Nacht am Burchardkai im Köhlbrand, Hafen Hamburg

Blogs und Printmedien – eine Milchmedienrechnung

Blogs und FAZ – eine Milchmedienrechnung

Prolog

Es begab sich zu einer Zeit, als Wälder durch Druckmaschinen zu jagen, völlig normal war. Dortselbst agierten sehr gut bezahlte Edelfedern, um mit Druckerschwärze ebendiese Wälder einzufärben und für teuer Geld zu verkaufen. Und immerdar waren sie völlig unpolitisch und neutral und lebten Speckmadengleich von höllisch guten Werbeeinnahmen.

Dann trat ein Dings auf den Markt, welches sich digital heischte. Dieses Dings verfügte über eine für die Druckerschwärzeverbreiter unangenehme Eigenschaft. Das Dings war umsonst. Und weltweit verfügbar. Und drölfzigmal so schnell, wie die Waldvernichter. Ein großes Wehklagen hob an ob der bösen Digitalität und ihrer marktzerstörerischen Funktion. Und der plötzlichen Meinungsfreiheit. Und der Wahlmöglichkeit für Werbegedöns.

Also taten sich die Ressourcenverbraucher – äh – Printmedien zusammen und hielten Rat. Am reich gedeckten Tisch sannen sie allerhand Taten aus wider die Digitalität. Und sie wetzten ihre Schreibmaschinen wider das böse Google. Und sie mauerten sich hinter einer Paywall ein wider den bösen Leser. Und die Maschinerie rotzte unentwegt Gift und Galle gegen die Digitalität in die Atmosphäre, um diese zu verpesten.

Nicht bedenkend, welche Kraft das Dings hatte und mit welcher abartigen Geschwindigkeit es sich über das Königreich der Papiervernichter erhob, frustelten diese vor sich hin. Bis der Digitaldrache vor ihnen stand und knurrte:

In your Face, Medienfuzzis.

Hamburg Blogger und so

Seit 6 Jahren blogge ich und seit zwei Jahren sammle ich die Hamburger Blogger pö a pö zum Stammtisch, auf das sie nicht so alleine sind. Und sich vernetzen und austauschen. Und siehe, die Gruppe wächst stetig und Menschen treffen Menschen ganz undigital. Und Freundschaften entstehen und Blogs gedeihen.

Was hat das mit dem Digitaldrachen zu tun?

Ein Schreiberling der FAZ hat vor einiger Zeit in einem Artikel nicht nur Sascha Pallenberg von MobileGeeks, sondern auch die Hamburg Blogger beleidigt. Und wer mich kennt, weiß, dass ich so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen bin.

Aber das Maß ist voll, Du hochbezahlte Feder mit wenig Ahnung von Online!

Sagt der Wicht: Blogs sind heute bedeutungslos. Aha.

Und: Man sollte den Begriff Blogger zu Grabe tragen. Soso.

Klar lässt sich aus dem wohligen Büro gut parlieren und gegen das böse böse Internet wettern. Um dann damit gut Geld zu verdienen.

Und dann neidisch werden, wenn jemand wie Sascha besser ist.

Viel viel besser.

Nein, da verdient der Pallenberg Geld. Mit einem Tech Blog. Sowasaberauch! Übrigens seit 1.1. auch noch ohne Ads und Banner. Sondern nur noch mit Partnerschaften, die explizit gekennzeichnet sind. Da können sich die Print-Advertorial-Trickser mal ein Beispiel nehmen.

Ja, ihr Printdeppen. Er hat alles richtig gemacht im Gegensatz zu euch. Und er macht auch nicht den Fehler, Print auf Online zu schustern und es dann Online zu nennen.

Und wenn euer Angebot noch nicht mal responsiv daherkommt (wie mir letztens bei der FAZ im Abo-Bereich passierte), solltet ihr verdammt noch mal erst fein Hausaufgaben machen. Und dann noch mal von vorn anfangen.

Ach, und by the Way, selbst bei FAZ Online bloggen und fett Werbung linksobenuntenrechts. Das ist OK, ja?

 

Ruhig Tom, das sind die nicht wert.

Was sagen andere dazu?

