Forschung und Kunst. Danke dafür und nun hinein in den Kongress 2021, zweiter Teil:

Die technologische Zukunft des good old Europe

“You’re thinking of Europe as Germany and France. I don’t. I think that’s old Europe.” Das Zitat von Donald Rumsfeld (USA) in einem anderen Zusammenhang beschreibt das aktuelle Dilemma. Kluge Köpfe wandern zu Technologiestandorten ab, Technik und Wissen für die Zukunft wird auf anderen Kontinenten erzeugt. Das alte Europa, einst Standort von Wissenschaft und Kultur, wird abgehängt. Oder hängt es sich selber ab? Einige Beispiele, die exemplarisch als Antwort herhalten.

The Future of Genetics

Der Genom Based Lifestyle stellt die Medizin auf den Kopf – oder auf die Füße, wie man es betrachtet. Eine komplette Sequenzierung des Genoms ermöglicht Reparieren und Optimieren. Aber es ruft auch die Ethik auf den Plan: Spielt Mensch Gott oder ist er besser als der alte Herr da oben? Dr. Kinneret Shefer (ISR) CEO GeneNeer, hat mit ihrem Team eine Technologie entwickelt, mit der man Genveränderungen in Pflanzen an- und wieder ausschalten kann. Sie werden widerstandsfähig für Extremwetter ohne die Nebenwirkungen dauerhafter Genveränderungen. Pflanze mit Schalter, aha.

Dürre tolerierende Nutzpflanzen sind in der Lage, auf „Befehl“ die Verdampfung der Pflanze zu verlangsamen. Das allerdings entzieht ihr auch die Photosynthese. Die Pflanze überlebt, wächst aber nicht. Die Gentechnik verändert oder löscht Teile des Genstranges, es ist aktiv, solange es da ist. Der Plan: „Wir arbeiten daran, die Gene zu aktivieren und / oder zu deaktivieren – on demand.“ Genetic enginering, Cultured Meat, Medical food – wir können uns auf einige Neuerungen gefasst machen.

Froschzellenroboter

Michael Levin (USA) Director, Allen Discovery Center, Tufts University hat die Xenobots 2.0 geschaffen. Aus Froschzellen setzt sein Team „lebende Roboter“ als rekonfigurierbare Organismen zusammen, die es noch nie zuvor gegeben hat. Die millimetergroßen Xenobots können sich auf Ziele zubewegen, sie einkreisen und sich selbst heilen. Eines Tages sollen solche maßgeschneiderten Wesen radioaktive Verseuchung aufspüren, Mikroplastik aufsammeln oder in menschlichen Arterien Ablagerungen abschaben. Levin nennt das die synthetische Morphologie, fördert kollektive Intelligenz der Zellen, unterstützt Regeneration ähnlich der bei Axolotl und Planaria. Sein großer Plan: Geburtsdefekte, Unfallschäden, Krebs, Alter – vieles lässt sich in Zukunft programmieren und reparieren. Unglaublich!

Zukunft des Handels: Wohin kommen die neuen Güter, die geschaffenen Lebensmittel?

Richtig, in den Supermarkt. Wie super die Märkte der Zukunft sind, zeigt Steve Gu (USA) Co-Founder AiFi. Er schafft mit seinem StartUp die Kassen und das Personal im stationären Handel ab. Mit seinen Unmanned Stores und Gas Stations beginnt inzwischen weltweit eine neue Ära des Retail. Erste Geschäfte ohne (Verkaufs-)Personal gibt es schon. Schreckensszenario aller Gewerkschafter und Innenstädte?

Die autonomen Läden von Amazon sind nur der Anfang. In den Niederlassungen von „carefour flash“ heißt das Motto: 10 sek. Einkaufen, 10 sek. Bezahlen. Bisher konnten nur eComerce Anbieter ein Profil des Kunden erstellen und Angebote personalisieren. Im Handel begann dies über Kundenkarten. Die Daten der zukünftigen Märkte gehen zurück zu den Anbietern. Sie können auf den Kunden spezifizierte Angebot erstellen, bevor der Kunde selber weiß, was er braucht. Die Läden der Zukunft passen Preise und Waren an die Region und Kaufkraft an. Die Kosten der Mitarbeiter sinken, das Inventurmanagement ist effizienter, der Service steigt. Eine Menge Kameras erfassen und tracken den Kunden während des Einkaufs, „wissen“, was in seinem Einkaufskorb ist und leiten die Bezahlung ein. Interessante Frage: Kommt beim Diebstahl ein virtueller Polizist?

Deutschland als Innovationsnation

Thomas Sattelberger MdB, FDP, ehem. Vorstand Lufthansa, Continental, Telekom – auch er ist ein „Wiederholungstäter“ bei 2bAHEAD. Schon in 2016 wusch er (gedanklich) den Anwesenden den Kopf. Lesen Sie gern hier weiter:

Er fordert impulsiv und wortgewaltig, Deutschland soll sich auf den Weg zu einer „innovation nation“ machen. (Siehe auch „good old europa“ weiter oben…) Deutschland ist führend in Bürokratie, Verwaltung und Technikfolgenabschätzung (sic). Das hilft aber nicht weiter in einer Welt, die sich heute (!) verändert. Und das sehr sehr schnell.

