ruediger-knott-hamburg-by-abendfarben

Tschüss, Rüdiger!

Rüdiger Knott, ein wundervoller Mensch und inspirierender Künstler ist nicht mehr.

Leider habe ich von seinem Tod erst spät erfahren. Ich sah ihn zum letzten Mal drei Wochen vor seiner letzten Reise, nicht wissend, dass es unser letzter freundlicher Kontakt war.

Ich weiß nicht, ob ich die Kraft gehabt hätte (die damals schon reichlich von Nöten war) im Wissen um unser letztes Treffen…

Es war wieder mal Vernissage. Diesmal in „seinem“ Funkhaus am Rothenbaum. Er war ganz der Alte. Freute sich, mich zu sehen und sprach in seiner eigenen Art mit mir, zugewandt, aufmerksam, freundlich. Plötzlich musste er sich setzen und erst da dämmerte mir, in welch schlechter Verfassung er war. Wir sahen uns vielleicht einmal im Jahr, meist bei seinen Vernissagen. Daher fehlte mir ein ganzes Jahr Information. Er sah mich an und sagte nur tonlos, das er sehr krank sei und sich schonen muss.

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen viele Gäste. Alle begrüßten Rüdiger, der lieber dem Rummel  – auch gesundheitlich bedingt – geflohen wäre. Er war kein Schickimicki, etwas Besonderes, bekannt aus Funk und Fernsehen. Er bewahrte sich seine Aufmerksamkeit, seine Freundlichkeit, seine Antennen war immer auf die Menschen gerichtet. Doch es war für ihn sichtlich anstrengend, das Prozedere von Reden reden und Kunst erklären.

Die Nachricht über den schlechten Zustand hat mich den ganzen Zirkus ausblenden lassen. Ich hatte nur noch Augen  und Ohren für ihn. In mir waren wohl die Sensoren auf Alarm, ohne dass ich es bewusst wahrnahm. So betrachte ich es heute.

Rüdiger Knott: Kunst und Künstler

Seit 2012 folge ich den Knott`schen Spuren und Wirken. Fasziniert von seiner Allerwelts-Dingen, die eine neue Bedeutung erlangten. Begeistert von seiner Art, zu kommunizieren. Mit Dingen und mit Menschen. Dass Abfall durch ihn zu uns spricht, Zerrissenes zusammengefügt oder in  neuer Dimension erwacht, war Rüdigers Schaffen und Ziel. Und es entstanden wundervolle Dinge aus Weggeworfenem.

Er engagierte sich neben seiner Kunst und mit seiner Bekanntheit für Bedürftige. Hinz und Kunzt als Träger, der wohnungslosen Menschen durch den Vertrieb der gleichnamigen Zeitung zu Beschäftigung und Einkommen verhilft. Dort stellte er auch 2017 aus.

Tschüss, Rüdiger!

Nun bist Du nicht mehr unter den Lebenden. Das ist sehr traurig. Du warst Teil meines Lebens. Deine Broschüren zu Ausstellungen liegen obenauf in meinem Bücherregal. Immer wieder habe ich darin geblättert und mich erfreut an Deinem Blick auf die Welt und auf Dinge. Stets hast Du mich mit Deinem freundlichen Wesen fasziniert. Ganz unprätentiös , nahbar, interessant und interessiert. In einer Gesellschaft, die ich-bezogen, scheinheilig, schnelllebig daherkommt, warst Du erfreulich für Seele und Gemüt. Dafür danke ich dir von Herzen und es war mir eine Freunde und Ehre, Dich kennenlernen zu dürfen. Ich weiß, dass würde Dich eher beschämen, als stolz zu machen. In meinem Leben habe ich nur selten Menschen wie Dich getroffen. Deswegen war es so wundervoll, inspirierend und nett mit Dir. Danke für alles und die schönen Momente. Ich hoffe sehr, dass Du vielleicht im Himmel – da gehörst Du hin – Sternschnuppen, Wolkenfetzen und Allstaub sammelst und zur Freude der Engel Dein Werk fortsetzt. Als Sehender, Dingeerwecker, Zusammenführer und Blickwinkelerweiterer.

Ich vermisse Dich.

Tom

 

 

Das letzte Mal, als ich Rüdiger traf, eröffnete er eine Ausstellung im Funkhaus an der Rothenbaumchaussee. Die Bilder aus der Eröffnung und Links zu den älteren Beiträgen über die Arbeit von Rüdiger Knott finden Sie unter folgendem Link:

Ausstellung von Rüdiger Knott im NDR: Wellenlänge

 

 

 

 

amazon echo by abendfarben

By, Amazon!

Nach all den Jahren der Treue und des ausgegebenen Geldes ist es Zeit, by zu sagen. Denn das Maß ist voll. Ende im Gelände. Schicht im Schacht. Das Ende einer langen Verbindung (gemessen in Internet-Zeit) von 6 Jahren ist nötig. Doch eins nach dem anderen …

Prime Kunde

In 2012 wandelte ich den Amazon Account in einen Prime Account für damals sagenhafte 29 Euro. Inklusive des Premium-Versands innerhalb von 48 Stunden, sofern verfügbar. Es gab Speicherplatz für Bilder und Dateien, der innerhalb meiner Mitgliedschaft auf unbegrenzt hochgestuft wurde. Musik und Videos (damals noch überschaubar) inklusive. Alles in allem ein guter Deal. Doch dann ging der Wettlauf mit anderen Anbietern los. Trotz – oder gerade wegen – seiner Größe verschoben sich die Kosten immer weiter nach oben. Erst waren es 49 Euro pro Jahr, nun inzwischen sind es 69 Euro. Die Services – z.B. Cloud – wuchsen mit den Jahren weiter an, es gab also keinen Grund, zu gehen.