T3N hat nach dem unsäglichen Wisch der FAZ mal nachgeforscht. Es gibt 200.000 aktive deutschsprachige Blogs, diese erreichen mit 2 Mio Blogposts per Monat 800 Mio Page Impressions. Damit sind die bedeutungslosen und zu Grabe getragenen Blogger reichweitenstärker, als FAZ, SZ, Welt und Zeit online zusammen.

Kein Kommentar.

Die Aussichten

So schlecht sind sie gar nicht. Sie werden nur gern schlecht geredet bzw. geschrieben. Soziale Netzwerke kommen und gehen, da stimme ich Sascha Lobo zu. Er manifestierte vor Jahren seine Gedanken über das geliehene Internet. Und hat bis heute damit recht. Doch Blogs sind die Seele des Internets. Die kann euch niemand nehmen – außer der Hoster geht pleite. Blogs sind Zielgruppe und nicht Gieskanne.

Blogs sind persönlich und nicht Masse.

Blogs sind Nachrichten von Menschen für Menschen.

Und die Nachricht wird ihren Leser finden. Mithin sind Blogger eine Nachrichtenagentur. Machen also was mit Medien. Blogs sind Medien mit Reichweite. Hey, und das ist keine Milchmedienrechnung.

Fazit

Meine Bitte an euch ist: Wenn Ihr bloggt, schaut mal bei uns vorbei. Wenn ihr programmiert, macht es mit Wonne und Lust. Wenn ihr designt und HTMLT, gebt alles. Wenn ihr filmt und fotografiert, dann immer volle Pulle und mit Wucht.

Denn das, und nur das, unterscheidet uns von den ahnungslosen Schreiberlingen.

Das, und nur das, wird Hamburg als digitalen Standort stärken.

Das, und nur das, sorgt für eine digitale Szene, die lebt und wächst.

 

 

 

 

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Zukuftskongress 2bAhead 2016 – Vertical Farming, Holografische Antennen und Rebellen

Zukuftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg: Von Vertical Farming, Holografischen Antennen und Rebellen in Führungspositionen reichte das volle Programm am zweiten Tag.

Vertical Farming mit Null Pestiziden, ohne Dünger und ohne Erde.

Wie geht das? David Rosenberg, CEO von Aerofarms, erklärt es: „Die Effizienz ist 25% höher, als die in normaler Landwirtschaft. Wir passen die Umwelt der Genetik an.“ Angesichts steigender Nachfrage zu Lebensmitteln, stetem Verkehrsaufkommen und großer Lagerhaltung hat sich http://aerofarms.com/ da etwas ausgedacht. Das Spektrum umfasst 250 Pflanzen. „Vor Ort angebaut reduzieren wir Verluste durch den Transport und liefern frisch.“ Es gibt 28.000 (!) Datenpunkte in einer Farm, die den Vertical Farmern BigData liefern. Eine Flüssiglösung liefert die notwendigen Booster für die Pflanzen, deren Wachstum und Erntezyklus verdoppelt bis verdreifacht wird – im Vergleich zu herkömmlicher Landwirtschaft. Beeindruckend!

Strategie Arena Zukunftsbild Führung 2026

Thomas Druyen, Direktor des Instituts für Zukunftspsychologie parlierte gekonnt über das digitale Ich. Und über Schranken, die sich die Menschen derzeit im Kopf selber setzen. „Die alten SciFi Autoren hatten noch richtige Fantasie. Heute denken in wir eher in vorhandenen Kategorien, bauen aus vorhandenen Dingen „Neues“.“ Recht hat er. Wenn Denken in die Zukunft führen soll, braucht der Kopf nicht den Ballast der Vergangenheit. Leicht gesagt, schwer gedacht. Eine Kultur des Erlaubten, ein Zulassen von Fehlern ist erforderlich. Denn Fehler zu machen wird stigmatisiert. Druyen geht noch weiter: „Banken und Politik müssen weg. Wir entscheiden nach gesundem Menschenverstand.“ Radikale Zukunftspläne. Betrachtet man die Geschichte und die neuzeitlichen Ereignisse, lässt die Frage nach dem „gesunden Menschenverstand“ diese Antwort durchaus zu. Die Bildung bekommt Zuwachs. Zukunftskompetenz muss zum Schulfach werden. Warum? Nicht ist sicher, außer dass alles unsicher ist. Mit dem Klassiker von Sven Gábor Jánszky beschreibt sich das Heute und vor allem das Morgen. Der Umgang mit der Unvorhersehbarkeit lässt sich trainieren, doch das ist mühsam. Wir müssen üben, exponentiell zu denken. Und wir müssen lernen, Plan B – besser noch einen Plan C – immer in der Tasche zu haben.