Das Forschungsministerium hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Start-ups gehen dort hin, wo sich Bedingungen für Forschung und Erfolg finden. Da geht es sich auch um Geld, aber nicht nur das. In einem Klima von Paragrafen und Antragsbearbeitungsdauerverlängerungsprognose gedeihen keine klugen Ideen. Zwei Möglichkeiten: Flucht, oder quer im Stall zu stehen. Das kann nicht schaden in einem Land, welches komplett stromlinienförmig ist. Aber meckern allein gilt nicht. Sattelbergers Vorschlag: Deutschland muss sich überwinden und ein Klima (und Orte) für Innovationen schaffen. Von experimentelle Werkstätten in Kindergärten (!) bis zur Gründerkultur reichen seine Gedanken. Sonderwirtschaftszonen um Bildungscluster herum, damit die Gründer aus den Unis nicht abwandern. Enterprise Zone für kluge Köpfe. Und der Staat ist in der Pflicht. Wo bleibt die „Agentur für Sprunginnovation“?

Zwanzigster 2b AHEAD Zukunftskongress in München 2021

Alle Jahre wieder (trotz Corona) und nun der zwanzigste Kongress. Glückwunsch an 2b AHEAD ThinkTank, Europas größtem Zukunftsforschungsinstitut, zum „Geburtstag“. Die Hälfte der Reise durfte ich teilnehmen. !0 Jahre Berichte über den innovativen Hotspot, das Treffen interessanter, manchmal unglaublicher Menschen aus Industrie, Forschung und Kunst. Danke dafür und nun hinein in den Kongress 2021…

Nach vielen Jahren in Wolfsburg hat der Zukunftskongress sein neues Domizil in der BMW-Welt München gefunden. Wie in der Autostadt in Niedersachsen finden sich hier ein Zentrum mit Ausstellungen, Auslieferungen und Eventlocations. (Leider kann ich den spannenden Kongress (Dank Corona) nicht live verfolgen. Das verdammt mich zu schnöder Online-Sitzung. Die Absätze sind nicht am Ablauf, sondern thematisch sortiert.)

The Metatrend

Der Erfinder des Begriffs Metaverse, Neal Stephenson, weilte digital zugeschaltet 2012 auf dem Zukunftskongress (lesen Sie hier weiter…) Wie digitale und reale Welt verschmelzen wird, darüber berichtet Ralph Kink (D) Director Technology and Solution Development, Microsoft.

Ist Metaverse ein Trend oder Spielzeug für Nerds?

Die MicrosoftSchnittstelle zum Metaverse heißt „Hololense“. Wie Wird diese in den kommenden zehn Jahren unsere Arbeitswelten prägen? Und wie werden sich dadurch Arbeitsweisen und Geschäftsmodelle verändern? Das Werkzeug, um in das Metaverse zu „gehen“ gibt es. Interessant: Die Hololens braucht die meiste Rechenpower, um die reale Welt über Sensoren und Kameras in die digitale Welt zu transferieren – und nict umgekehrt. Die „neue“ Welt dient (nicht nur) der Spielerei. Nach dem Videokonferenzen die Businessreisen abgelöst haben, gehen die Planung noch weiter. Mixed Reality, die natürliche Wahrnehmung MIT künstlicher Wahrnehmung zusammen öffnet eine neue Dimension. Reparatur und Wartung von Technologie kann mit Support vom anderen Ende der Welt stattfinden. Meetings sowie Onboarding neue Mitarbeiter ohne Reisen der Beteiligten. Operationen mit kollegialer Unterstützung aus der Ferne sind möglich.

Das Metaverse ist noch mehr. Microsoft Mesh verbindet reale Menschen mit virtuellen Avataren in realen oder virtuellen Räumen. Die KI ermöglichte Übersetzung in Echtzeit. Eine Weiterentwicklung des Internets als virtuelle Welt, in der es möglich ist, für teuer Kryptowährung teure Grundstücke zu kaufen. (Na toll!) Der nächste Schritt: Ein Interface, welches Metaverse mit dem Hirn verbindet. Schon in 2015 war das ein großes Thema in Wolfsburg. Lesen Sie gern hier weiter:

Das ist ja nur was für Spieler und große Unternehmen. Stimmt das? Ein Metaverse für jedes Unternehmen? Das fordert Julia Lampert, Senior Researcherin, 2b AHEAD ThinkTank. Was muss mein Unternehmen tun, um sich auf die kommende Metaverse-Welt vorzubereiten? Anfangen. Und wann müssen wir das tun? Jetzt. Brauchen wir eine eigene Metaverse-Strategie? Lampert glaubt, die Antwort ist ja. Die kommenden Generationen wachsen schon in dieser Welt auf. Es wäre irrig anzunehmen, dass unser good old Denken in den nächsten Jahren noch etwas zählt…