Danke, Hacker…

Leider wurde mein Account gehackt, so dass Amazon diesen aus Sicherheitsgründen sperrte. Über den Amazon Service muss ich mich sehr lobend äußern. Für die Größe des Unternehmens ist es erstaunlich, wie schnell Antwort per Mail oder Telefon kommt! Meine Kommunikation mit den Mitarbeitern dort nach dem Hacking war exzellent. Diese hatten schon vor mir (!) Unregelmäßigkeiten festgestellt. Diese Geschwindigkeit des Scannen von Accounts ist beeindruckend – bei 44 Mio Kunden und 17 Mio Prime Kunden…  Dumm, dass damit meine Vorteile von dazumal mit einem Schlag zunichte wurden.

Prime Video

Ein neuer Account ist ja schnell angelegt, auch die Testphase für Prime ist mit wenigen Klicks erledigt. Doch die Tücken kamen schnell zutage. Prime beinhaltet auch eine Film-Datenbank. In der sind Serien (Eigen- und Fremdproduktionen) sowie Kinofilme aller Genres vertreten. Der Anteil der frei verfügbaren Filme hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Beispiel: Suche nach „Jason Bourne“ bringt eine Reihe verfügbarer Filme zum Vorschein. Dumm nur: Ein einziger (!) Film aus dieser Reihe ist in Prime frei verfügbar. Ein Leckerlie, sozusagen. Alle anderen Titel dieser Reihe sind kostenpflichtig auszuleihen oder zu kaufen. Ab 3,99 Euro geht es lost. Heißt: Lieber Kunde, wenn Du Fan bist, mach bitte das Portemonnaie auf! Weiter ist die Aktualisierung der Bibliothek mittelmäßig. Neue Filme (im Sinne von noch nicht bei Prime Video gezeigt) kommen sporadisch und je nach Genre unterschiedlich.

Amazon Music

Wer noch einen Altvertrag hat, sollte den unbedingt behalten, wenn er noch bei Amazon ist – oder dort bleiben will. Jeder Neuvertrag wird mit opt in – Leistungen ausgestattet. Beispiel: Bei Amazon Music (Altvertrag) war es möglich, seine Musik auf dem Mobilgerät, dem Stationär-Gerät oder dem Echo beliebig abzuspielen. Eine Bibliothek auf Music belief sich auf ca. 2 Mio Songs, was für Otto-Normal-Verbraucher ausreichend war. Schluss mit Lustig! Jetzt bucht der Kunde bitteschön eine Unlimited Version, denn ohne die, kann der Echo und das Smartphone und der Rechner nicht mehr darauf zugreifen. Kostet für Prime Mitglieder 7,99 per Monat – mach mal eben 95,88 per anno dazu. OK, Kunde, du darfst auch nur für den Echo buchen, das sind dann 3,99 per Monat. Aber macht das Sinn?

Kundenchecker

Ja klar, der Versandriese aus Seattle, USA, macht natürlich vieles richtig. Kundenbindung durch Mehrwert und Specials. Mensch soll es sich in dem Geflecht so richtig gemütlich und praktisch einrichten, damit er aus dieser kleinen großen Welt gar nicht raus will. Chapeau, Jeff! Klasse gemacht, keine Frage. Und hier reden wir nicht über Marktmacht gegenüber den Anbietern, über politischen Einfluss, über erdrückende Mächtigkeit, die sogar Google erzürnt.

Sondern wir reden hier über das Kleinteilige, über den einzelnen Kunden. Jegliche Daten via Cookies und Verlauf der Suche / des Kaufes werden dokumentiert. Amazon weiß alle Vorlieben via Echo, Einkauf, Video, Music des Kunden und spielt diese Stärke aus. Kunden die A gekauft haben, haben auch B gekauft … Das ist logisch und aus Unternehmenssicht nicht verwerflich. Nun kommt ja noch die kostenfreie Amazon Visa Karte, dann ist die Customer Journey perfekt abgebildet.

Daumenschraube

Nun kommt es dicke. Die Konkurrenz schläft nicht. Andere Portale, wie Netflix oder Spotify sind auf den Flatrate-Zug aufgesprungen. Das ist ein Grund, warum das Unternehmen aufmerksam wird. Der andere ist das Gefälle in der Preis-Leistung-Geografie. Wie im Mobilfunkmarkt funktioniert hier auch die Faulheit der Kunden, siehe: https://amadeal.eu/  Heißt, in anderen Ländern werden andere Preise aufgerufen. Das hängt mit der dortigen Kaufkraft zusammen. Und Deutschland hat nun mal dicke Taschen, also langen wir hier doch mal gepflegt zu.

(Kleiner Exkurs zum Thema Preisgefälle im Mobilfunk? Bitte: https://www.billiger-telefonieren.de/mobiles-internet/nachrichten/europa-vergleich-wo-ist-mobiles-surfen-teuer_208935.html Da war Amazon mit seinem Firefone zu schnell. Aber keine Sorge, es wird sicher bald einen Handytarif made bei Jeff geben…)

Weitergedacht

Amazon wird seine Leistungen schnell und kontinuierlich ausbauen. Versicherungen und Gesundheit sind der nächste große Renner. Krankenkasse a la Bezos – warum nicht. Apothekenkram haben sie schon auf der Einkaufsliste. Kunden, die Kopfschmerzen hatten, kauften auch Bezos Forte, oder so ähnlich. Dringe immer mehr in das Leben Deines Kunden ein, erfahre soviel wie möglich und verdiene Dein Geld damit. Anbieter von Waren und Dienstleistungen (analog Google) werden mit exakten Kundendaten, Traffic und Einnahmen belohnt, die sie bitteschön dem Anbieter in Form von Anzeigen bezahlen. Und nur der Anbieter mit den größten verifizierten Datenmengen wird auf dem globalen Markt überleben – und malt uns einen Dämonen an die Wand. Doch das ist ein anderes Thema.