Mehr Rebellen in die Chefetage

Dies fordert Thomas Sattelberger, Ex Telekom / Lufthansa / Continental Vorstand und nun Geschäftsführer des MINT e.V. Wortgewaltig und impulsiv geht es zur Sache. Disruptives Wittern wird gefordert. Furcht – nicht Angst – sei zu schüren. Unruhe gehöre in Organisationen, damit die Suche nach Neuem nicht erlahmt. Sattelberger ist kein Theroretiker. Auf und Ab kennt er in großen Dimensionen aus seiner beruflichen Vergangenheit. Wie wichtig es ist, aus Mitarbeitern Teams, aus Teams Leader zu machen, weiß er. Und das Organisationen ganz wunderbar behäbig sind, ja geradezu furchtlos dem Ungeheuer Markt gegenüber agieren, die nahende Gefahr komplett ignorierend. „Der Apparat nudelt Sie durch. Und Sie werden gern durchgenudelt.“ Dies beschreibt treffend jene Wirkungen, die mit der Größe des Unternehmens exponentiell ansteigen. Sattelbergers Wut darüber und der daraus erwachsende Mut ist raumgreifend. Organisationen brauchen diesen Stimuli! Beginnen Sie noch heute damit!

Nach Hause telefonieren

Dr. Nathan Kundtz, CEO Kymeta hatte eine brilliante Idee: Holografische Antennen. Bitte, was? Eins nach dem anderen. Variante eins der zukünftigen Kommunikation ist, die Zahl der Satelliten drastisch zu erhöhen. Ergebnis wäre Stau im Himmel und noch mehr Weltraumschrott (den derzeit euch keiner einsammelt → Geschäftsidee …) Variante zwei: Wir erhöhen die Leistungsfähigkeiten der Satelliten. Dazu braucht es Antennen. Die baut Kymeta.https://www.kymetacorp.com/

Es sind holographische Antennen, die sich automatisch auf Satelliten im niedrigen Orbit ausrichten. Bestandteile sind Flüssigkristalle, wie wir sie aus den Fernsehbildschirmen kennen. Herstellung und „Funkverkehr“ lassen sich günstig einrichten. Ist z.B. ein Auto damit versehen, entstehen erstaunliche Möglichkeiten. Ein Terrabyte Daten kann fast kostenlos pro Fahrzeug zur Verfügung gestellt werden. Und das weltweit. Es gibt durch diese Antennen Millionen von Zugangspunkten im Upstream und Downstream. Diese Abdeckung muss in Echtzeit und permanent erfolgen. Das würde bei einem Unfall zur Folge haben, dass der Unfallort per Satellit erfasst und der Rettungsdienst informiert wird.

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Hyperloop und Glauben – Zukunftskongress 2bAhead in Wolfsburg 2016

Hyperloop und Glauben – Zukunftskongress des Think Tank 2bAhead in Wolfsburg 2016

Der ganz große Bogen wurde gespannt am ersten Tag des Zukunftskongress 2016 von 2bAhead in Wolfsburg. Maximalgeschwindigkeit traf auf Juristensprech. Doch lesen Sie selbst:

Keynote von Dirk Ahlborn, CEO Hyperloop Transportation Technology

Eine Kapsel mit Magnetschwebe-Technologie in einer Röhre. Keine Luft in der Röhre, kaum Reibung, angetrieben mit Sonnenenergie oder Erdwärme. Und eine Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht: Schallgeschwindigkeit. Niedrige Betriebskosten durch Nutzung vorhandener Infrastruktur und neuer Technologie. Die Planung erwartet eine Rentabilität innerhalb von acht Jahren. Die Röhre hat keine Fenster. Satt dessen gibt es Monitore. Über diese tauchen Reisende in neue Welten ein. Oder sind „mitten“ in Jurassic Park.
Crowd Storming statt Crowd Funding als neue Mittel haben Hyperloop geholfen, auf neue Ideen zu kommen. Wir schaffen ein Ökosystem für Reisen und die damit zusammenhängenden Dienstleistungen, so Ahlborn.
Auslöser dafür waren andere, viele größere Verkehrsströme, als wir sie in Europa kennen. Und extreme Luftverschmutzung. Eisenbahnen sind Dinosaurier – teure Infrastruktur, kaum Verbesserung. Die Spurweite in Deutschland rührt noch von der Kutschengröße der Römer …
Schon 1904 gab es eine Patentanmeldungen für das Reisen in einer Röhre. Die Hyperloop-Geschwindigkeit ermöglicht Entfernung zwischen Arbeit und Zuhause in Ballungszentren. Familien können zusammen bleiben, wenn sie es möchten. Der Wohnort muss nicht mehr der Arbeitsort sein.

Wie bauen Unternehmen über eine digitale Schnittstelle Vertrauen zum Kunden auf?

Martina Koederitz, CEO von IBM Deutschland, begleitet eine Bank als Kunden durch die digitale Transformation. Banken (Banker) haben sich in der letzten Zeit einen hervorragend schlechten Ruf erworben. FinTechs vonnheute machen den Geldhäusern von gestern das Leben schwer. Apps lösen Filialen ab. Wie gelingt es, den Spagat zwischen Kunden ohne Mailadresse (mit reichlich Ersparnissen) und den Digital Natives von heute mit stetem Wechsel in der Biografie und Haben / Soll zu meistern?
Emotionalisierung des Produkts ist in der trockenen Finanzwelt wahrlich nicht einfach. Dennoch wird diese Welt benötigt, um Wünsche zu erfüllen. Eine Bank hat kein Auto, welches Emotionen auslöst. Koederitz: „Wir bauen eine Community auf. Doch wie nehmen wir 10000 Menschen mit auf die Reise?“ Ein Griff in die Schlagwortkiste oder der große Wurf? Omni Chanel, Filiale und Callcenter der Zukunft, Customer Experience. Entscheidend – wie bei allen Produkten heute ist Vertrauen. Zumal bei großen und wichtigen Entscheidungen. „Wir wollen die Kundenschnittstelle nicht aus der Hand geben.“ Willkommen in der Zukunft, Bank!

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Systemintelligenz mit Risiko

Jens Dissmann, Surface Lead Germany von Microsoft erörterte in seinem Vortrag einen wichtigen Aspekt. Derzeit bemühe man sich, Systemen Intelligenz beibringen, ihnen zu erklären, was es mit dem Daten machen soll. Technologie wird preiswerter und leistungsfähiger. Gewaltige Datenmengen sind mit Addiermaschinen nicht mehr zu beherrschen. vom zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen. Also setzen Unternehmen auf Hochleistungsrechner und intelligente Software. Bös, wenn diese – wie bei Banken – fröhlich entscheidet und eine Talfahrt von Aktien auslöst. Beser noch: Wenn Systeme sich selber weiter entwickeln, intelligenter werden, werden sie auch einen Punkt erreichen, an dem sie nicht mehr abzuschalten sind. Was dann?

Wie Algorithmen unsere Persönlichkeit offenbaren

Dirk Gratzel, CEO von Psyware, schaut in die Köpfe der Menschen. Am Telefon.
Die von seinem Team entwickelte Technologie analysiert Persönlichkeit in Echtzeit. Am Telefon erfasst die Software Regungen und Gefühle der Menschen am anderen Ende der „Leitung“.
Millionen Euro an Ausgaben, hunderte Menschen in umfangreichen psychologischen Tests – am Ende lernte die Software über die Sprache der Probanden, wie Menschen ticken. Neben dem Lügendetektor-Effekt war den Machern etwas anderes viel wichtiger. Recruiting zum Beispiel. Statt einem mehrstündigem Interview vor Ort dient ein standardisiertes Telefongespräch dazu, geeignete Kandidaten zu finden. Ein weiterer Fakt ist die Kundenkommunikation extern und die Mitarbeiterkommunikation intern.
Angenehmer Nebeneffekt: Als schnelle Selbstanalyse kann ein Kunde in einem Interview auch seinen eigenen Zustand prüfen lassen. Das erspart im Zweifel endlose Sitzungen beim Psychiater. Manchmal reicht es schon, einen Gang zurück zu schalten – oder einfach mal grundsätzlich auszuschlafen …

 

Dr. Thomas Klindt fragt sich: Brauchen wir ein Strafrecht für Maschinen?