Datenguru der Bundesliga: Die Zukunft des Sportentertainments

Miky Tamir (IS) Gründer von 8 Unternehmen, von denen ein Teil an der Börse ist, zeigte in München seine Visionen, die bald Realität werden. Ob Flaggen auf dem Wasser, projizierte Ziellinien, Statistiken der Spieler – sein Unternehmen steckt hinter diesen Visualisierungen. Seine Pläne sind aber viel disruptiver. Jeder soll seine „eigene Sportschau“ bekommen! Die Lösung: 3D Videos, AR, VR, – genauer: volumetrisches Video. Bitte was? Jetzt wird es heftig. Und zerstört die aufgeblasene Sportunterhaltungsmaschinerie! Nehmen Sie Platz und halten Sie sich fest:

Die Spiele kommen ohne Kameramänner und Schiedsrichter aus. Bääm!

AI fertigt automatisierte Videoproduktionen mit autonomen Kameradrohnen. Zonk!

Ansichten der Spiele sind von vielen Standpunkten durch die Nutzer möglich. Bumm!

Wie soll das gehen? Volumetrisches Video ist die Antwort. Rechenpower, Drohnen, eine 3D-Aufnahme des Spiels und fertig ist der Sportcocktail. Die Folgen: Eine ganze Unterhaltungsindustrie wird auf den Kopf gestellt. Massive Bedrohung der Arbeitsplätze, Kostensenkung im Tiefflug, Videobeweis entfällt – das macht die KI. Die erfasst nicht nur die Spielsituationen, sondern auch Fitness- und Performance-Daten. Rating inklusive. Beschiss ist nicht. Wer verdient damit Geld? Die Metaverse-Betreiber. Gute Nacht, Sky und Co.

2bahead-kongress-2018-wolfsburg-by-abendfarben

20. Zukunftskongress 2bAHEAD 2021

Seit 10 Jahren darf ich einen beeindruckenden und innovativen Kongress begleiten. Die Zukunftsforscher des Institutes um Sven Gábor Jánszky laden einmal im Jahr Menschen aus aller Welt ein, gemeinsam ein Zukunftsbild zu gestalten. Jedes Jahr „sehen“ sie 10 Jahre weiter. Bei den ersten Besuchen konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen. So utopisch und fern klangen die Berichte. Inzwischen sehe ich, dass die Vorhersagen von vor 10 Jahren oft eintreffen. Das Schmunzeln ist dem Staunen gewichen.

Wie viel Mensch verträgt die Zukunft?

In 2015 erschien das Buch „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“. Das sind nur noch knappe 4 Jahre. Dicht dran an der Zukunft, oder? Lesen Sie hier gern mal rein: KLICK! Die Frage nach der Verträglichkeit von Mensch und Zukunft stellt auch der 20. Kongress 2bAHEAD. Dazu haben die Veranstalter Denker und Lenker, Forscher und Phantasten, CEOs und Innovatoren großer Unternehmen und viele weitere interessante Menschen nach München in die BMW-Welt eingeladen.

Lesen Sie sich schon mal warm!

Über all die Jahre sind zahlreiche Artikel entstanden, die Unglaubliches und Sonderbares von den Kongressen des ThinkTanks berichteten. Wenn Sie in die Materie einsteigen wollen, finden Sie auf dieser Seite alle Artikel verlinkt. Auch in 2021 wird wieder berichtet. „Dank“ Corona nicht live, sondern online dabei. Bleiben Sie gespannt!

Ihr Tom Köhler

Hafenbild an der Strandperle Hamburg von Jeannine Platz

Die Künstlerin Jeannine Platz konnte während der Corona-Pause der Strandperle in deren Räumen ein kleines Atelier betreiben. Mit Blick auf die Elbe und den Hafen arbeitete sie dort einige Monate.

Die Strandperle konnte wieder öffnen und als Dank schuf die Künstlerin ein großes Panorama an der Flutschutzmauer daneben. Es zeigt den Hafen bei Nacht und wirkt, als leuchten die vielen Lampen und spiegel sich im Wasser.

Die Strandperle finden Sie hier: Klick!

Hundert Euro

Absicht oder Unvermögen?

Seit einem Jahr sind Land und Leute mit der Pandemie beschäftigt. Und mit möglichen Lösungen oder Bekämpfungen derselben. Die Situation ist sicher einmalig in der bundesrepublikanischen Geschichte. Sie legt aber auch gnadenlos offen, dass es ein Krisen“management“ nicht gibt und stellt die peinliche Frage: Ist das (Nicht-)Handeln Absicht oder Unvermögen?