Fazit

Ich bin nicht grundsätzlich mit Amazon unzufrieden. Es gab an der Schnelligkeit und Abwicklung nicht auszusetzen. Übrigens auch nicht bei Rücksendungen. Kulanz ist kein Thema.

Ich bin unzufrieden, dass Kunden vermehrt für jeden Furz extra Geld aus der Tasche gezogen wird. Ich bin unzufrieden, dass Prime eben keine Flatrate ist, für die ich gern bereit bin, zu zahlen. Ich bin unzufrieden, dass „alte“ Leistungen bei Neuverträgen nicht mehr berücksichtigt werden – auch wenn offensichtlich ist, das Kunde wieder zum Unternehmen (siehe Absatz 3) zurück will.

Rechnen wir es einmal hoch. Es wird mehr Leistungen geben, die per Abruf bezahlt werden müssen. Es wird die Prime Flat nur scheinbar aufgeblasen. Im Gegenzug gibt der Kunde noch mehr Daten an das Unternehmen, welches ihn darauf hin noch ziel-optimierter antriggern kann und mehr Einnahmen erzielt.

Es muss jeder für sich ausrechnen, ob ein Geldeinsatz von knapp 200 Euro für versandkostenfreie Einkäufe im Jahr und ein bisschen Musik im Ohr eine adäquaten Gegenwert darstellt.

Jeff, Du bist bestimmt eine coole Type, sonst wäre der Aufstieg vom Buchversand (ja, so fing es auch bei mir an ;-)) zum Megamultimonsterunternehmen nicht möglich. Aber nur mit MEHRwert funktioniert das, nicht nur mit MEHRkosten. Denn die kannst Du dann erwirtschaften, wenn Deine Kunden eine Gegenleistung für all ihre Daten bekommen, die sie freiwillig liefern.

Ich bin dann mal weg.

PS: Zwei Echos (BJ 2016 und 2018) zu verkaufen. Gebote bitte per Mail an

mailto:abendfarben@web.de

 

 

 

die zeit laeuft by abendfarben tom koehler

Vaterland, Muttersprache, politischer Kindergarten

Eigentlich habe ich keine Lust, jedes Jahr einen Artikel über die politischer Verfasstheit des Landes, seiner „Eliten“ und die Frustration der Bürger zu schreiben. Im stillen Hoffen auf Besserung – denkste – nur abwarten und aussitzen, ist ja wohl Aufgabe der Regierung. Nicht meine, sorry…

Das lachende Ausland

Erinnern Sie sich noch an Genscher`sche bzw. Kinkel`sche Zeiten? Vielleicht waren Sie da noch nicht geboren. Deutscher Außenpolitik wurde Respekt gezollt, die Repräsentanten waren in der ganzen Welt angesehen. Das hatte auch etwas mit Kontinuität und Verlässlichkeit zu tun. Heute wechseln die Außenminister, wie manche Leute ihre Hemden – also relativ oft. Keine Kontinuität im Handeln, keine strategische, verantwortungsvolle Ausrichtung der Arbeit. Eher fragwürdigen (anderen) politischen Interessen folgend, als die Integrität und Stabilität des Landes zu wahren. Damit einhergehend ist eine Schwächung der eigenen Interessen und Opportunismus an der Tagesordnung. Und das Ausland registriert kopfschüttelnd das wilde Manövrieren, den fehlenden grundsätzlichen Standpunkt, das ständige ja-nein-vielleicht. Einer der wirtschaftlich stabilsten, erfolgreichsten Staaten dieser Welt leistet sich eine Außenwirkung, dass der Wähler sich nur schämen kann.

Der lachende Bürger

Es wurde ja viel über „den Stammtisch“ oder „Volkes Stimme“ geschrieben und gesprochen. Gleichbedeutend mit einer Abwertung des Wählers, des Bürgers dieses Landes, des Plebs. Allein das ist unverantwortlich, elitär, abgehoben. Dem Wähler gesteht man alle vier Jahre zu, seinen Kopf zum Denken zu benutzen, aber dazwischen möge er doch bitte die Klappe halten und in der Versenkung verschwinden.

Wie wäre es mit gesundem Menschenverstand?

Jeder Haushalt, jede Familie plant nach ihren Mitteln Ausgaben, Vorsorge, Bildung und Reisen. Das Budget wird vom Einkommen diktiert. Eventuell hilft da noch ein Kredit für das Auto oder das BAFÖG für die Nachkommen. Und wenn alle – ist alle. Keine Gelddruckmaschine im Keller, kein Guthaben aus einem anderen Topf, dem sich der Bürger dann bedienen kann. Nennen Sie es Vernunft, Vorausschau, normaler Menschenverstand, Bedacht.

Und dann sieht diese Familie, dieser Bürger, was „das politische Berlin“ (da gibt es wohl auch noch ein anderes Berlin…) an Geldern verramscht, die Töpfe der Altersvorsorge und des Sozialsystems eines ganzen Landes (!) auf das Spiel setzt, um sich, anderen oder den Wahlen zu gefallen.

Das sich dann der Plebs abwendet, Wahlbeteiligungen und politisches Engagement den Bach runter gehen, ist wohl die Folge. Dass sich Bürger nicht mehr wahr- und ernst genommen fühlen, auch.