Der Jurist erörterte erfrischend erforderliche Fragen, die uns in Kürze eine Antwort abverlangen. Schöne neue Wel: Der Kühlschrank monitort nicht nur seine technischen Parameter, sondern auch Anzahl und Qualität der gelagerten Lebensmittel. Und ordert bei Mangel oder Verfall der Nahrungsmittel entsprechend nach.

Doch kann der Kühler überhaupt rechtskräftig etwas bestellen? Und was, wenn er statt 2 Litern 200 Liter Milch bestellt? Und was passiert mit den Daten der Kunden? Wo landen diese, wie geht der Empfänger damit um?

Diätplan nicht eingehalten, Meldung an die Krankenkasse. Zack! Beitragserhöhung.
Oder nachts heimlich genascht, Info an den gegnerischen Anwalt. Peng! Scheidung.
Bestraft man nun den Hersteller, den Softwareentwickler oder den Eigentümer des frechen Kühlgerätes? Fragen über Fragen. Antworten hatte selbst der Referent nicht. Es bleibt spannend.

 

 

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Eröffnung des 15. Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg

Zukunftskongress 2bAhead 2016 in Wolfsburg eröffnet

Das Wetter kann keiner so genau vorhersagen. Die Zukunft auch nicht. Oder doch? In Wolfsburg treffen sich einmal im Jahr Menschen, die sich dem Thema Zukunft verschrieben haben. Die wissen wollen, wo die Reise hingeht, welche Trends im Kommen sind. Der Think Tank 2bAhead aus Leipzig hat geladen und 320 Anmeldungen sprengten fast das Limit. Trendforscher Sven Gabor Janszky begrüßte die Teilnehmer und leitete gleich über zu den drei Technologie Roadmaps der kommenden zehn Jahre.

Technologie Roadmap: Mobilität

Johann Jungwirt, Ex Daimler und Ex Apple und nun bei Volkswagen für die Themen der Zukunft tätig, führte die Besucher zu einem Blick in die (nahe) Zukunft.
„Auto hol mich ab.“ Der Knightrider mit seinem sprechenden KITT lässt grüßen. Der Kalender weiß, wann und wo ich Mobilität brauche. Und organisiert diese. Ticket aufs Handy, Routing zum Meeting, EKey für das SmartCar. Und das hat es in sich. Die Türen in GROSS, aber nur auf der rechten Seite, inkl. Schlafsessel und Fitness-Chair. Utopie? Heute ja. Doch das hat der Leser von Jule Verne auch gedacht …
Null Emissionen sind 2025 das Thema. Es gibt keine Verbrennungsmotoren. Taxis haben sich erübrigt, es wird autonom gefahren. Wie geht VW mit diesen massiven Veränderungen in naher Zukunft um? Es sind 300 Mio Dollar Investition geplant, ein neues Unternehmen entsteht mit neuen Arbeitsplätzen. Das Ziel: Markführer der neuen Mobilität in Europa zu werden.

Technologie Roadmap: Energie

Dietrich Gemmel ist bei RWE Effizienz CEO und außerdem Kundenversteher und Planer einer neuen Verbindung vorhandener Technologien.
Nicht der Highway to Hell, sondern der Gateway to Future ist das Ziel. DIe
Elektromobilität wird Standard. Eine zukünftige deutsche PlugInHybrid-Flotte ersetzt die Hälfte der Pumpspeicherwerke. Fahren wird smart. Wohnen wird smart. Kommunikation wird smart. Eine Kombi-Flatrate für Wohnen, Telefon, Mobilität ersetzt heutige Modelle. Präferenzbasierte Preise ermöglichen einer mobilen und vernetzten Generation die personalisierte, optimierte Anpassung an ihre Bedürfnisse. Smart Grid wird Standard und Speicher werden überall stehen, mit Photovoltaik gleich ausgeliefert. Die Stromnetze passen sich dem Bedarf an und Verbraucher liefern Strom. Smart wird Realität und ist nicht mehr nur ein Slogan.