Wenn es Unvermögen ist

… muss die Frage nach dem Zugang zu höchsten Stellen geklärt werden. Wenn Doofe (sorry) regieren, ist doch in dem System was faul. Eigentlich sollten doch da gebildete, erfahrene Manager(innen)typen(innen) sitzen, die mit dem Blick über das Ganze und Entscheidungswillen den Widernissen trotzen. Und einen Plan haben oder sich zumindest befleißigen, diesen zu entwickeln. Weiter kann sträfliches (Nicht-)Handeln nicht länger sanktionslos bleiben. Huch, ein paar Milliarden versenkt. Na ja, ich gehe jetzt in Rente. Nein, genau so nicht! Erstens bedarf es harter Kontrollen bei der Vergabe von Aufträgen und Ausgaben. Zweitens einer öffentlichen Sanktionierung von Fehlverhalten. Kontensperrung und Status Hartz4 inklusive. Es darf nicht angehen, dass Doofe ! ungestraft ! Steuergelder ! verplempern.

Wenn es Absicht ist

… steht natürlich gleich der Vorwurf im Raum, mit obskuren Mächten und Hinterzimmerpolitik in Verbindung gebracht zu werden. Gehen wir mal davon aus, dass es soviel Doofheit nicht geben kann (obwohl?). Steckt dann System dahinter, ein Plan? Das wäre ein Ding! Wer hat ein Interesse, systematisch gegen jede Vernunft zu agieren. Wer gewinnt, wenn Zeit vertrödelt wird. Wer profitiert von einem plattgemachten Markt an Dienstleistern, Geschäften und Gastro? Nach der langen Zeit des Müßiggang trotz drängender Aufgaben tauchen Fragen auf. Nach immer neuer Planlosigkeit (das muss man erst mal hinbekommen trotz gewaltigem Apparat und Beratschiks) auch. Und wer bestraft Nichtstun und Planlosigkeit? Wer sanktioniert Verzögern und Plattmachen?

Verschwörung hin, Frage her

Dem geneigten Leser ist sicher nicht entgangen, dass ich eher der Wissenschaft zugeneigt bin, als Schamanen. Sicherlich schreitet die Verblödung der Gesellschaft voran, weil Hedonismus und Onlinemedien im Vormarsch sind. Wenn kein Interesse an der gesellschaftlichen Entwicklung besteht, gibt es auch kein Interesse an der Kontrolle der „da oben“. Mein Arsch ist mir wichtiger, als das Gemeinwesen. Also entkoppelt sich „der Staat“ vom „Volk“ und führt ein fröhliches Eigenleben. Wir bezahlen mit sehr hohen Steuern (übrigens…) die Doofen, die dann unser sauer verdientes Geld mit Schwung in den Gulli kippen. Wie lange noch?

Noch mehr dazu lesen Sie hier:

https://abendfarben.wordpress.com/2020/03/22/bockiger-abgesang-ueber-covidioten-und-andere-menschen/

und hier:

https://abendfarben.wordpress.com/2019/07/21/deutschland-quo-vadis/

der weg ist das ziel by abendfarben

Wünsche für das neue Jahr 2021

Das alte Jahr geht und zum Wechsel in ein neues sind ein paar Gedanken und Wünsche angebracht. Auch wenn die Situation mehr als besonders ist, bleibt ein fader Nachgeschmack über. Sicher erfordern besondere Zeiten besondere Aktionen, keine Frage. Nur haben sich alle Beteiligten nicht mit Ruhm bekleckert.

Wünsche an die Medien

Die Aufgabe eines Journalisten ist das beobachten und neutrale berichten über Ereignisse oder Personen. Neutral heißt, nicht wertend, nicht Partei ergreifend, nicht Politik betreibend. Nicht nur, dass sich so manche/r aus der Abteilung Edelfeder sichtlich um Lobhudelung der eigenen Person bemüht. Sondern es wird positionierend berichtet, es werden bewusst Ereignisse „ge-frame-t“, es gibt eine ganze Armee politisch klar ausgerichteter und so wirkender Journalisten. Sie verstehen sich als verlängerter Arm ihrer Partei oder politischen Blase und agieren dem entsprechend. Im Gegenzug werden die „Feinde“ verzerrt dargestellt. Man beachte in dem Zusammenhang die Fotos von Menschen / Politikern, auf denen gerade herumgehackt wird. Die Bilder sind so gesetzt, das sie „das Ziel“ in einer verächtlichen oder unästhetischen Weise zeigen. Achten Sie mal darauf… Mir wäre es wohler zumute, wenn z.B. die zwangseingetriebenen Gelder des ÖRR der eigentlichen Bestimmung zugute kämen. Dazu müsste das ganze mischpoke System von Grund auf saniert werden. Ich weiß, ein großer Wunsch.