Die Geschichte wiederholt sich

In den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts destabilisierte sich Deutschland politisch selbst. Es gab so viele politische Strömungen und Parteien, dass eine tragfähige Mehrheit des Handelns unmöglich wurde. Aus Hilflosigkeit wurde Radikalität. Alle politischen Lager versuchten, ihre Interessen mit immer härterer Gangart durchzusetzen. Der Gedanke einer politischen Krise wie vor 1933 ist nicht neu, erstaunt aber in seiner Parallelität heute sehr. Übrig bleiben die starken und die finanziell am besten ausgestatteten politischen Parteien.

Was jetzt noch als letzter Versuch zu werten ist, wilde Allianzen, Bündnisse nach Farben (!), zeigt, wie ohnmächtig und machtgeil zugleich die sogenannte politische „Elite“ ist. Statt sich den Aufgaben der Zeit zustellen, statt endlich zu regieren und zu handeln, fechten die „Politiker“ kleine Zänkeleien und hinterbänklerische Interessen aus, wie staatsrelevante Themen. Die Zeit rennt, die Weltpolitik erwartet Antworten, die Zukunft des Landes, der Bildung, der Altersvorsorge und des Gesundheitssystems lechzen nach Plänen und Handeln.

Und nun?

Augen zu und Rücken an die Wand gestemmt. Klingt nach einer verlockenden Aussicht für den politikmüden, staatsverdrossenen Plebs. Keine Besserung in Sicht, es bleibt ja eh alles beim „Alten“. Manchmal geht es auch mir so. Dann schalte ich den Fernseher aus, weil ich es nicht mehr ertragen kann, wie dort rumgefaxt und geheuchelt wird.

Ich sehe in den Gesichtern der Menschen die Agonie, die Lustlosigkeit, die Angst. Wie eine bleierne Walze dampft die alles erstickende Politik- und Medien- und Konsumlawine über dieses Land. Sei ebnet Hirne und Meinungen, sie sorgt für Uniformität. Macht es da noch Sinn, sich zu engagieren? Macht es noch Sinn, eine politische Meinung zu haben? Macht es noch Sinn, zu reflektieren?

Oder ist es besser, im mausgrauen Strom unauffällig mitzuschwimmen, seinen eigen Vorteil über den des Anderen zu stellen? Ist es schlauer, das System auszunutzen und jeden sich bietenden Vorteil zum eigenen zu machen? Ist dass der Sinn des Systems?

Ich weiß es nicht. Vielleicht haben Sie ja dazu einen klugen Gedanken. Schreiben Sie mir gern dazu. Da die Kommentarfunktion dank der ach so tollen DSGVO abgeschaltet ist, nutzen Sie die gute alte Mail

mailto:abendfarben@web.de

Alle Jahre wieder das selbe Thema? Hoffentlich nicht!

In 2017:

https://abendfarben.wordpress.com/2017/08/09/deutschland-vor-der-wahl-eine-politische-beobachtung/

und ein Jahr früher

https://abendfarben.wordpress.com/2016/02/02/waehlt-euch-doch-ein-neues-volk/

googleschreiber

Online sichtbar oder im Tarnkappenmodus?

Aus Spaß an der Freude habe ich mal egogegoogelt. In der Vergangenheit habe ich einen Blog betrieben, der auf die Zielgruppe Mittelstand und das Thema Online-PR ausgerichtet war/ist. In meiner Selbstständigkeit und den frühen Jahren von SEO und Social Media ein heißes Thema. Den Blog gibt es heute noch, damit mir die Backlinks (anderes Thema) nicht verloren gehen.

Eigenlob stinkt? Egal!

Die Google Suche (Long Tail) – agentur online pr mittelstand hamburg – beschreibt die Arbeit und die Zielgruppe. Suchen waren zu meiner Zeit damals noch Short Tail, oder schlimmer noch, ein Wort. Dieses Damals war übrigens 2012. In dem Blog schrieb ich frohen Mutes Beiträge zu o.g. Thema und für o.g. Zielgruppe. Es war / ist der sogenannte Content, der Inhalt. Über Content Marketing (anderes Thema) fing man damals gerade an, nachzudenken. Das Eigengoogeln brachte ein erstaunliches Ergebnis.

online pr google seo abendfarben tom koehler

Seit nunmehr 6 Jahren stehe ich mit der Long Tail Suche auf Seite 2 bei Google und in der Bildersuche in den obersten Zeilen. Ja, das ist Eigenlob. Aber nicht Ziel des Artikels. Verschärfend kommt dazu, dass die Thematik durch einen Schwenk in meiner beruflichen Ausrichtung nicht mehr bearbeitet wurde. Still ruht der See – um es lyrisch auszudrücken. Die Artikel sind – aus Google-Sicht – hoffnungslos veraltet und zugleich werden sie immer noch gelesen, sonst stünden sie nicht auf Seite zwei.

online pr google seo bilder abendfarben tom koehler

Ist die eigene Arbeit für die Zielgruppe sichtbar?

Je spitzer das Produkt – so die gute alte BWL – desto geringer die Kundschaft. Und umso höher die Trefferquote. Weil die Kundschaft / Leser / Fans eben genau das und nur das suchen – und im besten Fall exakt finden. Exemplarisch oben beschrieben…

Das heißt für Firmen, Blogger und alle anderen, die online präsent sind, reichlich relevanten Inhalt (Content) zu produzieren. Wertvollen, sinnstiftenden, anregenden Inhalt für die Kunden und Leser. Also Butter bei die Fische, wie wir in Hamburg sagen. Verplempern Sie Ihre Power und Zeit nicht mit Contentmüll und eingekauften externen Kram! Füllen Sie nicht – wie Zeitungen ihre Seiten – mit Agenturmeldungen.