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Technologie Roadmap: Kommunikation

Florian Gruber, Senior Vice President von T-Systems
Share oder Lebensqualität? Nutzen statt kaufen? Der Markt und die Kunden sind im Umbruch. Dieser stellt das derzeitige Wirtschaftssystem auf dem Kopf. Dank Analyse im Netz und digitalen Agenten wird sich das Produkt an den Kunden wenden. Dieser liefert mit seinen digitalen Spuren genügend Informationen dafür. Dazu kommt eine Zunahme des IoT. (Internet of Things LINK) Die Zahl der Devices in Haushalten und Unternehmen wird steigen – und sie werden miteinander reden. Produkte werden von Kunden mit gestaltet und die Individualisierung dieser Produkte wird drastisch zunehmen. Doch bewirkt das in der Produktion? Sensoren und Software bestimmen zukünftig Entscheidungen. Der Anteil der Software und deren Aktualisierung wird in höherer Taktrate erfolgen. Systemlieferanten werden nicht nur gebraucht, sondern von den Kunden ausgebildet. Logistik und Fertigung werden abnehmen, da die 3D Print-Center vor Ort die Finalisierung für die Losgröße 1, das einzelne personalisierte Produkt, vornehmen. Schöne neue Welt, oder Wegfall Tausender Arbeitsplätze?
Diese Veränderungen werden massiv auch In die Gesellschaft eingreifen. Diese Folgen sind in ihrem Ausmaß noch nicht abzuschätzen.

2bahead zukunft kongress 2015-03

2bAHEAD Zukunftskongress 2016

Einmal im Jahr treffen sich Denker und Lenker aus der ganzen Welt in Deutschland zum inspirierenden Zukunftskongress 2bAHEAD. Auch in diesem Jahr geht wes wieder um spannende Themen:

„Ideen die die Welt verändern: Hyperloop, Asteroid Mining, Kalte Fusion, Anti-Aging-Gentherapie, Gehirn-Upload, Cyborgs, Vertical Farming, Alzheimer-Heilung, …“ Quelle: 2bAHEAD

Hier geht es zu den ausführlichen Informationen zum Zukunftskongress 2016.

Lesen Sie noch mehr Zukunftsvisionen auf der Blogseite zum 2bAHEAD Zukunftskongress: https://abendfarben.wordpress.com/2bahead-zukunftskongress/

 

 

 

 

 

führung made in germany gabal dr bosch

Führung made in Germany

Eine Rezension von Tom Köhler

Executive Summary: Verständliche und eindringliche Lektüre für Führungskräfte. Führen ist Silber, Sprechen ist Gold. Worte können Mitarbeiter vernichten oder zu Top Performern machen. Eine Wissenschaftliche Analyse der Kommunikation zwischen Leitenden und zu Leitenden. Das Ziel: Zugehörigkeit, Wertschätzung und beste Leistung von Mitarbeitern als Führungskonzept made in Germany.

Made in Germany

Um 1900 führten deutsche Hersteller das Siegel gerade wegen der schlechten Qualität. England verdonnerte sie dazu, um eigene von Importwaren zu trennen. Es kehrte sich ins Gegenteil um. Aus dem Makel wurde eine Auszeichnung. Und die Güter waren heiß begehrt.

Kann es nun auch ein Gütesiegel für „Führung“ geben? Gar ein Siegel „Führung made in Germany“? Dr. Thorsten Bosch und sein Team haben es entworfen, erforscht und publiziert. Der Versuch, es auf einen Satz zu bringen (was bei der Fülle des Buches sehr gewagt ist): Führen ist Silber, Sprechen ist Gold.