Wünsche an die Politik

OK, sie haben keinen leichten Job in der Pandemie. Keine Frage. Aber über die Leistungsfähigkeit, die Intelligenz, das Krisenmanagement darf man schon nachdenken. Bundespräsident v. Weizsäcker forderte zu seiner Zeit, mehr Wissenschaftler in die politischen Entscheidungsgremien zu holen. Ich würde noch weiter gehen. Es gehören Wissenschaftler an die Macht. Nicht Plagiatoren und Dr. Ehrenhalber. Der Politiker auf einem Wahlplakat ist geräuschlos und leicht zu entfernen. Diesen wunderschönen Satz verzapfte der grandiose Loriot (dem ich tief verbunden bin, nur nebenbei). Er beschreibt eben in einem Satz, wo das Problem liegt.

Ernannt auf ministerielle und andere entscheidende Posten dank Verteilungsschlüssel oder Überhangmandat landen Nichtwissende (-wissenschaftler) an den Hebeln der Macht. Sie produzieren Hektoliter von heißer Luft, dem Proporz und dem eigenen Stuhl geschuldet. Die Fraktion sagt, wo es lang geht. Nicht die Notwendigkeit, nicht das aktuelle Geschehen außerhalb des „politischen Berlins“. (Haben Sie sich den Begriff mal auf der Zunge zergehen lassen?)

Wie sollen diese „Volksvertreter“ denn das Volk, ihren Wähler, vertreten? Wie sollen den sehr pragmatische, kluge, wegweisende Entscheidungen getroffen werden? Wie soll denn eine Richtung, die sich als Erfolg versprechend erweist, mit aller gebotenen Energie und Verve durchgesetzt werden? Unter den oben genannten Bedingungen? Mein Wunsch: Mehr Typen, Macher, Durchsetzer als die jetzigen Dullis in Berlin.

Wünsche an die Menschen

Angst und Unsicherheit sind immer ein schlechter Ratgeber. Beide werden leider auch von den oben genannten Gruppierungen benutzt oder forciert. Das macht es den Menschen nicht leichter, diese Situation zu meistern. Leider ist da niemand, der den Menschen echtes Mitgefühl oder Verständnis entgegenbringt. Leider ist da keiner, der in dem Format eines Gandhis oder eines Luther Kings den Menschen Glauben an die Zukunft und Kraft schenkt. Sie sind auf sich alleine gestellt. Und die Urtriebe des Menschen treten schnell ans Licht. Angst erzeugt (politische) Flucht oder (persönliche) Aggressivität. Beides gut an Wahlergebnissen oder am alltäglichen Umgang festzustellen. Nach fast einem Jahr der Unsicherheit und Angst vor dem Ungewissen ist die Situation leider sehr festgefahren. Nach den Tonnen von Aufrufen nach Disziplin und Zurückhaltung stiftet es wenig Sinn, noch einen weiteren Aufruf dieser Art zu starten. So wünsche ich den Menschen, dass sie sich um ihr direktes Umfeld sorgen und kümmern. Wenn jeder nur seine Familie, seine Nachbarn unterstützt oder für sie sorgt, ist schon mehr geholfen, als immer nur gegen „die da oben“ zu wettern.

Und nun?

Aus beschriebenen Gründen sind die erststen beiden genannten Gruppen in absehbarer Zeit nicht reformierbar. Das System Bundesrepublik war viele Jahrzehnte politisch und wirtschaftlich ein Vorbild auf der Welt. Leider hat es über die Jahre eine Kaste hervorgebracht, die mehr dem Parteibuch oder der politische Orientierung dienen, als dem „Souverän“. Diese Strukturen sind sehr verwachsen und es würde mich nicht wundern, wenn diese Selbstherrlichkeit und -bedienungsmentalität dazu führt, dass sich das politische System selbst zerreibt. Scherbenhaufen a la 1920er Jahre wäre eine Option.

Wünsche an das Jahr 2021

Doch sind das nur Vermutungen und ich möchte ja dem neuen Jahr einige Wünsche mit auf den Weg geben. Also bitte:

2021, es wäre sehr hilfreich, wenn Du uns etwas zur Ruhe kommen lässt. Mit Vertrauen in Lösungen und Wege. Damit die aufgewühlte Gesellschaft Luft holen kann.

2021, ich würde mich freuen, wenn Du denen, die am meisten geschuftet haben in der Pandemie, eine wirkliche Anerkennung zukommen lassen wirst. Ich dachte da an vier Wochen Extraurlaub, bezahlt natürlich. Oder an eine wirklich fette Prämie für all die Schwestern und Pfleger, Ärzte und Rettungskräfte.

2021, vielleicht zeigst Du den Menschen, dass Leben nicht nur Überfluss heißt. Können wir auch mit weniger genauso glücklich sein, macht das ja was mit unseren Rohstoffen und der Umwelt.