Raffen Sie sich auf und schaffen Sie eigenen (!) wertvollen (!) und reichlich (!) Inhalt, der es wert ist, angesehen oder gelesen zu werden. Auch die Zeit Ihrer Kunden / Leser ist nicht unendlich bemessen. Beantworten Sie die (nicht) gestellte Frage des Kunden. Denn er wird googeln. Und dann hoffentlich SIE finden.

Los  geht`s!

chaos-by-abendfarben-tom-koehle

Kleiner Ratgeber: Wie Sie es so richtig vergeigen!

Sie möchten es sich mit anderen Menschen verscherzen? Kein Problem. Sie sorgen selbst dafür, dass Dinge schief gehen? Bekommen Sie hin. Sie schaffen Probleme, wo es keine gibt? Aber gern doch. Lesen Sie hier den ultimativen Ratgeber, wie Sie es so richtig vergeigen.

Dieser (nicht ganz ernst gemeinte) Ratgeber entstand aus der täglichen Arbeit mit Kunden, den Kontakten mit Menschen und ist eine Ansammlung wahrer Begebenheiten aus dem ganz alltäglichen Irrsinn, der mir immer wieder begegnet. Die angeführten Beispiele sind real …

Seien Sie unverbindlich!

Es wäre doch zu schön, wenn Absprachen eingehalten, Termine wahrgenommen und Regeln zum benutzen da wären. Da stehen Sie locker drüber! Bedenken Sie, dass eine Terminierung nicht nur für Sie, sondern auch für Ihren Gesprächspartner Folgen hat. Denn der passt Sie in seinen Kalender ein, kalkuliert Zeit für An- / Abfahrt und das Gespräch ein. Sie sind ein Baustein im Tagesablauf des Anderen. Das umgehen Sie locker, in dem Sie unpünktlich sind, sich für Verspätungen nicht entschuldigen (jeder kann mal im Stau stehen) oder am besten gar nicht erst erscheinen.

Beispiel: Kunde erwartet eine Beratung zur Immobilie. Ein Termin wird vereinbart. In einem langen Gespräch wird sondiert, was der Kunde möchte und die Immobilie für die Bewertung aufgenommen. Die Firma erstellt mit erheblichem Aufwand ein Wertgutachten. Ein Termin zur Übergabe des Ergebnisses wird vereinbart. Ich fahre zum Kunden und warte zum vereinbarten Zeitpunkt 20 Minuten vor Ort. Keiner erscheint. Meine Anrufe zum Handy des Kunden landen auf der Mailbox. Ich fahre zurück ins Büro. Auch weitere Versuche, den Kunden telefonisch oder per Mail zu erreichen, sind wirkungslos.

Sie haben alles richtig gemacht. (Fremde) Ressourcen vergeudet, Ihre eigene Glaubwürdigkeit auf Null gesetzt und mich richtig verärgert. Super!

Seien Sie negativ!

Es gibt Dinge, die sich nicht ändern lassen. Die nimmt man hin und lernt aus den Fehlern, falls es das eigene Verschulden war. Besser ist es, in allem (IN ALLEM) das Schlechte zu sehen. Das hat den Vorteil, dass Sie sich so richtig in eine Negativschleife begeben können. Das ist toll. Immer schön alles in Frage stellen, auch wenn es gar nicht nötig ist. Stets das Haar in der Suppe zu suchen, statt es sich schmecken zu lassen. Schön die Vorurteile pflegen und sich in der dann eintretenden Bestätigung wälzen.

Beispiel: Menschen aus meinem Umfeld können das hervorragend. Da geht es nicht um Angst vor Unbekanntem, sondern um klassischen Negativismus. Das geht nicht. Das geht schief. Ich glaube nicht, dass es funktioniert. Das ist die richtige Einstellung, damit es auch wirklich nichts wird.

Sie kennen den Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung? Dann sind Sie aber so was von richtig. Denn es wird Ihnen immer wieder bestätigt, dass ja doch alles Mist ist und nichts zusammenpasst. Weiterer Pluspunkt: Sie werden nie die halb geöffnete Tür, das kleine Licht, die ausgestreckte Hand sehen. Sie haben sich so richtig schön negativ eingerichtet. Perfekt!

Seine Sie verplant!

Hier ist nicht der übervolle Kalender gemeint, sondern wirkungsfeindliches Handeln und konzeptionsloses Dahinleben. Aufschieberitis, Unordnung und Angst vor Entscheidungen sind Ihre Verwandten? Dann aber mit Vollgas ins Chaos! Das Schöne daran ist, Sie werden Ihre Umwelt dermaßen nerven, dass bald keiner mehr mit Ihnen etwas zu tun haben will. Und das war ja Ihr Ziel, oder?

Beispiel: Sie kennen – wie ich – auch solche Menschen, die nichts auf die Reihe bekommen. Dies mag vielleicht an der Natur des Menschen oder dem Intellekt liegen. Das ist per se nicht schlimm. Wenn aber Ratschläge, Handreichungen, Erinnerungen nichts helfen? Was, wenn das Bemühen um solche Menschen nichts fruchtet? Möchten Sie in den Strudel der Inkompetenz und des Chaos hineingerissen werden? Sicher nicht.

Sie haben es geschafft, Ihre Umwelt auf Distanz zu halten. Ist das nicht wundervoll? Gratulation!

Seien Sie problematisch!

Ein Problem bedarf einer Lösung – im Großen wie im Kleinen. Sonst hieße es vielleicht Noplem oder Contraplem. Aber eine Lösung ist doch viel zu einfach! Machen Sie gefälligst aus einer Mücke einen Elefanten. Sonst wird das nix mit der Problematisiererei.