Kein Leichtgewicht kam da aus dem Druck. In der Form angelehnt an den Bestseller „Business Model Generation“ liegt da schwere Kost vor dem Leser. Allerdings haben die Macher das Buch im Querformat mit einem Text-Grafik-Verhältnis von 1/3 zu 2/3 versehen. So gelingt es, den Inhalt verständlich zu illustrieren. Doch Obacht, es ist kein Comic! Hier geht es wissenschaftlich zur Sache. Und ausführlich. Und eindringlich.

fuehrung made in germany thorsten bosch by abendfarben 1

Gespräch als Führungsinstrument

Schlechte Beispiele fallen jedem ein. Abgekanzelte Gespräche, fehlende Empathie, Überreaktion oder – schlimmer noch – gar keine Reaktion. Die Stimmung ist auf beiden Seiten wie im kalten Krieg. Was dies mit Leistung und Motivation macht, malt sich der Unternehmer von heute lieber nicht aus. Und was es für sozial-mediale Kreise zieht, wie es den War of Talents noch schwerer macht – eine Schreckensvision.

Das geht auch wesentlich besser, sagte sich der Autor und arbeitete professionell heraus, was gute Gespräche ausmacht, welche Ziele sie erreichen und wie sie dem Unternehmen dienen. Gespräche sind nicht als Plauderei, sondern als Führungswerkzeug zu verstehen. Ein wichtiges ohnehin, basiert doch ein großer Teil der Kommunikation auf dem gesprochenen Wort.

In ein Ohr rein – aus dem anderen wieder raus …

Der Klassiker: Das habe ich doch anders gemeint. Oder: Ich habe es Ihnen mehrfach gesagt. Wirklich? Klare Kommunikation, die ankommt UND die etwas bewirkt, ist das Ziel von Dr. Bosch. Es geht um Lob und Kritik, um Ziele, um Deadlines, um Performer und um Nicht-Performer. Da kann einiges missverstanden werden. Da ist Wort A im Ohr des Empfängers gern mal Wort B. Worte sind alleine, wenn sie nicht mit Empathie benutzt werden. Worte sind nutzlos, wenn keine Folgen folgen. Das können durchaus auch Lob und Beförderung sein. Doch wie geht das?

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Leitfaden für Führungsgespräche

Modular in Themen und im Aufbau pro Thema begleitet das Buch auf dem Weg zum erfolgreichen Gespräch. Dieses hat nicht nur ein Ziel, sondern eine richtige Dramaturgie. Es ist eben KEINE Plauderei, sondern Mittel zum Zweck. Es würde zu weit führen, das Prinzip hier in eingedampfter Form zu schildern. Dazu ist es dem Autor zu wichtig, denn er widmet dem Bereich Gesprächsarten und -führung zwei Drittel des Buches.

Er versteht es auch als Coaching, als Möglichkeit der Wertschätzung und des Lobes. Bei Dr. Bosch ist das Mitarbeitergespräch aber auch die Gelbe Karte, die Kritik und die endgültige Entscheidung: „in or out?“.

Führen will gelernt sein

Etwa ein Drittel des Buches seziert der Autor Führung aus seiner Sicht. Ihm liegt es daran, in der Führungsarbeit mit ebendieser wissenschaftlichen Herangehensweise den Kern der Dinge freizulegen. Bewusst verwende ich den begriff „seziert“. Es liegt auf dem blanken Tisch die „Führung“, wie sie ist. Um sie so zu gestalten, wie es dem Autor vorschwebt, teilt er sie auf und beleuchtet die Bestandteile einzeln. Und er betrachtet sie im Kontext der Umgebung – des Unternehmens. Auch hier ist das Ziel: Zugehörigkeit, Wertschätzung und beste Leistung von Mitarbeitern als Führungskonzept made in Germany.

In einer Zeit, in der Ressourcen aller Art knapper werden, sieht der Autor bei einer reichlich Potenzial. Bei der Ressource, die für die Wertschöpfung in einem Unternehmen unabdingbar ist. Der Ressource, die sich durch Transparenz auf dem Arbeitsmarkt weltweit die Arbeit selbst heraussucht. Der Ressource, die mit dem Kunden im direkten Kontakt steht – dem Mitarbeiter, dem Menschen.

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Dem Auto sei gewünscht, dass sich zahlreiche Führungskräfte und solche, die es werden wollen, mit dem Buch beschäftigen. Und daraus lernen, mit der Theorie und Praxis von Dr. Bosch auf dem Feld der Personalentwicklung zahlreiche kräftige Pflanzen säen und diese zu hohem Ertrag bringen.

Hier geht es zum Buch: http://www.fuehrung-made-in-germany.com/

 

 

 

 

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