2021, du wirst der geschundenen Gastronomie und all den abgesagten Feiern, Festen, Partys einen Riesengefallen tun, wenn wir wieder all diese Dinge planen und vor allem durchführen können. Streng dich mal an diesbezüglich…

… und dann kommt ein Anruf aus dem Jenseits

Wie geht der Mensch mit dem Verlust eines anderen Menschen um? Es gibt die Orte der Trauer dafür. Es gibt Rituale. Je nach Kultur und Geografie sind die Möglichkeiten verschieden. Und je nach der persönlichen Verbindung zu den Gegangenen findet jeder seinen Weg dazu.

Ein ganzes Leben

Mein bester Freund ist nach 30 Jahren, die wir uns kennen, im Krankenhaus verstorben. Ich war noch kurz davor bei ihm. Wir kennen uns drei Jahrzehnte, für mich ein ganzes Leben. Wir haben viel erlebt und auch durchgemacht. Und es war eine ganz wunderbare Erfahrung und Ergänzung, die es so sehr selten gibt. Also ist es sehr intensiv und bedeutend. Umso schwieriger ist für mich der Umgang damit. Lange habe ich überhaupt nicht gewusst, wie ich damit umgehen kann (und soll). Es war eine stillstehende Zeit. Vollgestopft mit zu erledigenden Dingen, Behörden, Papierkram. Und eine Zeit lang auch absichtlich vollgestopft mit Beschäftigung. Das ist sicherlich normal, eine Ablenkung zu suchen, weil das Thema so groß und gewaltig ist, dass kein sinnhafter Umgang möglich scheint. Kommt Zeit, kommt Rat.

Erinnerungen

Was bleibt, sind Erinnerungen und Ereignisse. Die ermöglichen einen schönen Rückblick und Halt. Also schreib ich Dir einfach einen „Brief“ damit. Und wer weiß, vielleicht habt ihr ja „drüben“ auch Internet und Du kannst ihn in aller Ruhe lesen. Das würde mich sehr freuen.

Meine Artikel oder Blogbeiträge hast Du gern geschmökert und wir haben darüber gesprochen. Du bist ein heller Kopf und schwer gebildet. Das gibst Du mir all die Jahre weiter. Ich habe den Begriff „wandelndes Lexikon“ nicht ohne Grund herangezogen. Es gibt kaum eine Frage oder Idee, zu der Du nicht etwas sagen kannst. Bücherfresser, Studiosus, Philosoph, Visionär bist Du. Voller guter und verrückter Gedanken und Ideen. Ein unerschöpflicher Pool, so scheint es mir.

Mr. Anzug

So haben wir uns kennengelernt. Du in Deinem unvermeidlichen Anzug immer schick und auf Aussehen bedacht. Ich in Jeans und Sweatshirt. Ja, das war auch Eitelkeit. Jedes Tierchen hat sein Pläsierchen. Am liebsten wärest Du noch im Anzug zum Camping gefahren. Das konnte ich mit Mühe und Not verhindern. So saßen wir im D-Zug von Berlin nach Hause auf dem Gang und erzählten und schwadronierten. Die ganze Fahrt, ohne Unterlass. Und war haben gespürt, dass eine gemeinsame Wellenlänge vorhanden war. Bewusst vielleicht noch nicht, aber es war toll.

Wilde Wende

Manches findet sich, weil es seine Bestimmung hat. Ohne Zutun, ohne Aktion. Es war eine irre und berauschende Zeit 1989. Und wir mittendrin. Ab zur Demo, Abends in der Kneipe die Köpfe heiß geredet. Der Umbruch mit seinen wirtschaftlichen Folgen zerrieb die Gesellschaft und trieb die Menschen vor sich her. Wir haben die Gewerkschaftsjugend mit aufgebaut, waren dann Landeschefs und lernten jeden Tag von „den Wessis“ und den „bösen Kapitalisten“, wie das nun so läuft. Doch die Arbeitsplätze waren rar gesät. Bildung tat nötig. Beide kein Abi, du aus politischen Gründen, ich wegen Faulheit. Also auf nach Hamburg und studieren. Das ging damals noch ohne Abi, aber eben nur in Hamburg.

Hamburch, meine Perle

Allein die Suche nach einer Wohnung war ein Abenteuer. Im Bulli gepennt, dann die Zeitung gekauft, umhergefahren und endlich was gefunden. Nun aber auf schick gemacht, und so standen wir halbwegs zivilisiert vor dem dicken BigBoss. Dem gefiel Deine forsche Art und uns die Wohnung. Also großer Umzug in den Westen. Und dann ab an die Uni. Das war noch Lotterwirtschaft dort, wie da alle herumliefen! Das ging uns gegen den Strich. Also volles Programm: Wir waren die einzigen Studenten, die immer im Anzug und mit Krawatte aufliefen. Deine Idee, grandios. Und mit eben solcher Wirkung. Es kann nicht schaden, ein bisschen verrückt zu sein.