Beispiel: Umstandskasten, Querkopf, zwei linke Hände – Sie kennen auch solche Vertreter der Spezies Mensch. Wenn die Lösung A+B+C wäre, machen sie daraus bestimmt A-B+B,5*C/D+E-F. In der Verkomplizierung eines Vorganges, einer Reparatur, einer Idee finden sie Erfüllung. Wir könnten doch auch noch das und jenes dazu / davon / damit …

Es ist vollbracht. Sie haben es geschafft, Ihre Umwelt in den Wahnsinn oder die Ferne zu treiben. Weiterer Vorteil: Ihr Anfangsproblem ist immer noch nicht gelöst und die Zusatzprobleme harren ja auch noch ihrer Aufmerksamkeit. Chapeau!

Auswege sind möglich!

Sind Sie selbst eine/r der o.g. Vertreter? Dann müssen Sie an sich arbeiten bzw. Hilfe zulassen.

Wenn Sie es nicht tun: Werden Sie so weitermachen und sich resp. Anderen das Leben schwer. Der Zugang zu anderen Menschen wird erschwert und Ihr Freundes- / Bekanntenkreis schrumpft auf Nanometer. Und bei mir brauchen Sie dann gar nicht erst anklopfen.

Wenn Sie es tun: Es öffnen sich in Ihrem Kopf / Ihrem Herzen neue Türen. Ihre Welt wird entspannter, klarer, freundlicher. Ihre Umwelt honoriert Ihre Bemühungen und wendet sich Ihnen wieder zu. Sie erfahren Lob und Zustimmung.

Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen dafür viel Erfolg!

 

 

 

2bahead-kongress-2018-wolfsburg-by-abendfarben

Bauchgefühl und Kuratoren – Der Kunde ist König

Als Dienstleister ist es die Aufgabe, dem Kunden nicht nur eine Ware oder Tätigkeit anzubieten. Noch wichtiger ist das Abholen der Kunden und deren Beratung. Warum Bauchgefühl und Kuratoren wichtige Kriterien für Nachfrage und Angebot sind:

Schöne neue Welt Internet

Ich sehe alles, kann alles vergleichen, habe den Blick über Preis und Leistung von Gütern und Dienstleistungen. Der Schein trügt. Gerade die Vielfalt lässt den Suchenden schnell in einer Flut von Informationen ertrinken.

Er entscheidet dann nach Gusto. Aus der Wahl wird die Qual. Ein wichtiger Baustein der Arbeit mit Interessenten ist die Beratung. Bringen Sie in Erfahrung, was der Kunde wirklich will. Nehmen Sie sich Zeit, hören Sie zu, machen Sie sich Notizen. Fühlen Sie mit dem Kunden, erforschen Sie seine Bedürfnisse.

Sicherlich kostet das Zeit. Doch es ist sehr gut investierte Zeit. Mit diesen wertvollen Informationen sind Sie in der Lage, auf den Kunden abgestimmte Leistungen anzubieten. Sie haben einen Schatz, mit dem Sie passenden Dienstleister bei einen größeren Projekt auswählen können. Mit denen und ihren speziellen Fähigkeiten arbeiten Sie für den Kunden. Sie werden zum Kurator. Sie wählen aus der Flut aus. Sie optimieren Module und Leistungen. Denn Sie wissen, was der Kunde sucht und braucht. Wie ein Museumsdirektor, der für die Ausstellung des Jahres die wertvollsten Gemälde aus dem Keller holt.

Holen Sie den Kunden ab

Schnell ist die Welt. Ein Klick, drei, zwei, eins, meins. Wenn Sie in diesem Hamsterrad mitsausen, gehen Ihnen wichtige Details verloren. Was ist schlecht daran, Gefühle zu zeigen und zu empfangen? Warum wird Zeit ein wertvolles Gut? Wieso ist unser sensorisches Empfinden Geld wert? Gerade bei Kunden, die anspruchsvollere Ideen haben, punkten Sie mit diesen „skills“.

Ware von der Stange ist oft preis-getrieben. Da braucht es nur ein paar bunter Bilder und einem ,99 dahinter. Preissuchmaschinen haben nicht ohne Grund so einen starken Auftrieb.

Geht es in die Tiefen des Projektes, wird es ernst. Und der Kunde ist höchst sensibel. Der Preis tritt dann in den Hintergrund. Ziel ist allein die Befriedigung sehr spezieller Bedürfnisse, die nicht im „Vorbeigehen“ erfasst werden. Sie sind in der Pflicht. Das schön Wort Abholen ist an der Reihe. Sie gehen zum Kunden, zu seinen Wünschen. Sie bewegen sich dorthin.

Der Kunde wartet genau da auf Sie. Das ist schwerer, als es sich schreibt. Wenn es aber gelingt, ist es ein wunderbarer Moment.

Für Sie und für den Kunden.

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (6)

17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 – der zweite Tag

Am zweiten Tag des 17. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks 2018 ging es um nicht minder spannende Themen. Dürfen Roboter Bürgermeister werden? Können Krankheiten aus der Stimme „erhört“ werden? Ist es besser, sich mit den Maschinen zu verbünden? Bei bestem Wetter im Schloßgarten zu Wolfsburg waren die Erwartungen an Referenten und Themen groß.

POLITIK 2028

Im Jahr 2050 wird die KI die Politiker zum Wohle der Gesellschaft abgelöst haben. Dies postuliert Michihito Matsuda, Bürgermeisterkandidat der Tama Provinz, Japan. Seinen Auftritt startet er landestypisch mit dem Zerlegen von Steinplatten per Hand:

Künstliche Intelligenzen entscheiden fair und ohne Bauchgefühl, während sich Menschen von Macht und Einfluss leiten lassen. Nach Matsudas Prognosen wird es dann keine Diskriminierung von Minderheiten und keine Korruption mehr geben. Beim ersten Versuch, gewählt zu werden, belegte der KI-Bürgermeister den dritten Platz.

Und sorgte für große Gemütsregungen in den Lagern der Wähler. Ist er eigentlich legal? Kann eine KI den Wählerwillen umsetzen? Gerechte Chancen für alle, keine Korruption – eine schöne Utopie. Doch die KI fand heraus, das es gefälschte Geschäftsreisen gab und Abrechnungsprobleme. Sicher, das findet ein Beratungsunternehmen oder eine Steuerkanzlei auch heraus. Doch zu welchen Kosten und in welcher langen Zeit? Ein Vorteil der KI in Verbindung mit Quantencomputern ist die zeitgleiche Kommunikation in Masse. KI spricht mit allen Wählern / Bürgern gleichzeitig. Die Vorgänge, Daten und Protokolle werden komplett in Windeseile durchforstet. So können Widersprüche und Schwachstellen schnell und effizient erkannt werden.

Matsudas Kampagne führte dazu, das eine KI Partei gegründet wurde, die bei der nächsten Wahl 100 KI Kandidaten stellt. Moderne Zeiten erfordern moderne Methoden.

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (9)

FÜHRUNGSSTRATEGIEN 2028

Der Mensch im human-digitalen Team – das klingt ja spannend. Und ist gar nicht so weit entfernt. Wir nehmen die zunehmende Synthese von Mensch und Maschine nicht so wahr, da uns nicht permanent klobige Roboter über den Weg rollen und Blechkästen zu uns sprechen. Die schon jetzt bestehenden Algorithmen ranken Bewerber, übernehmen einen Teil der Kundenkommunikation per Mail oder Telefon.

Einige Referenten zeigten, wie heute schon in der täglichen Arbeit „Kollege Computer“ dem Menschen assistiert. So berichtet Sheena Urwin, Head of Criminal Justice, Durham Constabulary, England darüber, wie und warum künstliche Intelligenz die Polizeiarbeit wesentlich verbessern kann und muss. Sie sind die einzigen in England und Wales, die das Thema KI auf der Tagesordnung haben und auch einsetzen. KI dient zur Unterstützung der Polizisten, um die besten Entscheidung zu treffen. Sie werten die Taten aus, schätzen ein, ob ein Täter wieder zuschlägt, unterstützen bei Prävention. RoboCop lässt grüßen …

Lesen Sie dazu auch den Artikel zu PRECOBS aus 2015:  https://abendfarben.wordpress.com/2015/06/22/2bahead-die-digitale-verantwortung-leben-in-der-welt-der-wahrscheinlichkeiten/

Yuval Mor, CEO von Beyond Verbal aus Israel sprach über die Erkennung von Echtzeit-Emotionen mittels Emotion AI. Ein Thema für Onlinevertrieb, Krankheitsprävention
und Jobinterviews. Sie brauchen ein Telefon, eine App oder eine hochgeladene Datei.

http://www.beyondverbal.com/ schafft es, nur aus der Tonalität – nicht aus dem Inhalt, dem Wort – eine emotionale Analyse des Gegenübers zu erstellen. Dies ist kein Psychogramm, keine Freud´sche Analyse, sondern die Erfassung der emotionalen Verfassung eines Gesprächspartners. Vocal Biomarker sind derzeit in der Entwicklung. Mor: „Wir erkennen stimmliche Biomarker, die auf Krankheiten hindeuten. Das System kann auf einen bevorstehenden Herzinfarkt hinweisen.“ Unglaublich, möchte der Zuhörer des Vortrages rufen. Probieren Sie es gern aus. Es gibt eine App, die Ihnen innerhalb von 30 Sekunden berichtet, wie Sie emotional „drauf sind“.

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (12)

Auch hier ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit: Psyware in einem Vortrag aus 2016 auf  https://abendfarben.wordpress.com/2016/06/14/hyperloop-und-glauben-zukunftskongress-2bahead-wolfsburg-2016/#

DIE TRANSHUMANE GESELLSCHAFT

Jetzt geht es an das Eingemachte. Zack: Arm ab und neuer dran. Schnipp: Organ raus, nachgezüchtetes Organ rein. Augen, die reinste Fehlerquelle. Her mit den Linsen, die auch VR und AR können!

Zoltan Istvan, Gründer der Transhumanist Party, US ist überzeugt: „Um nicht von der künstlichen Intelligenz überrannt zu werden, müssen wir Teil der Maschinen werden.“

Harter Stoff für normalkörperbezogene Menschen, denen schon der Zahnarztbesuch mit Ersatz einzelner Kauelemente ein Graus ist. Denn die Transhumanisten sind davon überzeugt, dass man Krankheiten auslöschen kann. Und zwar grundsätzlich. Die Krankheit hat einen Herd, der Herd muss weg. Nicht die Krankheit alleine. Sie möchten nicht Organe behandeln, sondern austauschen. Es gibt schon bionische Organe. Das künstliche Herz vor Jahren der Anfang, heute wird fehlendes Gewebe oder zu ersetzende Organe mit einem „Biodrucker“ geschaffen.

Istvan: „In zehn Jahren ist das möglich, unsere Körper zu optimieren. Wir können Behinderungen beseitigen, Blinde können wieder sehen, Taube wieder hören.“ Es geht auch um Kryonik, die Möglichkeit, Menschen einzufrieren und wieder aufzutauen. Es gibt Adapter, die es ermöglichen, mit dem Gehirn direkt mit Google Kontakt aufzunehmen.