Wasser, Boote und so

Wo, wenn nicht am Ufer der Alster und Elbe, lässt es sich besser leben, wenn einen die Fortbewegung auf Flüssigkeit sehr gefällt. Wir haben beide eine Bootsmeise und sind schon als Kinder (als wir uns noch nicht kannten) auf allem, was schwamm, umhergefahren. Alle unsere Urlaube, die wir gemeinsam hatten, fanden schwimmenderweise statt. Zelt, Schlafsack, Kocher ins Faltboot gestopft und los ging die Fahrt. Du hast oft die Touren ausgetüftelt. So paddelten wir durch Meck-Pomm, die Elbe, den Rhein, die Mosel und noch viele Gewässer mehr. In Deutschland gibt es so schöne Ecken. Und wir haben viele davon gesehen. Ganz der Käptn und standesgemäß hast Du eine Kapitänsmütze getragen (mit Patent natürlich, was auch sonst…) Für Dich war ich immer die „Nummer 1“, wie in der Enterprise bei Picard und Riker. Wir lieben die Serie sehr und sie hat uns all die Jahre begleitet. Es war mir übrigens eine große Ehre, dass Du in mir Deinen ersten Offizier gesehen hast. Freundschaft hat viele Facetten.

Stein auf Stein

Wissen ist Macht. Das zeigte sich bei einem anderen großen Projekt, an dem wir teilnahmen. Ein Rohbau eines großen Hauses. In langer Arbeit haben wir das gemeinsam zu einem richtigen Haus ausgebaut. Ohne Deine Ideen und Dein Wissen zu Material und Maschinen wäre das nichts geworden. Einmal komplett mit alles, sozusagen. Außer Wänden und Dach war da nichts. Heute traue ich mir zu, ein Haus noch mal (aus) zu bauen. Dank Dir und ungezählten anstrengenden Stunden bei Wind und Wetter. Als der Rohbau noch nicht mal die Fenster drin hatte, meinte der Winter, uns testen zu können. Es war arschkalt. Aber wir haben ein Zimmer zur Wärmekammer umfunktioniert und der Unbill getrotzt. Ein bisschen verrückt…

Der Zahn der Zeit

Leider hat über die Jahre die Gesundheit bei Dir stark gelitten. Jetzt war es an mir, für Dich da zu sein. Einer trage des anderen Last. Der Spruch aus der Bibel und der gleichnamige Film, den wir so gern gesehen haben. Und auch das ist Freundschaft. Lange und ohne zu klagen (und das bewundere ich bis heute an Dir) bist Du durch das Tal gegangen. Hilfe ist Tat, nicht das Wort. Von Handreichungen bis zum teuren Alu-Faltrollstuhl, von Beschaffung notwendiger Dinge bis zur Pflege – es gab kein Zögern. Das war und bin ich Dir schuldig. So konnte ich Dir von dem etwas zurückgeben, was Du in mich investiert hast. Nur wer eine solche Zeit mitmacht, kann die Frustration der professionellen Pflegenden ob der Handlungsohnmacht der Politik wirklich verstehen. Ausdauernde Anstrengung zu jeder Tageszeit. Einer trage des andere Last. Doch alles hat ein Ende, so auch bei Dir.

… und dann kommt ein Anruf aus dem Jenseits

Ich fahre bei schönstem Wetter durch die schönste Stadt der Welt und das Telefon klingelt. Unbekannte Nummer. Ich geh ran und höre Dich. Die Verbindung ist ziemlich schlecht, kein Wunder bei der Entfernung. „Ich wollte Dir nur sagen, das ich gut angekommen bin und das ich es hier gut habe. Wir haben nur einen kurzen Anruf frei, die Nummer ist nicht zurückzurufen.“ Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, habe einen Kloß im Hals. Bevor ich in der Lage bin zu antworten, wache ich aus einem Traum auf und starre an die dunkle Decke des Zimmers. Nicht sicher, ob ich immer noch träume, mache ich Licht.

Das war ein sehr schöner Traum und es wäre wohl die großartigste und wundervollste Idee, die der liebe Gott, wenn es ihn gibt, gehabt haben könnte. Die Gegangenen dürfen ein Telefonat zu ihren Lieben hier führen und sagen, dass sie gut angekommen sind. Damit die Lebenden ihren Frieden finden und die Ruhe und Gewissheit haben, dass alles gut ist und seiner Bestimmung folgt.

Fast glaube ich, die Idee ist von Dir und Du hast in Deiner sehr überzeugenden Art mit dem alten Herrn da oben ein Gespräch zwecks Änderung der Regularien geführt und der hat gelächelt und mit einer jovialen Geste seinen Segen dazu gegeben. Zuzutrauen wäre es Dir, ohne Zweifel. Wenn es einer schafft, dann Du. Und nun sehe ich Dich wieder schelmisch grinsen, mit diesem Blick aus Wissen und Ahnung. Mit dem untrüglichen Gespür für Wege und Entscheidungen. Und mit der Prise – ach nennen wir es doch einfach gute Verrücktheit.