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (14)

Einen Kryo-Forscher finden Sie bei Bedarf übrigens hier:  https://abendfarben.wordpress.com/2015/06/16/2bahead-visiontalk-big-thinking-die-grosen-visionen/

Istvan`s Prognose: In fünf Jahren werden wir Roboter zuhause haben. Eine gute Frage ergibt sich aus der Optimierung des Lebens:

Was passiert mit den Menschen, wenn sie länger leben. Was für gesellschaftliche Aufgaben entstehen mit Überbevölkerung und Menschen, die immer älter werden. Oder schlimmer (?) noch, die Menschen leben ewig? Das war das organische, doch wie verhält es sich mit dem Geist, dem Wissen, den Erfahrungen eines Menschen?

Werden wir unsere Gehirne uploaden? Beziehen wir unser Kraft in einem anderen Körper, einer anderen Form, von der Sonne, oder über Photosynthese? Oder es gibt biologische und Online-Versionen von uns?
Schaffen wir über Bio-3D-Druck Abbilder vergangener Menschen. Und wollen wir das überhaupt? Bei solchen und so vielen Fragen wird dem geneigten Zuhörer schon ganz blümerant zumute. Und Ihnen? Wie fühlen Sie sich jetzt?

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (2)

Im Übrigen konnten Sie Freiwillige auf dem Kongress einen RFID-Cip unter die Haus setzen lassen. Auch der Chairman des ThinkTanks, Sven Gábor Jánszky begab sich in die Hände von Dr. Patrick Kramer, , Chief Cyborg Officer und Gründer von DigiWell
https://digiwell.com/

Biohacking mit Pfiff. Notfalldaten, Türschlossöffner, Auto öffnen und starten – nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten. Leider in diesem Land noch nicht verfügbar: Reisen mit Nahverkehr oder Bahn, Einchecken und Auschecken in Hotels per Fingerwisch. Aber das kommt auch noch!

Abgesang oder Ouvertüre?


Der ThinkTank fomuliert es so: „
Wir nähern uns einer Zukunft, in der alles predictive wird: unsere heutige Leistungsfähigkeit, der Stresslevel des Kunden, die Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter und der Verlauf der Emotionen. Das befähigt uns, diese möglichen Zukünfte zu steuern, den prognostizierten Zustand zu befördern oder ihn zu verhindern. Diese Entscheidungen werden wir nicht alleine treffen. Maschinen werden potentielle Entwicklungen und Interdependenzen von Handlungen vorausschauender und schneller berechnen können und möglicherweise die besseren Entscheidungen treffen als jeder Mensch es kann. Die Analytik verdrängt Bauchgefühl und Erfahrung.“

Schön und gut, das der Blechkollege schneller und präziser ist. Aber kann er auch … ?

Herab vom hohen Ross, verehrter Arzt, gebildeter Jurist, langjähriger Makler und erfahrener Steuerberater. JA. Er WIRD es können. Und dann ist der Umbruch radikaler und brutaler, als ihr gelehrten Herren (und Damen – selbstverständlich!) es euch heute auf dem Chefsessel ausmalen könnt. Die Frage ist, was dann? Wissen, Kombination davon, Vorhersage und Entscheidungen verlagern sich datengestützt (und das meint sehr sehr sehr viele Daten) Richtung KI. Google Assistant oder Alexa von Amazon sind da nur ganz zarte Vorgeschmäcker.

Menschen (Kunden) haben nicht nur einen Assistenten, sondern viele. Der Reisebucher checkt mit dem Kalender, dem Wetter, dem Carsharer und dem Versicherer gemeinsam, welche Route in welchem Level am Soundsovielten für kleines Geld machbar ist. Und die Assistenten handeln untereinander (!) Deals aus. Das fertige Ergebnis kommt auf´s Handy, wenn es das dann noch gibt inkl. CheckIns, Bordkarten und Menüvorschlag für den Lunch in Timbuktu.

2bahead zukunftskongress 2018 wolfsburg by abendfarben tom koehler (10)

Ende vom Lied: Reisebüros, Autovermieter, Versicherungen, Fluggesellschaften, Hotels und Restaurants werden in ihrer Verwaltung obsolet. Das die Rechnungen automatisch an die Firma und die Steuerapp geht, ist klar. Und das Finanzamt (wenn es das dann noch gibt) bekommt die Abrechnung in Echtzeit. Und wenn doch etwas schief geht, kloppt sich der Rechtsassistent mit dem Reiseassistenten digital und erwirkt einen Gutschein für die nächste Reise.

Nochmals 2bAHEAD: „Vielmehr werden alle diese Berufe zu Coaches werden. Die akzeptieren dass Computer es besser wissen. Aber sie setzen auf die Computerexpertise jeweils noch das menschliche Element drauf: Sie werden dann dafür bezahlt, andere Menschen zu motivieren, zu begleiten, zu kritisieren und zum nächsten Entwicklungsschritt zu bringen. Welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich aus dieser neuen Rolle des Menschen? Wie wird unser Maschinenbild 2028 aussehen und welches Menschenbild wird eine Maschine haben?

Sie sehen, die Zukunft ist a) schon da, wird b) spannend und betrifft c) Sie persönlich. Sind Sie bereit dafür? Wenn nicht, fangen Sie d) sofort damit an …

 

PS: Die Artikel zum Zukunftskongress sind keine Komplettberichterstattung. Zum einen ist es ob der zahlreichen Vorträge alleine gar nicht zu schaffen. Zum anderen wähle ich Themen aus, von denen ich mir Interesse und Leserschaft versprechen. Ich bitte dies freundlich zu beachten.