Wenn es Dein Plan war, liest Du nun die Bestätigung in dem Brief an Dich. Wenn nicht, ist die Idee trotzdem sehr betörend und ich lasse sie hiermit frei in den Raum und die Zeit. Vielleicht wird das ja noch was mit dem letzten Telefonat. Irgendwann.

Auf jeden Fall danke ich Dir für all die Jahre, all das Wissen und die schöne Zeit, die wir hatten. Und ich danke Dir für den Traum, der es mir nach den vielen Monaten ermöglicht, Dir eine gute Reise zu wünschen, nicht in Sorge um Deinen Verbleib zu sein. Und das ist doch etwas sehr Schönes, oder?

abendfarben am hamburger elbstrand by tom koehler

Hamburgliebe

Kann man sich in eine Stadt verlieben? Ja, das geht. Für manche ist Hamburg die schönste Stadt der Welt. Das kann ich nicht beurteilen, dazu müsste ich die Gegenkandidaten mal gesehen haben. Wie es zur Liebe kam, lesen Sie hier.

Es ist 1993

Ein Studienplatz führt mich nach Hamburg. Schon bei der Wohnungssuche war ich kreuz und quer in der Stadt unterwegs und sah viel Grün und wenig Hochhäuser. Das fand ich toll, weil viele Städte einfach nur nach oben wachsen und dann ist auf den Straßen keine Sonne mehr. Oder nur eine kurze Zeit. Ich bedauere Menschen, die in dunklen Schluchten leben müssen. Anderes Thema.

Zweckbau

Das Universitäten immer so hässlich sein müssen. Schon damals sträubte sich mir das Nackenhaar bei den Bausünden der Zweckbauten. Unbewusst, noch nicht wissend, welche Leidenschaft dazu noch geweckt werden sollte. Das Studium nahm mich in Beschlag, es gab viel zu lernen und nebenbei (Danke dafür) jobbte ich beim NDR am Rothenbaum. Die Stadt war nur Mittel zum Zweck. Der Lehrbetrieb ließ wenig Zeit, sich mit ihr zu beschäftigen.

Im Fernseher

Nach dem Studium sah ich die Stadt durch den Fernseher. Geht nicht, doch, das geht. Mein Job bei einer großen Nachrichtenagentur brachte es mit sich. Dort waren permanent Kameraleute unterwegs und berichteten aus der Stadt. Also sah ich mehr von ihr, aber nur im Fernseher bzw. Monitor. Die Arbeit brachte es mit sich, dass ich die Stadt langsam und besser kennen lernte. Bei er Größe und Ausdehnung eine Aufgabe.

elbsegler hamburg

Selbst und ständig

Als Freiberufler und Netzwerker vor dem Herrn erschloss sich mir die Stadt immer mehr. Langsam erreichte sie mich, hatte mein Herz ergriffen, machte sich beliebt. Durch die Arbeit viel auf Tour nahm ich Hamburg immer mehr wahr und verstand den Bohei, den die Menschen um Hammonia – so der schöne lateinische Name Hamburgs – machten. In der Zeit wurde auch der Grundstein für meine Leidenschaft Architektur gelegt. Dazu später.

Freund und Lexikon

Ein gebürtiger Hamburger wurde zum Freund und Stadterklärer. Die Wellenlänge stimmte, unser Interesse für Geschichte und Architektur und die Leidenschaft für das Fahrrad. Dank dem profunden Wissen zur Stadt und den vielen Anekdötchen und Geschichten habe ich Hamburg erfahren. Im wahrsten Wortsinn. Und die Stadt ergriff von mir Besitz, nahm mich ein. Das Feuer war entfacht. Den besagten Stadterklärer finden Sie hier: https://hamburg-erfahren.de

Stein auf Stein

Mein Beruf und meine Leidenschaft für Fotografie bildeten ein wunderbare Symbiose. Die Architektur und insbesondere die schönen Treppenhäuser dieser Stadt haben meine Liebe zu Hamburg schwer entflammt. Altehrwürdige Kontorhäuser und die Backsteinfassaden faszinieren mich völlig. Ich habe Hamburg von innen gesehen und lieben gelernt. Geschichte und Handwerk, Ingenieurkunst und gestalterischer Mut formten etwas Wunderschönes. Damit Sie verstehen, was ich meine, schauen Sie gern selbst nach: https://abendfarben.com

Zuhause sein

Im Leben sah ich viele Städte, lebte in einigen. Davon durchaus auch sehenswerte – keine Frage. Zuhause ist mehr als die Wohnung und da, wo Freunde sind. Zuhause ist ein Lebensgefühl, ein Angekommensein. Hamburg ist mein Zuhause, meine Base, meine Liebe. Die Stadt hat es geschafft, mich zu verlieben, mich einzulassen und anzukommen. Das ist großartig. Dafür danke ich und lade Sie herzlich ein, die Stadt am großen Strom zu besuchen. Vielleicht werden Sie auch etwas davon empfinden. Es würde mich freuen.

In diesem Sinne: Hummel Hummel – Mors Mors.